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Ganzheitliches Leben & Bewusstsein

Was ist Materie?

Geschrieben von Joe Boden • Donnerstag, 9. Juli 2009 • Kategorie: Wissenschaft & Forschung


Der Nobelpreisträger Max Planck (1858-1947)
war einer der Pioniere der Quantenphysik und deshalb nicht verdächtig einem
esoterischen Weltbild anzuhängen. Er vermutete hinter der Kraft, welche die
Atomteilchen in Schwingung bringt und die Materie zusammenhält »einen bewussten,
intelligenten Geist«. Diesen hielt er für den »Urgrund aller Materie«. Das waren
seine Worte auf einem Vortrag, den er 1944 in Florenz hielt. Er sagte außerdem
noch, dass es »keine Materie an sich gibt«.


Das materialistische Weltbild des 19.
Jahrhunderts, dessen Nachbeben wir bis heute spüren, sah Materie als etwas an,
das aus ewigen, unteilbaren und unvergänglichen Atomen aufgebaut ist. Über das,
was es mit der angeblichen Unteilbarkeit von Atomen auf sich hat, weiß die
Allgemeinheit zumindest seit Hiroshima Bescheid. Was die Allgemeinheit weniger
weiß ist, dass die Atomspaltung nicht nur mit Zerstörung gleichzusetzen ist,
sondern einhergeht mit Erkenntnissen, denen wir das Handy, den CD-Player, den PC
und den Scanner in den Supermarktkassen verdanken. Wie von Zauberhand erscheinen
nach dem Scannen der Ware Preise auf dem Kassendisplay. Welchen Vorstellungen
von der Materie verdanken wir diese Errungenschaften unserer Wissenschaft, die
einen mittelalterlichen Magier zum größten Zauberer seiner Zeit gemacht hätten,
wenn er sie nur hätte vorführen können?


Für die heutige Physik gehört alles zur Materie,
was aus Elektronen und Quarks und zwar aus Up-Quarks und Down-Quarks aufgebaut
ist. Das muss man erst einmal verinnerlichen: Materie ist alles, was aus nur
drei elementaren Bestandteilen besteht! Egal ob Gold, Blei, Wasserstoff oder
Kohlenstoff. Egal ob ein Holzstuhl oder ein Hamburger. Alles besteht nur aus
drei sogenannten Elementarteilchen: den Elektronen und zwei Sorten Quarks.


Elektronen kann man leicht erzeugen und
beobachten. Die alten Röhrenfernseher liefern ein Zeugnis davon. Bei den Quarks
ist das anders. Noch nie hat jemand Quarks beobachten, geschweige denn vorführen
können. Und dennoch sollen die Protonen und Neutronen im Kern des Atoms aus
diesen Quarks bestehen. Die Physiker schließen auf die Existenz von Quarks
aufgrund von Beobachtungen, die sie machen, wenn sie in den
Teilchenbeschleunigern wie CERN Protonen des Atomkerns mit anderen Teilchen und
hoher Geschwindigkeit zusammenstoßen lassen. Das ist so, als würde man davon
ausgehen, dass ein Fliegengewichtsboxer, der ein Schwergewicht K. O. schlägt,
ein Hufeisen in seinem Boxhandschuh versteckt habe. Bevor man nicht in den
Boxhandschuh reinschauen kann, weiß man es aber nicht.


Noch seltsamer mutet einem die Vorstellung von
Materie an, wenn man weiß, dass Atome fast ausschließlich aus leerem Raum
bestehen. Der Atomkern, in dem man die Protonen mit den Quarks finden kann,
macht höchstens den zehntausendsten Teil des Atomdurchmessers aus. Der Raum um
den Kern herum ist der Bereich, für den es eine größere Wahrscheinlichkeit gibt,
dass man dort ein Elektron findet. Aber das gilt nicht als sicher. Die Regeln
der Quantenphysik besagen, dass man das Elektron eines bestimmten Atoms genauso
gut auch in New York oder sonst wo im Weltall finden kann, wenn auch mit sehr
geringer Wahrscheinlichkeit. Aber unmöglich ist es nicht.


Völlig unerklärlich ist, dass Atome, Elektronen
oder Protonen bei bestimmten Untersuchungen überhaupt nichts Materielles mehr an
sich haben. Sie scheinen Welleneigenschaft zu besitzen und auf dem
Beobachtungsschirm tauchen Wellenmuster auf. So verflüchtigt sich auf einmal das
noch verbliebene Materielle an der Materie. Wenn es »keine Materie an sich
gibt«, wie Planck sagte, was ist es dann, was die Materie ausmacht? Ist es eine
Art Geist?


Eine Form von Geist, der in der Materie steckt,
ist Information. Das kann man sich klar machen, wenn man ein Beispiel
betrachtet, das drei Bausteine zum Gegenstand hat und damit dem Aufbau der Atome
aus drei Elementarteilchen entspricht. Beispielsweise kann man sich zwei Kinder,
einen Jungen und ein Mädchen vorstellen. Sie besitzen einen Eimer voll mit
Lego-Bausteinen. Es sind drei Sorten Steine, nämlich solche mit zwei, vier und
acht Noppen. Aus diesen Steinen baut das Mädchen ein kleines Puppenhaus mit zwei
Zimmern, Möbeln, Ofen usw. Der Junge baut dagegen eine große Burg mit mächtigen
Mauern, Zinnen, Toröffnung und Graben.


Die Frage ist nun, worin sich Puppenhaus und Burg
unterscheiden? Beide Bauwerke sind aus den gleichen Steinen hergestellt. Die
einzige Unterscheidung zwischen Puppenhaus und Burg ist die Zahl und Anordnung
der Steine. Das gleiche gilt für unsere Welt, in der die unterschiedlichen
Elemente Gold, Blei, Wasserstoff oder Kohlenstoff usw. sich nur in der Zahl und
Anordnung der Elementarteilchen unterscheiden. Da alle Materie aus den Elementen
aufgebaut ist, unterscheidet sich alles, was materiell existiert nur durch die
Zahl und Anordnung der Elementarteilchen.


Die Anordnung ist nichts anderes als Information.
Die Formen, anhand denen man erkennt, ob es sich um ein Puppenhaus oder eine
Burg handelt, sind Informationen und auch die unterschiedlichen Formen und
Muster der materiellen Welt sind alles Informationen. Aber Information ist
sicher nicht der Geist, den Planck meinte. Denn Information ist nichts
Lebendiges. Information ist passiv. Planck sprach dagegen von einem bewussten,
intelligenten Geist und ein bewusster Geist ist etwas Lebendiges.


Einen Hinweis auf diesen bewussten Geist finden
wir in der Interpretation der physikalischen Experimente mit Quanten. Quanten
sind winzige Energiepakete, die sich je nach Art der Messung als Wellen oder
Teilchen zeigen. Wegen dieses Verhaltens gelten Atome, Elektronen, Photonen
(Lichtteilchen) und dergleichen - gleichgültig, ob die Objekte zur Materie
zählen oder nicht - alle als Quanten. Zu einem der wichtigsten Experimente der
Quantenphysik gehört jenes, bei dem man Lichtteilchen oder Elektronen auf eine
Wand schickt, in der sich ein kleiner Doppelspalt befindet. Dahinter fängt man
auf einem Beobachtungsschirm auf, was durch die Spalte hindurchkommt. Auf diese
Weise beobachtet man das Verhalten der Quantenobjekte und kann es
interpretieren.


Um Bewusstsein bei Quanten feststellen zu können,
muss man wissen, anhand welcher Kriterien man Bewusstsein überhaupt feststellen
kann. Bewusstsein ist kein Untersuchungsgegenstand der Quantenphysik. Deshalb
findet man in dieser Disziplin keine geeigneten Kriterien zur Erkennung von
Bewusstsein. Hier muss die Psychologie aushelfen. Die Psychologie hat mithilfe
geeigneter Kriterien schon bei zahlreichen Tierarten Bewusstsein nachgewiesen.
Das Hauptkriterium zur Erkennung einer primären Form von Bewusstsein, das
allerdings noch nicht das höhere Ich-Bewusstsein einschließt, ist erstens die
Fähigkeit, sich auf unerwartete Veränderungen der Wirklichkeit einzustellen und
zweitens ein nicht sicher vorhersehbares, eigengesteuertes Verhalten.


Das ist aber genau das, was man an dem Verhalten
von Lichtteilchen oder anderen Quanten feststellen kann, die offensichtlich
selbst entscheiden, welchen Weg sie an einem Strahlenteiler durchlaufen oder
welche Polarisierung sie bei einer Polarisationsmessung annehmen. Es gibt keine
Formeln oder physikalischen Gesetze, anhand derer man dieses Verhalten
vorausberechnen könnte. Man hat nur die Möglichkeit das Verhalten mit einer
gewissen Wahrscheinlichkeit vorauszusagen. Sicherheit gibt es aber nicht. Und
das entspricht beim Kriterium für primäres Bewusstsein, dem nicht sicher
vorhersehbaren, eigengesteuerten Verhalten.


Immer wenn Lichtteilchen sich unbeobachtet
glauben, bilden sie ein Wellenmuster auf dem Beobachtungsschirm beim
Doppelspaltexperiment. Sie sind allerdings sehr eigenwillig: Wenn man nämlich
einzelnen Quanten nachspürt, um mehr zu erfahren, verschwindet das Wellenmuster
und es bleiben nur noch zwei Streifen übrig. Das gleiche gilt, wenn man
abwechselnd einen der Spalte schließt, um mit Sicherheit sagen zu können, durch
welchen Spalt ein bestimmtes Lichtteilchen gegangen ist. Die Quanten stellen
sich auf alle Veränderungen der Wirklichkeit sofort ein. Ein Psychologe würde
aus dem eigenwilligen Verhalten schließen, dass Quanten primäres Bewusstsein
zeigen.


Planck kannte natürlich die grundlegenden
Experimente der Quantenphysik einschließlich des Doppelspalt-Experiments. So
ließ ihn möglicherweise das in den Experimenten offengelegte Verhalten der
Materie zu dem Schluss kommen, dass ein bewusster, intelligenter Geist der
»Urgrund aller Materie« ist. - Klaus-Dieter Sedlacek

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