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Ganzheitliches Leben & Bewusstsein

Erschaffen wir unserer Realität selbst?

Geschrieben von Joe Boden • Samstag, 26. Dezember 2009 • Kategorie: Wissenschaft & Forschung

Wer
sich ein wenig in der Esoterik-Szene umsieht, stößt eher früher als
später auf die Idee, dass wir selbst es sind, die unsere Wirklichkeit –
nicht nur die subjektive, sondern auch die "Außenwelt" – kraft unseres
schöpferischen Geistes erschaffen oder zumindest erheblich beeinflussen
können. Bestseller wie die
Seth-Bücher und die Gespräche mit Gott haben diese Sichtweise ebenso populär gemacht wie die Bestellungen beim Universum oder Das LOLA-Prinzip.

Diese
Idee ist natürlich reizvoll, verspricht sie doch die Möglichkeit, die
eigene Wirklichkeit weitaus umfassender zu steuern, als es mit bloßen
äußerlichen Taten möglich wäre – der Weg zum Glück scheint damit nur
mehr eine Frage der gezielten Lenkung der eigenen Schöpferkraft zu
sein, durch die die vielen scheinbaren Zufälle in unserem Leben in die
gewünschte Richtung beeinflusst werden können.

Wie realistisch
ist diese Einschätzung? Und was nicht minder interessant ist: Inwieweit
untermauert die Naturwissenschaft die These vom schöpferischen
Bewusstsein?

Wirft man einen Blick in die moderne Physik, so
stellt sich heraus, dass Wirklichkeit und Bewusstsein tatsächlich kaum
zu trennen sind.
In
der Quantenphysik werden Elementar"teilchen" – die Grundlage der
materiellen Welt – nicht als substantielle Objekte, sondern als
Wahrscheinlichkeitswellen beschrieben.

Erst der Akt der Beobachtung lässt aus einem solchen unscharfen und im
Raum verteilten Gebilde ein reales "Teilchen" an einem bestimmten Ort
entstehen. Wie dieser Übergang vom "Virtuellen" zum "Realen" genau
funktioniert, ist bis heute strittig.

Die am weitesten
verbreitete "Kopenhagener Deutung" wirft gewisse logische Probleme auf,
daher wurden verschiedene alternative Erklärungsmodelle entworfen. Die
vielleicht populärste ist die "Viele-Welten-Deutung", die von der
Existenz zahlloser paralleler Realitäten ausgeht. In jeder dieser
Realitäten haben die Elementarteilchen klar definierte Eigenschaften.
Solange allerdings niemand ganz genau hinsieht, überlagern sich viele
dieser Realitäten zu dem unscharfen Gebilde, das als Quantenwelle
(Wahrscheinlichkeitswelle) bekannt ist. Erst die exakte Beobachtung
einer bestimmten Teilcheneigenschaft zwingt diese zum Erscheinen – mit
anderen Worten: Die alternativen Realitäten werden vom Beobachter
ausgeblendet, so dass nur noch eine übrig bleibt. Der Beobachter hat
diese Wirklichkeit also tatsächlich "erschaffen", indem er sie aus
einer Vielzahl paralleler Realitäten (bewusst oder unbewusst)
"ausgewählt" hat.

Mehrere Realitäten parallel – wie soll das
gehen? Physikalisch ist das kein Problem: Wir benötigen lediglich ein
paar zusätzliche Dimensionen. So wie sich in der dritten Dimension
beliebig viele zweidimensionale Flächen übereinander anordnen lassen
(wie ein Papierstapel), so können in einem höherdimensionalen
"Überraum" tatsächlich beliebig viele dreidimensionale Räume oder eben
auch zahllose Varianten unseres Universums nebeneinander existieren –
ich nenne diesen Raum daher Multiversum. Beziehen wir auch die Zeit ein
(die ja auch nichts anderes als eine Dimension ist), so lassen sich im
Multiversum sämtliche möglichen Entwicklungsgeschichten des Universums
unterbringen.

Wenn
nun unser Bewusstsein tatsächlich Realität erschafft, indem es eine
dieser Varianten als seine erlebte Realität "auswählt", dann können wir
uns das Bewusstsein eines Individuums als einen (körperlosen) reinen
Beobachter vorstellen, der durch das Multiversum wandert und an jeder
Position seines Pfades eine neue Variante der Welt wahrnimmt und damit
als seine persönliche Wirklichkeit (einschließlich seines materiellen
Körpers) erschafft.
Durch
die sinnvolle Anordnung der erlebten Wirklichkeiten auf einem
durchgehenden Pfad entsteht das, was wir als Zeitablauf erleben. Aus
der höherdimensionalen Perspektive hingegen bewegt sich hier
ausschließlich das beobachtende Bewusstsein, während die erlebte
"Außenwelt" ewig konstant bleibt – das Bewusstsein nimmt lediglich in
jedem Moment einen anderen Ausschnitt des Möglichkeitsraumes wahr (so
wie sich die Landschaft beim Blick aus einem fahrenden Zug scheinbar
ständig "verändert", obwohl sie sich nicht wirklich bewegt oder ihre
Form ändert).

Wie steuern wir uns selbst durch diesen Raum der
unbegrenzten Möglichkeiten? Wenn an den "Bestellungen beim Universum"
etwas dran ist, muss ja eine gezielte Navigation möglich sein.
Tatsächlich gibt es wissenschaftlich einwandfreie Untersuchungen, die
einen solchen (gezielten) direkten Einfluss des Bewusstseins auf die
Realität nachweisen: In
Versuchen,
bei denen Probanden per Zufallsprozess erzeugte Zahlen beeinflussen
sollten, wurden statistisch hochsignifikante Verschiebungen des
Mittelwertes nachgewiesen. Zwar war der Effekt so minimal, dass er erst
beim Aufaddieren tausender Versuche sichtbar wurde – dennoch veränderte
sich der Mittelwert bei den meisten Versuchspersonen in die
beabsichtigte Richtung.

Es gibt eine Interpretation der
Quantentheorie – die so genannte transaktionale Deutung –, die, wenn
man sie mit der Idee der parallelen Realitäten kombiniert, ein
interessantes Erklärungsmodell bietet, wie diese gezielte Auswahl
bestimmter Realitätsvarianten funktionieren könnte. Demnach sendet jede
bewusste Beobachtung (also Wahrnehmung) Wellen im Möglichkeitsraum aus,
die sich in die Zukunft und in die Vergangenheit ausbreiten. Trifft nun
eine in die Zukunft laufende Welle auf eine "passende" Welle, die ihr
aus einer der zahllosen möglichen Zukunftsvarianten entgegenkommt (denn
auch in der Zukunft finden ja bewusste Beobachtungen statt, die Wellen
in die Vergangenheit zurücksenden), modulieren sich diese Wellen
rechnerisch so, dass eine hohe Ereigniswahrscheinlichkeit entsteht.
Damit ist für ein Individuum immer diejenige Zukunftsvariante am
wahrscheinlichsten, die inhaltlich zu seiner aktuellen Wahrnehmung in
der Gegenwart passt. So steuert uns unsere eigene Wahrnehmung durch das
Multiversum – wir nehmen wahr, d. h. wir nehmen uns eine Wahrheit, und
zwar immer die, auf die wir unsere bewusste Aufmerksamkeit richten.

Theoretisch
stehen dem wandernden Bewusstein damit alle Möglichkeiten offen, seine
"Außenwelt" und damit sein Schicksal zu wählen – in der Praxis gibt es
jedoch Einschränkungen. Zum einen sind wir offensichtlich so gestrickt,
dass unsere Realität gewissen logischen Anforderungen genügen muss, d.
h. unser Pfad durch das Multiversum darf keine allzu scharfen Kurven
und schon gar keine Sprünge machen, damit unsere Lebensgeschichte
widerspruchsfrei bleibt. Zum anderen stehen wir mit unseren Artgenossen
in einem ständigen (bewussten wie unbewussten) Informationsaustausch,
der dafür sorgt, dass unsere persönlichen Realitäten (die ja durchaus
nicht ganz identisch sind) so weit zusammenpassen, dass wir in einer
gemeinsamen Welt leben können. Mit anderen Worten, wir bewegen uns auf
mehr oder weniger parallelen Pfaden durch das Multiversum.

Unser
gemeinsamer Realitätsrahmen ist damit nichts anderes als die (gewählte)
Wirklichkeit des kollektiven Bewusstseins eines "Gruppenwesens" namens
Menschheit. Dieses wiederum ist wahrscheinlich auch wieder Teil einer
noch umfassenderen Bewusstseinsstruktur, die sich hierarchisch bis hin
zum allumfassenden Bewusstsein aufbaut, das man "Gott" nennen könnte.

Wenn
allerdings diese höchste Bewusstseinsebene alles umfasst, was möglich
ist, so ist sie zugleich vollkommen strukturlos – denn die Überlagerung
aller möglichen Realitäten ergibt, technisch gesprochen, ein "weißes
Rauschen" ohne Informationsgehalt, ähnlich wie die Überlagerung
zahlloser Radiosender auch nur Rauschen im Äther erzeugt. Die
Buddhisten und Taoisten wissen es: Gott, das höchste Prinzip, ist
endlose Leere. Aber, wie Laotse sagt: "Aus der Leere kommen tausend
Dinge" – indem sich das allumfassende Bewusstsein in Teilaspekte
spaltet, die jeweils nur begrenzte Ausschnitte des Multiversums
wahrnehmen (so wie ein Radioempfänger einzelne Sender aus dem Rauschen
herausfiltert), entstehen Strukturen, entsteht erlebte Wirklichkeit.
Somit sind auch wir Aspekte Gottes, die aktiv an der Schöpfung
mitwirken.

Je stabiler ein Aspekt der Wirklichkeit, desto
umfassender ist die Bewusstseinsebene, die für seine Erschaffung
zuständig ist. Die Naturgesetze etwa sind sicherlich keine individuelle
Schöpfung, da sie unseren gesamten Realitätsrahmen zusammenhalten.
Dennoch trägt auch unser individuelles Bewusstsein zur Stabilisierung
unserer Wirklichkeit bei. Ich nenne dieses Prinzip Realostat – wie bei
einem Thermostaten ein Regelkreis die Temperatur konstant hält, gibt es
eine simple Regelschleife, die unsere Außenwelt in normalen Bahnen
hält. Sie beruht auf unserem Glaubenssystem:
Ich
sehe, was ich glaube – und ich glaube, was ich sehe! Wenn aber das, was
wir wahrnehmen, dadurch eigentlich erst erschaffen wird, so ist klar,
dass wir nur das erschaffen können, an das wir glauben – allzu starke
Abweichungen (auch "Wunder" genannt) erklärt unsere Wahrnehmung sofort
für ungültig, und sie verschwinden, meist bevor wir sie überhaupt
richtig bemerkt haben.

Das
heißt aber auch, dass Wunder bei einem entsprechend flexibleren
Glaubenssystem durchaus machbar sind. Nicht nur die zahllosen Berichte
über Wundertäter und Wunderheilungen, sondern auch der Erfolg der
"Bestellungen beim Universum" sprechen dafür, dass es jedem Individuum
im Prinzip möglich ist, die Flexibilität seiner "Außenwelt" zu
erweitern und erstaunliche Ergebnisse zu erschaffen. Das kann bis zur
Aufhebung von Naturgesetzen reichen – hierzu muss das individuelle
Bewusstsein seinen üblichen Rahmen sprengen und auf einer höheren Ebene
wirken. Dies lässt sich im Prinzip bis auf die höchste, "göttliche"
Ebene ausdehnen – das Verschmelzen des individuellen mit dem
allumfassenden Bewusstsein, auch "Erleuchtung" genannt. Da wir Aspekte
Gottes sind, besteht der Unterschied zwischen Mensch und Gott letztlich
"nur" in der Wahrnehmungsperspektive.

Warum
nun fällt es uns meist so schwer, die Wirklichkeit zu erschaffen, die
wir uns wünschen? Warum gelingen "kleine Bestellungen" eher als die
"wirklich wichtigen"? Es ist der Realostat in Gestalt unserer
Überzeugungen, der uns im Wege steht – und diese basieren auf
Funktionen unseres Gehirns.
Aus
welchem Grund auch immer haben wir (als Bewussteinsinstanzen oder
"Seelen") offenbar vor langer Zeit beschlossen, uns eng an materielle
Körper zu binden und unsere Wahrnehmung weitestgehend auf die
Informationen zu beschränken, die das Gehirn dieser Körper aus den über
die Sinnesorgane empfangenen Daten erzeugt.

Unser Gehirn nun
wurde von der Evolution entwickelt, um das Überleben eines
Urmenschenrudels in der Wildnis zu sichern. Dass wir inzwischen in
einer Zivilisation leben, die unser Überleben weitgehend sichert, hat
auf die Gehirnfunktionen wenig Einfluss, da ein paar tausend Jahre
evolutionstechnisch nur ein winziger Zeitraum sind. Wir reagieren nach
wie vor auf das, was unsere Instinkte uns sagen – und diese gehen nach
wie vor von einem gefährlichen Leben in einem kleinen Rudel in der
Wildnis aus. So ist etwa Ablehnung durch einen anderen Menschen
gleichbedeutend mit der Gefahr, aus dem Rudel ausgeschlossen und damit
den Säbelzahntigern ausgeliefert zu sein. Um uns vor solchen Gefahren
zu schützen, erzeugen unsere Instinkte Ängste.

Ängste
wiederum lenken unsere Wahrnehmung auf drohende Gefahren (ob diese nun
real sind oder – wie fast immer in der heutigen Zeit – eingebildet).
Und unsere Wahrnehmung erschafft Realität! Wir können daher noch so oft
einen Lottogewinn beim Universum bestellen – solange dieser Wunsch von
der Angst vor Armut (für unsere Instinkte gleichbedeutend mit
Verhungern oder sozialer Ausgrenzung) oder Fluchtinstinkten vor unserem
Job motiviert ist und nicht von der puren Lust auf Reichtum, wird
unsere Wirklichkeit immer nur das widerspiegeln, was wir eigentlich
loswerden wollen.

Solange
wir also nicht erkennen, dass wir in der heutigen Zeit nicht mehr
wirklich in Gefahr sind (weil uns ein schier endlos großes "Rudel" mit
effektiven Sicherheitsstrukturen und Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung
steht), wird unsere Realität von unseren Ängsten bestimmt. In der Kürze
dieses Beitrags leuchtet das vielleicht nicht ein, aber die neuesten
Ergebnisse der Glücksforschung sprechen klar dafür, dass so gut wie
alle unsere negativen Gefühle auf derartige Irrtümer unseres Gehirns
zurückzuführen sind.

Es nützt also nichts, die Außenwelt durch
herkömmliche oder esoterische Maßnahmen so verändern zu wollen, dass
dadurch unsere Probleme gelöst werden und wir dann endlich glücklich
sein können – es funktioniert nur anders herum: Wenn wir erkennen, dass
wir gar keinen Grund haben, unglücklich zu sein, lösen sich die
"Probleme" (die ja gar keine sind) von selbst auf, und die Außenwelt
passt sich unserer positiven Sichtweise an. Dann werden vielleicht
sogar Wunder möglich – auch wenn wir sie gar nicht brauchen, um
glücklich zu sein.





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Erkenntnisse aus der Quantenphysik

Geschrieben von Joe Boden • Samstag, 23. Mai 2009 • Kategorie: Erleuchtung, Erwachen, Satori, Experimente, Erfahrungen, Religion & Spiritualität, Videobeiträge
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