No-Mind-No-Trouble | Weblog

Ganzheitliches Leben & Bewusstsein

Erschaffen wir unserer Realität selbst?

Geschrieben von Joe Boden • Samstag, 26. Dezember 2009 • Kategorie: Wissenschaft & Forschung

Wer
sich ein wenig in der Esoterik-Szene umsieht, stößt eher früher als
später auf die Idee, dass wir selbst es sind, die unsere Wirklichkeit –
nicht nur die subjektive, sondern auch die "Außenwelt" – kraft unseres
schöpferischen Geistes erschaffen oder zumindest erheblich beeinflussen
können. Bestseller wie die
Seth-Bücher und die Gespräche mit Gott haben diese Sichtweise ebenso populär gemacht wie die Bestellungen beim Universum oder Das LOLA-Prinzip.

Diese
Idee ist natürlich reizvoll, verspricht sie doch die Möglichkeit, die
eigene Wirklichkeit weitaus umfassender zu steuern, als es mit bloßen
äußerlichen Taten möglich wäre – der Weg zum Glück scheint damit nur
mehr eine Frage der gezielten Lenkung der eigenen Schöpferkraft zu
sein, durch die die vielen scheinbaren Zufälle in unserem Leben in die
gewünschte Richtung beeinflusst werden können.

Wie realistisch
ist diese Einschätzung? Und was nicht minder interessant ist: Inwieweit
untermauert die Naturwissenschaft die These vom schöpferischen
Bewusstsein?

Wirft man einen Blick in die moderne Physik, so
stellt sich heraus, dass Wirklichkeit und Bewusstsein tatsächlich kaum
zu trennen sind.
In
der Quantenphysik werden Elementar"teilchen" – die Grundlage der
materiellen Welt – nicht als substantielle Objekte, sondern als
Wahrscheinlichkeitswellen beschrieben.

Erst der Akt der Beobachtung lässt aus einem solchen unscharfen und im
Raum verteilten Gebilde ein reales "Teilchen" an einem bestimmten Ort
entstehen. Wie dieser Übergang vom "Virtuellen" zum "Realen" genau
funktioniert, ist bis heute strittig.

Die am weitesten
verbreitete "Kopenhagener Deutung" wirft gewisse logische Probleme auf,
daher wurden verschiedene alternative Erklärungsmodelle entworfen. Die
vielleicht populärste ist die "Viele-Welten-Deutung", die von der
Existenz zahlloser paralleler Realitäten ausgeht. In jeder dieser
Realitäten haben die Elementarteilchen klar definierte Eigenschaften.
Solange allerdings niemand ganz genau hinsieht, überlagern sich viele
dieser Realitäten zu dem unscharfen Gebilde, das als Quantenwelle
(Wahrscheinlichkeitswelle) bekannt ist. Erst die exakte Beobachtung
einer bestimmten Teilcheneigenschaft zwingt diese zum Erscheinen – mit
anderen Worten: Die alternativen Realitäten werden vom Beobachter
ausgeblendet, so dass nur noch eine übrig bleibt. Der Beobachter hat
diese Wirklichkeit also tatsächlich "erschaffen", indem er sie aus
einer Vielzahl paralleler Realitäten (bewusst oder unbewusst)
"ausgewählt" hat.

Mehrere Realitäten parallel – wie soll das
gehen? Physikalisch ist das kein Problem: Wir benötigen lediglich ein
paar zusätzliche Dimensionen. So wie sich in der dritten Dimension
beliebig viele zweidimensionale Flächen übereinander anordnen lassen
(wie ein Papierstapel), so können in einem höherdimensionalen
"Überraum" tatsächlich beliebig viele dreidimensionale Räume oder eben
auch zahllose Varianten unseres Universums nebeneinander existieren –
ich nenne diesen Raum daher Multiversum. Beziehen wir auch die Zeit ein
(die ja auch nichts anderes als eine Dimension ist), so lassen sich im
Multiversum sämtliche möglichen Entwicklungsgeschichten des Universums
unterbringen.

Wenn
nun unser Bewusstsein tatsächlich Realität erschafft, indem es eine
dieser Varianten als seine erlebte Realität "auswählt", dann können wir
uns das Bewusstsein eines Individuums als einen (körperlosen) reinen
Beobachter vorstellen, der durch das Multiversum wandert und an jeder
Position seines Pfades eine neue Variante der Welt wahrnimmt und damit
als seine persönliche Wirklichkeit (einschließlich seines materiellen
Körpers) erschafft.
Durch
die sinnvolle Anordnung der erlebten Wirklichkeiten auf einem
durchgehenden Pfad entsteht das, was wir als Zeitablauf erleben. Aus
der höherdimensionalen Perspektive hingegen bewegt sich hier
ausschließlich das beobachtende Bewusstsein, während die erlebte
"Außenwelt" ewig konstant bleibt – das Bewusstsein nimmt lediglich in
jedem Moment einen anderen Ausschnitt des Möglichkeitsraumes wahr (so
wie sich die Landschaft beim Blick aus einem fahrenden Zug scheinbar
ständig "verändert", obwohl sie sich nicht wirklich bewegt oder ihre
Form ändert).

Wie steuern wir uns selbst durch diesen Raum der
unbegrenzten Möglichkeiten? Wenn an den "Bestellungen beim Universum"
etwas dran ist, muss ja eine gezielte Navigation möglich sein.
Tatsächlich gibt es wissenschaftlich einwandfreie Untersuchungen, die
einen solchen (gezielten) direkten Einfluss des Bewusstseins auf die
Realität nachweisen: In
Versuchen,
bei denen Probanden per Zufallsprozess erzeugte Zahlen beeinflussen
sollten, wurden statistisch hochsignifikante Verschiebungen des
Mittelwertes nachgewiesen. Zwar war der Effekt so minimal, dass er erst
beim Aufaddieren tausender Versuche sichtbar wurde – dennoch veränderte
sich der Mittelwert bei den meisten Versuchspersonen in die
beabsichtigte Richtung.

Es gibt eine Interpretation der
Quantentheorie – die so genannte transaktionale Deutung –, die, wenn
man sie mit der Idee der parallelen Realitäten kombiniert, ein
interessantes Erklärungsmodell bietet, wie diese gezielte Auswahl
bestimmter Realitätsvarianten funktionieren könnte. Demnach sendet jede
bewusste Beobachtung (also Wahrnehmung) Wellen im Möglichkeitsraum aus,
die sich in die Zukunft und in die Vergangenheit ausbreiten. Trifft nun
eine in die Zukunft laufende Welle auf eine "passende" Welle, die ihr
aus einer der zahllosen möglichen Zukunftsvarianten entgegenkommt (denn
auch in der Zukunft finden ja bewusste Beobachtungen statt, die Wellen
in die Vergangenheit zurücksenden), modulieren sich diese Wellen
rechnerisch so, dass eine hohe Ereigniswahrscheinlichkeit entsteht.
Damit ist für ein Individuum immer diejenige Zukunftsvariante am
wahrscheinlichsten, die inhaltlich zu seiner aktuellen Wahrnehmung in
der Gegenwart passt. So steuert uns unsere eigene Wahrnehmung durch das
Multiversum – wir nehmen wahr, d. h. wir nehmen uns eine Wahrheit, und
zwar immer die, auf die wir unsere bewusste Aufmerksamkeit richten.

Theoretisch
stehen dem wandernden Bewusstein damit alle Möglichkeiten offen, seine
"Außenwelt" und damit sein Schicksal zu wählen – in der Praxis gibt es
jedoch Einschränkungen. Zum einen sind wir offensichtlich so gestrickt,
dass unsere Realität gewissen logischen Anforderungen genügen muss, d.
h. unser Pfad durch das Multiversum darf keine allzu scharfen Kurven
und schon gar keine Sprünge machen, damit unsere Lebensgeschichte
widerspruchsfrei bleibt. Zum anderen stehen wir mit unseren Artgenossen
in einem ständigen (bewussten wie unbewussten) Informationsaustausch,
der dafür sorgt, dass unsere persönlichen Realitäten (die ja durchaus
nicht ganz identisch sind) so weit zusammenpassen, dass wir in einer
gemeinsamen Welt leben können. Mit anderen Worten, wir bewegen uns auf
mehr oder weniger parallelen Pfaden durch das Multiversum.

Unser
gemeinsamer Realitätsrahmen ist damit nichts anderes als die (gewählte)
Wirklichkeit des kollektiven Bewusstseins eines "Gruppenwesens" namens
Menschheit. Dieses wiederum ist wahrscheinlich auch wieder Teil einer
noch umfassenderen Bewusstseinsstruktur, die sich hierarchisch bis hin
zum allumfassenden Bewusstsein aufbaut, das man "Gott" nennen könnte.

Wenn
allerdings diese höchste Bewusstseinsebene alles umfasst, was möglich
ist, so ist sie zugleich vollkommen strukturlos – denn die Überlagerung
aller möglichen Realitäten ergibt, technisch gesprochen, ein "weißes
Rauschen" ohne Informationsgehalt, ähnlich wie die Überlagerung
zahlloser Radiosender auch nur Rauschen im Äther erzeugt. Die
Buddhisten und Taoisten wissen es: Gott, das höchste Prinzip, ist
endlose Leere. Aber, wie Laotse sagt: "Aus der Leere kommen tausend
Dinge" – indem sich das allumfassende Bewusstsein in Teilaspekte
spaltet, die jeweils nur begrenzte Ausschnitte des Multiversums
wahrnehmen (so wie ein Radioempfänger einzelne Sender aus dem Rauschen
herausfiltert), entstehen Strukturen, entsteht erlebte Wirklichkeit.
Somit sind auch wir Aspekte Gottes, die aktiv an der Schöpfung
mitwirken.

Je stabiler ein Aspekt der Wirklichkeit, desto
umfassender ist die Bewusstseinsebene, die für seine Erschaffung
zuständig ist. Die Naturgesetze etwa sind sicherlich keine individuelle
Schöpfung, da sie unseren gesamten Realitätsrahmen zusammenhalten.
Dennoch trägt auch unser individuelles Bewusstsein zur Stabilisierung
unserer Wirklichkeit bei. Ich nenne dieses Prinzip Realostat – wie bei
einem Thermostaten ein Regelkreis die Temperatur konstant hält, gibt es
eine simple Regelschleife, die unsere Außenwelt in normalen Bahnen
hält. Sie beruht auf unserem Glaubenssystem:
Ich
sehe, was ich glaube – und ich glaube, was ich sehe! Wenn aber das, was
wir wahrnehmen, dadurch eigentlich erst erschaffen wird, so ist klar,
dass wir nur das erschaffen können, an das wir glauben – allzu starke
Abweichungen (auch "Wunder" genannt) erklärt unsere Wahrnehmung sofort
für ungültig, und sie verschwinden, meist bevor wir sie überhaupt
richtig bemerkt haben.

Das
heißt aber auch, dass Wunder bei einem entsprechend flexibleren
Glaubenssystem durchaus machbar sind. Nicht nur die zahllosen Berichte
über Wundertäter und Wunderheilungen, sondern auch der Erfolg der
"Bestellungen beim Universum" sprechen dafür, dass es jedem Individuum
im Prinzip möglich ist, die Flexibilität seiner "Außenwelt" zu
erweitern und erstaunliche Ergebnisse zu erschaffen. Das kann bis zur
Aufhebung von Naturgesetzen reichen – hierzu muss das individuelle
Bewusstsein seinen üblichen Rahmen sprengen und auf einer höheren Ebene
wirken. Dies lässt sich im Prinzip bis auf die höchste, "göttliche"
Ebene ausdehnen – das Verschmelzen des individuellen mit dem
allumfassenden Bewusstsein, auch "Erleuchtung" genannt. Da wir Aspekte
Gottes sind, besteht der Unterschied zwischen Mensch und Gott letztlich
"nur" in der Wahrnehmungsperspektive.

Warum
nun fällt es uns meist so schwer, die Wirklichkeit zu erschaffen, die
wir uns wünschen? Warum gelingen "kleine Bestellungen" eher als die
"wirklich wichtigen"? Es ist der Realostat in Gestalt unserer
Überzeugungen, der uns im Wege steht – und diese basieren auf
Funktionen unseres Gehirns.
Aus
welchem Grund auch immer haben wir (als Bewussteinsinstanzen oder
"Seelen") offenbar vor langer Zeit beschlossen, uns eng an materielle
Körper zu binden und unsere Wahrnehmung weitestgehend auf die
Informationen zu beschränken, die das Gehirn dieser Körper aus den über
die Sinnesorgane empfangenen Daten erzeugt.

Unser Gehirn nun
wurde von der Evolution entwickelt, um das Überleben eines
Urmenschenrudels in der Wildnis zu sichern. Dass wir inzwischen in
einer Zivilisation leben, die unser Überleben weitgehend sichert, hat
auf die Gehirnfunktionen wenig Einfluss, da ein paar tausend Jahre
evolutionstechnisch nur ein winziger Zeitraum sind. Wir reagieren nach
wie vor auf das, was unsere Instinkte uns sagen – und diese gehen nach
wie vor von einem gefährlichen Leben in einem kleinen Rudel in der
Wildnis aus. So ist etwa Ablehnung durch einen anderen Menschen
gleichbedeutend mit der Gefahr, aus dem Rudel ausgeschlossen und damit
den Säbelzahntigern ausgeliefert zu sein. Um uns vor solchen Gefahren
zu schützen, erzeugen unsere Instinkte Ängste.

Ängste
wiederum lenken unsere Wahrnehmung auf drohende Gefahren (ob diese nun
real sind oder – wie fast immer in der heutigen Zeit – eingebildet).
Und unsere Wahrnehmung erschafft Realität! Wir können daher noch so oft
einen Lottogewinn beim Universum bestellen – solange dieser Wunsch von
der Angst vor Armut (für unsere Instinkte gleichbedeutend mit
Verhungern oder sozialer Ausgrenzung) oder Fluchtinstinkten vor unserem
Job motiviert ist und nicht von der puren Lust auf Reichtum, wird
unsere Wirklichkeit immer nur das widerspiegeln, was wir eigentlich
loswerden wollen.

Solange
wir also nicht erkennen, dass wir in der heutigen Zeit nicht mehr
wirklich in Gefahr sind (weil uns ein schier endlos großes "Rudel" mit
effektiven Sicherheitsstrukturen und Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung
steht), wird unsere Realität von unseren Ängsten bestimmt. In der Kürze
dieses Beitrags leuchtet das vielleicht nicht ein, aber die neuesten
Ergebnisse der Glücksforschung sprechen klar dafür, dass so gut wie
alle unsere negativen Gefühle auf derartige Irrtümer unseres Gehirns
zurückzuführen sind.

Es nützt also nichts, die Außenwelt durch
herkömmliche oder esoterische Maßnahmen so verändern zu wollen, dass
dadurch unsere Probleme gelöst werden und wir dann endlich glücklich
sein können – es funktioniert nur anders herum: Wenn wir erkennen, dass
wir gar keinen Grund haben, unglücklich zu sein, lösen sich die
"Probleme" (die ja gar keine sind) von selbst auf, und die Außenwelt
passt sich unserer positiven Sichtweise an. Dann werden vielleicht
sogar Wunder möglich – auch wenn wir sie gar nicht brauchen, um
glücklich zu sein.





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Was ist Materie?

Geschrieben von Joe Boden • Donnerstag, 9. Juli 2009 • Kategorie: Wissenschaft & Forschung


Der Nobelpreisträger Max Planck (1858-1947)
war einer der Pioniere der Quantenphysik und deshalb nicht verdächtig einem
esoterischen Weltbild anzuhängen. Er vermutete hinter der Kraft, welche die
Atomteilchen in Schwingung bringt und die Materie zusammenhält »einen bewussten,
intelligenten Geist«. Diesen hielt er für den »Urgrund aller Materie«. Das waren
seine Worte auf einem Vortrag, den er 1944 in Florenz hielt. Er sagte außerdem
noch, dass es »keine Materie an sich gibt«.


Das materialistische Weltbild des 19.
Jahrhunderts, dessen Nachbeben wir bis heute spüren, sah Materie als etwas an,
das aus ewigen, unteilbaren und unvergänglichen Atomen aufgebaut ist. Über das,
was es mit der angeblichen Unteilbarkeit von Atomen auf sich hat, weiß die
Allgemeinheit zumindest seit Hiroshima Bescheid. Was die Allgemeinheit weniger
weiß ist, dass die Atomspaltung nicht nur mit Zerstörung gleichzusetzen ist,
sondern einhergeht mit Erkenntnissen, denen wir das Handy, den CD-Player, den PC
und den Scanner in den Supermarktkassen verdanken. Wie von Zauberhand erscheinen
nach dem Scannen der Ware Preise auf dem Kassendisplay. Welchen Vorstellungen
von der Materie verdanken wir diese Errungenschaften unserer Wissenschaft, die
einen mittelalterlichen Magier zum größten Zauberer seiner Zeit gemacht hätten,
wenn er sie nur hätte vorführen können?


Für die heutige Physik gehört alles zur Materie,
was aus Elektronen und Quarks und zwar aus Up-Quarks und Down-Quarks aufgebaut
ist. Das muss man erst einmal verinnerlichen: Materie ist alles, was aus nur
drei elementaren Bestandteilen besteht! Egal ob Gold, Blei, Wasserstoff oder
Kohlenstoff. Egal ob ein Holzstuhl oder ein Hamburger. Alles besteht nur aus
drei sogenannten Elementarteilchen: den Elektronen und zwei Sorten Quarks.


Elektronen kann man leicht erzeugen und
beobachten. Die alten Röhrenfernseher liefern ein Zeugnis davon. Bei den Quarks
ist das anders. Noch nie hat jemand Quarks beobachten, geschweige denn vorführen
können. Und dennoch sollen die Protonen und Neutronen im Kern des Atoms aus
diesen Quarks bestehen. Die Physiker schließen auf die Existenz von Quarks
aufgrund von Beobachtungen, die sie machen, wenn sie in den
Teilchenbeschleunigern wie CERN Protonen des Atomkerns mit anderen Teilchen und
hoher Geschwindigkeit zusammenstoßen lassen. Das ist so, als würde man davon
ausgehen, dass ein Fliegengewichtsboxer, der ein Schwergewicht K. O. schlägt,
ein Hufeisen in seinem Boxhandschuh versteckt habe. Bevor man nicht in den
Boxhandschuh reinschauen kann, weiß man es aber nicht.


Noch seltsamer mutet einem die Vorstellung von
Materie an, wenn man weiß, dass Atome fast ausschließlich aus leerem Raum
bestehen. Der Atomkern, in dem man die Protonen mit den Quarks finden kann,
macht höchstens den zehntausendsten Teil des Atomdurchmessers aus. Der Raum um
den Kern herum ist der Bereich, für den es eine größere Wahrscheinlichkeit gibt,
dass man dort ein Elektron findet. Aber das gilt nicht als sicher. Die Regeln
der Quantenphysik besagen, dass man das Elektron eines bestimmten Atoms genauso
gut auch in New York oder sonst wo im Weltall finden kann, wenn auch mit sehr
geringer Wahrscheinlichkeit. Aber unmöglich ist es nicht.


Völlig unerklärlich ist, dass Atome, Elektronen
oder Protonen bei bestimmten Untersuchungen überhaupt nichts Materielles mehr an
sich haben. Sie scheinen Welleneigenschaft zu besitzen und auf dem
Beobachtungsschirm tauchen Wellenmuster auf. So verflüchtigt sich auf einmal das
noch verbliebene Materielle an der Materie. Wenn es »keine Materie an sich
gibt«, wie Planck sagte, was ist es dann, was die Materie ausmacht? Ist es eine
Art Geist?


Eine Form von Geist, der in der Materie steckt,
ist Information. Das kann man sich klar machen, wenn man ein Beispiel
betrachtet, das drei Bausteine zum Gegenstand hat und damit dem Aufbau der Atome
aus drei Elementarteilchen entspricht. Beispielsweise kann man sich zwei Kinder,
einen Jungen und ein Mädchen vorstellen. Sie besitzen einen Eimer voll mit
Lego-Bausteinen. Es sind drei Sorten Steine, nämlich solche mit zwei, vier und
acht Noppen. Aus diesen Steinen baut das Mädchen ein kleines Puppenhaus mit zwei
Zimmern, Möbeln, Ofen usw. Der Junge baut dagegen eine große Burg mit mächtigen
Mauern, Zinnen, Toröffnung und Graben.


Die Frage ist nun, worin sich Puppenhaus und Burg
unterscheiden? Beide Bauwerke sind aus den gleichen Steinen hergestellt. Die
einzige Unterscheidung zwischen Puppenhaus und Burg ist die Zahl und Anordnung
der Steine. Das gleiche gilt für unsere Welt, in der die unterschiedlichen
Elemente Gold, Blei, Wasserstoff oder Kohlenstoff usw. sich nur in der Zahl und
Anordnung der Elementarteilchen unterscheiden. Da alle Materie aus den Elementen
aufgebaut ist, unterscheidet sich alles, was materiell existiert nur durch die
Zahl und Anordnung der Elementarteilchen.


Die Anordnung ist nichts anderes als Information.
Die Formen, anhand denen man erkennt, ob es sich um ein Puppenhaus oder eine
Burg handelt, sind Informationen und auch die unterschiedlichen Formen und
Muster der materiellen Welt sind alles Informationen. Aber Information ist
sicher nicht der Geist, den Planck meinte. Denn Information ist nichts
Lebendiges. Information ist passiv. Planck sprach dagegen von einem bewussten,
intelligenten Geist und ein bewusster Geist ist etwas Lebendiges.


Einen Hinweis auf diesen bewussten Geist finden
wir in der Interpretation der physikalischen Experimente mit Quanten. Quanten
sind winzige Energiepakete, die sich je nach Art der Messung als Wellen oder
Teilchen zeigen. Wegen dieses Verhaltens gelten Atome, Elektronen, Photonen
(Lichtteilchen) und dergleichen - gleichgültig, ob die Objekte zur Materie
zählen oder nicht - alle als Quanten. Zu einem der wichtigsten Experimente der
Quantenphysik gehört jenes, bei dem man Lichtteilchen oder Elektronen auf eine
Wand schickt, in der sich ein kleiner Doppelspalt befindet. Dahinter fängt man
auf einem Beobachtungsschirm auf, was durch die Spalte hindurchkommt. Auf diese
Weise beobachtet man das Verhalten der Quantenobjekte und kann es
interpretieren.


Um Bewusstsein bei Quanten feststellen zu können,
muss man wissen, anhand welcher Kriterien man Bewusstsein überhaupt feststellen
kann. Bewusstsein ist kein Untersuchungsgegenstand der Quantenphysik. Deshalb
findet man in dieser Disziplin keine geeigneten Kriterien zur Erkennung von
Bewusstsein. Hier muss die Psychologie aushelfen. Die Psychologie hat mithilfe
geeigneter Kriterien schon bei zahlreichen Tierarten Bewusstsein nachgewiesen.
Das Hauptkriterium zur Erkennung einer primären Form von Bewusstsein, das
allerdings noch nicht das höhere Ich-Bewusstsein einschließt, ist erstens die
Fähigkeit, sich auf unerwartete Veränderungen der Wirklichkeit einzustellen und
zweitens ein nicht sicher vorhersehbares, eigengesteuertes Verhalten.


Das ist aber genau das, was man an dem Verhalten
von Lichtteilchen oder anderen Quanten feststellen kann, die offensichtlich
selbst entscheiden, welchen Weg sie an einem Strahlenteiler durchlaufen oder
welche Polarisierung sie bei einer Polarisationsmessung annehmen. Es gibt keine
Formeln oder physikalischen Gesetze, anhand derer man dieses Verhalten
vorausberechnen könnte. Man hat nur die Möglichkeit das Verhalten mit einer
gewissen Wahrscheinlichkeit vorauszusagen. Sicherheit gibt es aber nicht. Und
das entspricht beim Kriterium für primäres Bewusstsein, dem nicht sicher
vorhersehbaren, eigengesteuerten Verhalten.


Immer wenn Lichtteilchen sich unbeobachtet
glauben, bilden sie ein Wellenmuster auf dem Beobachtungsschirm beim
Doppelspaltexperiment. Sie sind allerdings sehr eigenwillig: Wenn man nämlich
einzelnen Quanten nachspürt, um mehr zu erfahren, verschwindet das Wellenmuster
und es bleiben nur noch zwei Streifen übrig. Das gleiche gilt, wenn man
abwechselnd einen der Spalte schließt, um mit Sicherheit sagen zu können, durch
welchen Spalt ein bestimmtes Lichtteilchen gegangen ist. Die Quanten stellen
sich auf alle Veränderungen der Wirklichkeit sofort ein. Ein Psychologe würde
aus dem eigenwilligen Verhalten schließen, dass Quanten primäres Bewusstsein
zeigen.


Planck kannte natürlich die grundlegenden
Experimente der Quantenphysik einschließlich des Doppelspalt-Experiments. So
ließ ihn möglicherweise das in den Experimenten offengelegte Verhalten der
Materie zu dem Schluss kommen, dass ein bewusster, intelligenter Geist der
»Urgrund aller Materie« ist. - Klaus-Dieter Sedlacek

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Medizin-Weltpremiere - Zürcher Forscher erfinden HirnOP ohne Narkose dank Ultraschall

Geschrieben von Joe Boden • Mittwoch, 24. Juni 2009 • Kategorie: Alles was hilft, Wissenschaft & Forschung
Schweizer Wissenschaftler entwickelten eine Operation, die eigentlich gar keine ist: Mittels Ultraschall ist es ihnen gelungen, eine Hirn-OP durchzuführen - ohne die Schädeldecke des Patienten dabei öffnen zu müssen.

1


Der Eingriff ohne Eingriff: Ultraschall-Wellen sollen es im Gehirn zukünftig richten.
(Bild: Keystone)

Es handle sich um eine Weltpremiere, teilte die Universität Zürich am Montag mit: Der sogenannten Hochenergie-Ultraschall werde zwar seit einigen Jahren bereits in der Gynäkologie und bei Prostatatumoren eingesetzt, um erkranktes Gewebe zu veröden. Doch bislang war es unmöglich, das Verfahren durch die Schädeldecke hindurch anzuwenden.

Eine Forschungsgruppe um Daniel Jeanmonod von der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsspitals Zürich und Ernst Martin vom Magnetresonanz-Zentrum der Universitäts-Kinderklinik hat nun ein Verfahren entwickelt, das gänzlich nicht-invasive Hirnoperationen ermöglicht.

Eingriff ohne Narkose

Seit September 2008 wurden damit in einer klinischen Studie zehn Erwachsene operiert. Alle Eingriffe seien erfolgreich und ohne Komplikationen verlaufen, heisst es im Communiqué. Die Operationen erfolgen ohne Narkose, bei vollem Bewusstsein des Patienten und können ambulant durchgeführt werden.

Die Patienten hätten unter neuropathischen Schmerzen gelitten, sagte Ernst Martin auf Anfrage. Solche Schmerzen können zum Beispiel bei querschnittgelähmten Menschen auftreten oder bei Patienten, denen eine Gliedmasse amputiert werden musste.

Hirnareale stilllegen

Aus der Peripherie gelangen bei den Betroffenen keine Signale mehr ins Hirn, was dazu führen kann, dass die dortigen Nerven Reize aussenden, die Schmerzen verursachen. Weil bekannt sei, um welche Hirnareale es sich handle, habe man sie per Ultraschall stilllegen können, sagte Martin.

In einem Projekt im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunkts Co-Me wollen die Forscher die Technik nun weiterentwickeln. Sie hoffen, damit künftig ein breites Spektrum von nicht-invasiven Behandlungen anbieten zu können: zum Beispiel von Hirntumoren, Schlaganfällen oder reversiblen Öffnungen der Bluthirnschranke.

Bis zu 60 Grad

Die Ultraschall-Hirnoperationen der Zürcher Forscher werden in einem klinischen, bildgebenden Magnetresonanzsystem geplant und überwacht. Laut Martin werden von insgesamt 1024 Utraschallsendern auf einer ganz bestimmten Frequenz hochenergetische Schallwellen durch die intakte Schädeldecke ins Gehirn geschickt.

Dort wird der Ultraschall in einem Brennpunkt von drei bis vier Millimetern Durchmesser konzentriert. Durch den Schall werden die festgelegten Hirnteile auf bis zu 60 Grad erhitzt und dadurch abgetötet. Der Temperaturanstieg wird während dem Eingriff auf Magnetresonanz-Wärmekarten fortlaufend präzise dargestellt und kontrolliert. | Top Exits (0)
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Neuer Wirkstoff gegen Angst- Und Panikattacken entdeckt

Geschrieben von Joe Boden • Donnerstag, 18. Juni 2009 • Kategorie: Alles was hilft, Wissenschaft & Forschung
Jeder siebte Bundesbürger entwickelt im Laufe
seines Lebens eine Angsterkrankung, die therapiert werden muss. Gängige
angstlösende Medikamente (Anxiolytika) basieren auf der Wirkstoffklasse
der Benzodiazepine. Diese beruhigen die Patienten und verringern rasch
die Angstgefühle. Unerwünschte Nebenwirkungen, wie Müdigkeit,
Medikamententoleranz und Entzugsprobleme machen eine langfristige
Einnahme jedoch problematisch. Wissenschaftler um Rainer Rupprecht,
Fellow am Münchner Max-Planck-Institut für Psychiatrie, konnten nun
erstmals den Nachweis erbringen, dass über einen neuartigen Mechanismus
auf der Grundlage von Neurosteroiden, welche sich vom Hormon
Progesteron ableiten, neue Anxiolytika entwickelt werden können. Ein
solches Medikament zeigte im Tierexperiment sowie in einer klinischen
Studie deutlich weniger Nebenwirkungen. (Science Express 18. Juni 2009)


Wenn Angstgefühle ein normales Maß übersteigen und ohne erkennbaren
Grund auftreten, kann eine Angsterkrankung vorliegen. Betroffene leiden
meist erheblich im privaten und beruflichen Leben. Neben Psychotherapie
und Antidepressiva, welche erst nach längerer Zeit wirken, können
Benzodiazepine meist kurzfristig und schnell die Angst dämpfen. Bei
längerer Einnahme treten jedoch erhebliche Nebenwirkungen wie
Toleranzentwicklung, Abhängigkeit und Entzugsprobleme auf.


Auf der Suche nach neuen Wirkmechanismen von Antidepressiva und
Anxiolytika forschen Florian Holsboer und Rainer Rupprecht vom Münchner
Max-Planck-Institut für Psychiatrie seit Jahren daran, wie
Neurosteroide, die neuronale Kommunikation im Gehirn beeinflussen. In
Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der
Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Pharmakonzern Novartis
in Basel, untersuchten sie nun die Wirkung einer neuen Substanzklasse.
Die Substanz XBD173 beeinflusste dabei positiv die Synthese von
körpereigenen Neurosteroiden und bewirkte so die Dämpfung neuronaler
Kommunikation, wie die Wissenschaftler mithilfe von Gehirngewebe der
Maus nachweisen konnten. Auch auf der Verhaltensebene zeigte XBD173 im
Tiermodell eine angstlösende Wirkung, ohne dass sedierende Effekte, wie
sie vergleichsweise bei Benzodiazepinen auftraten, beobachtet werden
konnten. "Ich bin hoch erfreut, dass unsere bereits vor Jahren
entwickelte Hypothese, durch Beeinflussung von körpereigenen
Neurosteroiden angstlösende Wirkungen zu erzielen, heute ihre
wissenschaftliche Bestätigung erfährt," sagt Florian Holsboer zu diesen
neuesten Befunden.


Um die Wirkung von XBD173 erstmals beim Menschen zu prüfen,
konzipierten beteiligte Ärzte eine klinische Studie, bei der 70
gesunde, freiwillige Versuchspersonen getestet wurden. Den Probanden
wurde das das Neuropeptidfragment CCK-4 gespritzt, das für zwei bis
fünf Minuten eine kurze Angst- und Panikattacke auslöste. Erhielten die
Probanden XBD173 war die Angst nicht mehr entsprechend auslösbar. Auch
das Benzodiazepin Alprazolam dämpfte die Angstgefühle. Hier berichteten
die Versuchsteilnehmer jedoch - im Gegensatz zu XBD173 - über
unerwünschte Müdigkeit nach Einnahme und Entzugssymptome nach Absetzen
des Präparats.


Die Forscher haben somit über die Stimulierung der Neurosteroidsynthese
mittels des Translokator-Proteins 18 einen neuen Mechanismus zur
Behandlung von Angsterkrankungen entdeckt, der ein günstigeres
Nebenwirkungsprofil als Benzodiazepine aufweist. Darüber hinaus wurden
die Rahmenbedingungen definiert, wie solche Studien auch an gesunden
Versuchspersonen durchgeführt werden können. "Der erfolgreiche Einsatz
eines experimentell induzierbaren Angstmodells bei gesunden Probanden
erleichtert zukünftig die Entwicklung neuartiger Anxiolytika, da
Wirkstoffprüfungen in ihrer frühen Phase nicht unbedingt am Patienten
durchgeführt werden müssen", sagt Rainer Rupprecht. Dabei sei ihm
bewusst, dass die Erkenntnisse, die an Gesunden gewonnen werden, nicht
1:1 auf Patienten übertragen werden könnten. "Sie ersetzen nicht die
nötigen Zulassungstests an Patientenkollektiven."


Originalarbeit:

Rainer Rupprecht, Gerhard Rammes, Daniela Eser, Thomas C. Baghai,
Cornelius Schüle, Caroline Nothdurfter, Thomas Troxler, Conrad Gentsch,
Hans O. Kalkman, Frederique Chaperon, Veska Uzunov, Kevin H.
McAllister, Valerie Bertaina-Anglade, Christophe Drieu La Rochelle,
Dietrich Tuerck, Annette Floesser, Beate Kiese, Michael Schumacher,
Rainer Landgraf, Florian Holsboer, Klaus Kucher:

Translocator Protein (18 kDa) as Target for Anxiolytics Without Benzodiazepine-Like Side Effects

Science (2009), Online-Vorabpublikation Science Express 18. Juni 2009


Kontakt:

Dr. Barbara Meyer, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

Max-Planck-Institut für Psychiatrie

+49 89 30622-616

bmeyer@mpipsykl.mpg.de




URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news321268
















Wie funktioniert das Gehirn bei einer Panikstörung?



Die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) erlaubt Einblicke







Patienten
mit einer Panikstörung erleben ohne erkennbaren Auslöser wiederholt
Zustände massiver Angst, die oft von Herzrasen, Atemnot und Übelkeit
begleitet werden. Tatsächlich werden diese Sinneseindrücke durch
Fehlleistungen des Gehirns ausgelöst. Wissenschaftler des
Max-Planck-Instituts für Psychiatrie untersuchten nun mithilfe der
funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) Hirnregionen, die an der
Verarbeitung emotionaler Information beteiligt sind. Im Vergleich zu
gesunden Probanden zeigen Patienten mit einer remittierten Panikstörung
eine verstärkte Aktivierung des Mandelkerns, einer Hirnregion, die für
die Auslösung einer Furchtreaktion die Schlüsselrolle spielt.
Interessanterweise tritt diese Überaktivität parallel mit einer
verminderten Aktivierung des zingulären und präfrontalen Kortex auf.
Panikattacken entstehen offensichtlich dadurch, dass diese höheren
Steuerregionen ihre kontrollierende Funktion bei der
Gefahreneinschätzung nicht ausreichend wahrnehmen können. (PLoS ONE,
Online-Vorabpublikation 20. Mai 2009)



Abb. 1 Den
freiwilligen Testpersonen wurden Bilder von Gesichtern gezeigt, die
entweder mit einem passenden oder unpassenden Begriff kombiniert waren


Bild: Max-Planck-Institut für Psychiatrie


Bei der Panikstörung kommt es zum schlagartigen Ausbrechen von
intensiven Angstgefühlen, ohne dass eine objektive Gefahr erkennbar
ist. Die Angst kann sich zu Todesangst steigern und von zahlreichen
körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Atemnot, Schweißausbrüchen oder
Übelkeit begleitet sein. Die Erkrankung tritt bei ein bis vier Prozent
der Bevölkerung auf, wobei der Krankheitsausbruch meistens zwischen 20
und 40 Jahren liegt. Die Patienten sind häufig schwer beeinträchtigt.
Zu den Symptomen der Panikstörung treten häufig Vermeidungsreaktionen,
wie Agoraphobie - der Angst vor offenen Plätzen - mit Rückzugsverhalten
und depressiven Reaktionen hinzu. In Extremfällen sind Patienten nicht
mehr in der Lage, ihre Wohnung zu verlassen.

Bis
heute sind die eigentlichen Ursachen der Panikstörung weitgehend
unbekannt. Wegen der starken vegetativen körperlichen Reaktionen
während der Panikattacke stand bisher ein neuronales Netzwerk im Gehirn
im Zentrum des Interesses, das für die Erkennung der emotionalen
Bedeutung eines Reizes und der Entstehung eines erregten Zustands
verantwortlich ist. Dieses Netzwerk umfasst vor allem den Mandelkern
und den vorderen zingulären Kortex.

n der aktuellen Studie
untersuchten Dr. Sämann und seine Mitarbeiter mittels fMRT, inwieweit
sich bei Patienten mit Panikstörung die Verarbeitung emotionaler Reize
von gesunden Kontrollpersonen unterscheidet. Hierbei wurde Wert darauf
gelegt, dass die Patienten im Zeitraum vor der Untersuchung frei von
Panikattacken waren.

Während der zirka 20-minütigen
Untersuchung wurden Bilder von Gesichtern gezeigt, die entweder mit
einem passenden oder unpassenden Begriff kombiniert waren (siehe
Abbildung 1). Die Testpersonen sollten per Tastendruck angeben, ob Text
und Bild übereinstimmten oder nicht. Dabei waren sie angewiesen,
vorwiegend auf den Gesichtsausdruck zu achten und soweit wie möglich
den Wortgehalt zu ignorieren.

Eine leichte Irritation durch
widersprüchliche Bild/Wort-Paare ist bei solchen Experimenten ein
bekanntes Phänomen, das sich in einer verlangsamten Antwort
niederschlägt. Patienten zeigen dieses Phänomen jedoch stärker als
Gesunde. Außerdem treten bei Patienten deutliche Unterschiede in der
Hirnaktivierung auf: Sie verringerten dann die Aktivität der
Kontrollregionen im präfrontalen Kortex und reagierten mit einer
Mehraktivierung des Mandelkerns, wenn ein widersprüchliches
Bild/Wort-Paar vorausging. Je größer die Mehraktivierung ausfiel, desto
stärker verzögerte sich die Antwort des Patienten - einer von mehreren
Hinweisen, dass diese Erregung des Gehirns keine erfolgreiche
Kompensation, sondern eher eine Fehlleistung darstellt.
Interessanterweise zeigte sich ein gegensätzliches Bild beim Patienten,
wenn ein übereinstimmendes Bild/Wort-Paar vorausging. Dann war die
Aktivität der Kontrollregionen eher stärker als bei Gesunden.



Abb. 2 Die
farblich hervorgehobenen Regionen markieren die reduzierte Aktivierung
des zingulären und präfrontalen Kortex, sowie die Mehraktivierung des
Mandelkerns und des Hirnstamms bei Patienten gegenüber gesunden
Kontrollpersonen während der Verarbeitung emotionaler Bilder.


Bild: Max-Planck-Institut für Psychiatrie


Diese veränderten Aktivierungsmuster deuten auf eine instabile Reaktion
derjenigen Hirnregionen hin, die normalerweise die Reaktion des
Furchtsystems auf emotionale Reize regulieren. Die neuen Erkenntnisse
helfen zu erklären, warum pharmakologische Substanzen, die vor allem
mittelfristig die Reaktion limbischer und präfrontaler Hirnregionen
beeinflussen, wie beispielsweise Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, bei
der Panikstörung erfolgreich Wirkung zeigen.

[BM/BA


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Wenn Angst krank macht

Geschrieben von Joe Boden • Donnerstag, 11. Juni 2009 • Kategorie: Selbstergründung & Psychotherapie, Videobeiträge, Wissenschaft & Forschung
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Illusion der Freiheit - eine wissenschaftlliche Betrachtung

Geschrieben von Joe Boden • Mittwoch, 10. Juni 2009 • Kategorie: Videobeiträge, Wissenschaft & Forschung
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Gerhard Roth - Der freie Wille, eine Illusion?

Geschrieben von Joe Boden • Dienstag, 9. Juni 2009 • Kategorie: Videobeiträge, Wissenschaft & Forschung


http://de.sevenload.com/sendungen/Trendforum/folgen/SeJnFx9-Gerhard-Roth-Der-freie-Wille-eine-Illusion



Leider kann dieses höcht spannede und informative wissenschaftlliche 45minütige Video, welches unsere Gehirnfunktionen sehr


illustrativ erklärt, nicht per Video hier eingebunden werden. Bitte kopieren sie zum Anschauen vorstehend Link in Ihrer Browser.

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