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Ganzheitliches Leben & Bewusstsein

Nahtod-Erfahrungen: Forschung zwischen Leben und Tod

Geschrieben von Joe Boden • Dienstag, 29. September 2009 • Kategorie: Besondere Menschen, Lebensmodelle, Experimente, Erfahrungen

Sie sehen das Licht am Ende des Tunnels - oder wie sie
wiederbelebt werden: Immer wieder berichten Menschen, die beinahe gestorben
wären, von Nahtoderfahrungen. Der Arzt Pim van Lommel erforscht das Phänomen.



Zur Person Pim van Lommel, 66, ist Kardiologe und
Nahtodforscher. Vor kurzem ist sein Buch "Endloses Bewusstsein" (Patmos-Verlag)
erschienen


Herr van Lommel, Sie sind vielen Menschen begegnet, die auf der
Intensivstation dem Tod knapp entronnen sind und völlig verändert zurück
kehrten. Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Begegnung?


Wie könnte ich das vergessen! Ich arbeitete damals als junger
Assistenzarzt auf der Intensivstation. Ein 55 Jahre alter Patient erlitt drei
Tage nach seinem Herzinfarkt plötzlich einen Herzstillstand. Damals, Ende der
60er Jahre, war es erstmals möglich, Menschen mit Hilfe von Defibrillatoren
wiederzubeleben. Bei meinem Patienten war es nicht einfach: sein Herz begann
erst nach dem zweiten Versuch wieder zu schlagen. Wir waren sehr erleichtert -
er selbst dagegen war sehr enttäuscht.


Er freute sich nicht, noch am Leben zu sein?


Er war sogar sehr unglücklich darüber. Der Mann war vier Minuten
bewusstlos gewesen und erzählte mir nach seinem Aufwachen begeistert von
Lichtern, von Musik, von wunderschönen Landschaften, die er gesehen, von tiefem
Frieden, den er erlebt hatte. Das kam für mich sehr unerwartet.




Warum?


Ich wusste, dass sein Gehirn während des Herzstillstands keinen
Sauerstoff erhalten hatte. Es konnte also nicht aktiv gewesen sein. Dass der
Patient dennoch etwas erlebt hatte, passte nicht in die herkömmlichen Theorien
der Wissenschaft. Hatte ich als Mediziner doch gelernt, dass es unmöglich ist,
bei Bewusstlosigkeit etwas wahrzunehmen!


Dachten Sie, der arme Mann hat den Verstand verloren?


Dachten Sie, der arme Mann hat den Verstand verloren? Im
Gegenteil, ich spürte, dass er sehr aufgewühlt war, dass es ihm schwer fiel,
seine Erlebnisse zu akzeptieren. Mir wurde klar: Hier geht es um eine
Wirklichkeit, die größer ist als das normale Leben. Um ein Bewusstsein, das
jenseits unseres Körpers, unabhängig von unserem Gehirn existiert. Eben jenes
Bewusstsein, das ich nun in meinem Buch "Endloses
Bewusstsein"
beschrieben habe.


Zunächst aber sahen Sie sich das Phänomen der Nahtoderfahrung genauer an.


Damals wusste man nur sehr wenig über dieses Phänomen, und alle
Erklärungen - die Nahtoderfahrung als Folge von einem Sauerstoffmangel im
Gehirn, Medikamentennebenwirkungen oder extremer Todesangst - überzeugten mich
nicht. Gemeinsam mit meinen Kollegen beschloss ich, diese Erlebnisse von Grund
auf zu erforschen: Wir wollten herausfinden, wie viele Menschen so eine
Erfahrung machen, was sie erleben und warum. Darum begannen wir 1988 Patienten,
die einen Herzstillstand überlebt hatten, möglichst bald nach der Wiederbelebung
nach ihren Eindrücken zu befragen.


Wie viele von ihnen erlebten eine Nahtoderfahrung?


Innerhalb von vier Jahren haben wir in zehn Kliniken insgesamt 344
Patienten nach einem Herzstillstand befragt. 62 von ihnen hatten eine
Nahtoderfahrung durchlebt. Das bedeutet, dass etwa 18 Prozent aller Patienten
mit einem Herzstillstand davon berichten. Doch tritt das Phänomen auch bei
anderen lebensbedrohlichen Erkrankungen auf. Wie oft, weiß bislang niemand.
Interessant ist allerdings, dass eine Nahtoderfahrung umso wahrscheinlicher ist,
desto jünger der Patient ist. Studien ergaben, dass 70 Prozent der Kinder, die
dem Tod knapp entrinnen, eine solche erleben.


Was berichten die Patienten?


Die Erlebnisse sind sehr unterschiedlich: Manche sehen ein helles
Licht am Ende eines Tunnels, manche hören Musik, andere berichten von schönen
Landschaften oder erleben einen tiefen inneren Frieden. Ab und zu berichten die
Patienten von einer außerkörperlichen Erfahrung. Sie betrachten sich selbst von
oben und beobachten zum Beispiel die Notoperation, die ihnen das Leben rettet.
Besonders beeindruckend war für mich der Bericht über einen Patienten mit einer
Zahnprothese


Was war an ihm so Besonderes?


Er konnte sich an seine eigene Wiederbelebung erinnern. Ein
Krankenpfleger hatte seine Zahnprothese herausgenommen, um den Beatmungsschlauch
einzuführen. Als der Patient eine Woche später aus dem Koma erwachte, erkannte
er sofort den Pfleger wieder. "Sie wissen, wo meine Zahnprothese ist!", rief der
Mann. Wir waren bis dahin nicht sicher, ob die Nahtoderfahrung tatsächlich bei
Bewusstlosigkeit erlebt wird oder vielleicht in den Sekunden vor oder nach dem
Herzstillstand. Der Patient brachte uns den Beweis.


Das könnte Zufall gewesen sein.


Nein, niemals! Der Patient wusste, wo die Prothese lag. Er wusste,
wie das Wiederbelebungszimmer aussah, er konnte den Instrumentenwagen im Detail
beschreiben. Und er hatte den Raum später nachweislich nicht mehr betreten.


Dennoch würde jeder Wissenschaftler den Bericht als Anekdote abtun.


Theoretisch haben Sie Recht, aber ich kenne eine Vielzahl
ähnlicher Anekdoten. Ich habe mit Hunderten von Menschen gesprochen, die eine
Nahtoderfahrung erlebt haben. Sie erinnerten sich an Details, die sie unmöglich
wissen konnten. Details, die von der Familie, von Ärzten und Krankenschwestern
nachträglich bestätigt wurden.


Ein Beweis ist das noch lange nicht. Dabei hatten Sie in Ihrer Studie
versucht, einen Beleg zu erbringen.


Wir hatten in einem der Operationssäle oben auf den OP-Lampen
Zeichen angebracht, ein rotes Kreuz oder einen grünen Kreis. Wir hofften, dass
Patienten mit einer außerkörperlichen Nahtoderfahrung die Zeichen sehen und
davon berichten würden. Doch leider hatte ausgerechnet in diesem OP-Saal kein
einziger der wiederbelebten Patienten ein solches Erlebnis.


Wäre es nicht sinnvoll, das Experiment zu wiederholen?


Da bin ich sehr zurückhaltend. Eine Nahtoderfahrung ist ein
äußerst intensives, emotionales Erlebnis. Ich fürchte, dass die Patienten das
Zeichen einfach übersehen würden, weil sie so ergriffen wären von dem, was sie
fühlen, beobachten und hören.


Dennoch würde ein solcher Nachweis viele Ihrer kritischen Kollegen
überzeugen.


Das glaube ich nicht. Würde einer unserer Patienten ein Zeichen
entdecken, würden meine Kollegen zehn weitere Fälle verlangen. Hätten wir zehn,
würden sie hundert einfordern. Nein, wir haben bereits genug Informationen. Wir
wissen jetzt, dass auch ein bewusstloser Mensch sehr viel wahrnehmen kann.


Ihre Studienergebnisse sorgten im Jahr 2001 für viel Aufmerksamkeit, zum
Teil mussten Sie harte Kritik einstecken. Ein Kollege aus Belgien etwa
bezeichnete Ihre Forschung als Teufelszeug.


Diese Art von Kritik sagt meiner Ansicht nach mehr über die
Menschen als über meine Studie. Dahinter steckt meiner Meinung nach die Angst,
das eigene Weltbild zu verlieren. Man muss offen bleiben, für alle möglichen
Erklärungen, auch bei der Nahtodforschung.


Was meinen Sie damit?


Obwohl bei einer Nahtoderfahrung das Gehirn nicht mit Sauerstoff
versorgt wird, haben Patienten diese außergewöhnlichen Erlebnisse. Das kann nur
bedeuten, dass unser Bewusstsein nicht im Gehirn entsteht. Gegen diese Hypothese
wehren sich allerdings viele meiner Kollegen, weil es nicht in ihr
wissenschaftliches Konzept passt. Mehr als 95 Prozent der Wissenschaftler sind
davon überzeugt, dass das Bewusstsein ein Produkt unseres Gehirns ist. Würde
ihre Hypothese stimmen, wären Nahtoderfahrungen unmöglich.


Vielleicht verstehen wir unser Gehirn noch nicht gut genug.


Genau so argumentieren auch meine kritischen Kollegen. Erst in
zehn, zwanzig oder vielleicht fünfzig Jahren werden wir es begreifen können,
heißt es dann. Tatsächlich sind unsere Messmethoden noch sehr grob: Trotz
moderner Verfahren wie der funktionellen Kernspintomographie betrachten wir
Veränderungen des Hirnstoffwechsels noch in Zeitabständen von ein bis zwei
Sekunden. Dabei verändert sich die Hirnaktivität jede Millisekunde. Das ist als
ob Sie in einem Buch nur jeden Tausendsten Buchstaben lesen würden. Allerdings
werden uns präzisere Messverfahren auch nicht weiterbringen. Denn die Annahmen,
die der Forschung zugrunde liegen, stimmen nicht.


Was muss passieren?


Es muss ein Umdenken stattfinden, ähnlich wie einst in der Physik.
Über Hunderte von Jahre hatte die klassische Physik ausgereicht, um etwa zu
erklären, warum ein Apfel vom Baum fällt. Dann jedoch haben immer genauere
Messmethoden gezeigt, dass die klassischen Modelle nicht ausreichen, um zum
Beispiel das Verhalten von Elektronen zu erklären. Nur mit Hilfe der
Quantenphysik war dies möglich - mit Konzepten also, die unsere
Vorstellungskraft oft übersteigen.



Was bedeutet das für die Forschung?


Das wir uns eingestehen sollten, dass die Entstehung unseres
Bewusstseins noch ein Rätsel ist. Und die Aufgabe der Wissenschaft ist es,
Fragen zu stellen, offen zu sein, für neue Hypothesen. Bislang basieren jedoch
alle Studien auf der Hypothese, dass das Bewusstsein ein Produkt unseres Gehirns
ist. Dabei wissen wir noch so wenig. Wir wissen nicht, warum Bewusstsein
entsteht, wir wissen nicht, woher es kommt. Wir müssen ganz neu nachdenken, um
eine neue Theorie über die Ursache von Nahtoderfahrungen zu entwickeln.


Woran denken Sie genau?


Eines der wichtigsten Konzepte der Quantenphysik besagt, dass
Teilchen über eine große Entfernung hinweg augenblicklich aufeinander einwirken
können. Man nennt das Nicht-Lokalität, und gemeint ist damit ein Raum, in dem es
keine Materie gibt, in dem Zeit und Distanz keine Rolle spielen. Dieser
nicht-lokale Raum könnte die Grundlage unseres Bewusstseins bilden. Ein
Bewusstsein also, dass jenseits unseres Gehirns existiert, auch wenn dies schwer
vorzustellen ist.


Ist das die Botschaft Ihres Buchs?


Ich habe keine Botschaft, und ich werde auch nicht versuchen,
jemanden von meiner Hypothese zu überzeugen. Wer möchte, kann mein Buch lesen.
Das Problem mit vielen Kritikern ist: Sie haben es nicht einmal angesehen, und
sie kennen auch nicht die 300 wissenschaftlichen Artikel, auf die ich im Text
verweise. Wenn sie stattdessen behaupten, ich würde fantasieren, dann ist das
ihr Problem. Auch wenn das für mich schwer zu ertragen ist.


Wie entsteht Ihrer Ansicht nach unser Bewusstsein?


Ich glaube, dass es bereits vor der Geburt eines Menschen
existiert und auch nach seinem Tod fortbesteht. Alle Erfahrungen, die jemand im
Laufe seines Lebens macht, werden dort gespeichert. Auch die Emotionen und
Gedanken anderer Menschen fließen in das endlose Bewusstsein. Es wächst also
ständig. Über unser Gehirn haben wir Zugang zu jenem Anteil, den wir als unser
eigenes Ich erleben. Die Hirnzellen fungieren dabei als eine Art Empfangsmodul
des Bewusstseins - ähnlich wie ein Mobiltelefon, das aus den elektromagnetischen
Feldern genau jene Anrufe herausfiltert, die für uns bestimmt sind. Der übrige
Teil des Bewusstseins bleibt uns normalerweise verschlossen.


Wie passen Nahtoderfahrungen in Ihre Theorie?


Bei einem Herzstillstand zum Beispiel wird unser Gehirn nicht
ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Ähnlich wie ein defektes Mobiltelefon keine
Anrufe empfängt, sind wir in dieser Zeit bewusstlos. Dennoch haben Patienten
erstaunliche Erlebnisse. Warum? Weil sie plötzlich freien Zugang zum endlosen
Bewusstsein bekommen, unabhängig von unserem Gehirn. Die Menschen erleben
Erstaunliches: Sie begegnen Verstorbenen, sie durchleben ihre eigene Kindheit,
ihre erste Liebe noch einmal. Die meisten von ihnen kehren verändert von ihrer
Nahtoderfahrung zurück.


Inwiefern?


Die meisten Menschen berichten, dass sich ihr Blick auf das
Wesentliche im Leben völlig verändert hat. Sie beginnen, das Leben wieder mehr
zu schätzen und sehen einen tiefen Sinn darin. Manche Aspekte des Lebens - teure
Autos, ein großes Haus, Erfolg im Beruf - verlieren dagegen an Bedeutung.
Stattdessen fühlen sich viele tief verbunden mit der Natur, gehen toleranter und
einfühlsamer mit ihren Mitmenschen um. Vor allem aber verlieren sie die Angst
vor dem Tod.


Was lehrt uns die Nahtodforschung über den Tod?


Sie kann natürlich kein wissenschaftlicher Beleg dafür sein, dass
es ein Leben nach dem Tod gibt. Denn es kehrt schließlich niemand zurück, um uns
davon zu berichten. Was wir haben, sind Berichte von Menschen, die im Sterben
lagen und gerettet wurden. Dennoch haben mich persönlich die Nahtoderfahrungen
der Patienten davon überzeugt, dass unser Bewusstsein unabhängig von unserem
Körper existieren kann, auch nach dem Tod.

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Richard Gere - Sinnsucher und Sexsymbol

Geschrieben von Joe Boden • Montag, 31. August 2009 • Kategorie: Besondere Menschen, Lebensmodelle, Buddhismus
Als Richard Gere und seine damalige Frau, das Supermodel Cindy Crawford, ein
neues Haus suchten, besichtigten sie eine Fünf-Millionen-Dollar-Villa in Bel
Air. Während Crawford sofort in die Küche ging, blieb Gere im Wohnzimmer zurück,
ließ sich im Lotussitz nieder und versuchte, die Schwingungen des Raumes
aufzunehmen. So erzählte Crawford die Geschichte einem US-Magazin und sah darin
versinnbildlicht, warum die Ehe nach vier Jahren scheitern musste. Sie die
Praktikerin, er der Esoteriker, das konnte nicht gut gehen – doch das Bild
erzählt vielleicht noch mehr. Es steht für das, was Gere für viele Frauen so
anziehend macht: er bietet Köpfchen und Körper, ist Mann und versponnener Junge
zugleich, eine Mischung mit entsprechender Wirkung: Gere ist wohl das einzige
Sexsymbol, für das sich Frauen aus drei Generationen gleichzeitig begeistert
können.

Wenn Gere an diesem Montag 60 wird, hat er trotz grauer
Schläfen, Brille, leichtem Bauchansatz und Falten um die Augen an
Anziehungskraft nicht verloren. Er selbst sieht das anders. Für ein Sexsymbol
sei er inzwischen zu alt, sagte er kürzlich. Doch eigentlich hat sich Gere
ohnehin nie wirklich um sein Image als Frauenschwarm gekümmert. Er, der früher
als junger Mann eher depressiv und grüblerisch war, Jean-Paul Sartres „Das Sein
und das Nichts“ las und laut „Spiegel“ mit 21 freiwillig in eine New Yorker
Nervenklinik eincheckte aus Angst, sich selbst etwas anzutun, war mitten in der
glamourösen Filmwelt immer auf der Suche nach dem Sinn seines Lebens – bis er
die Antwort im Buddhismus fand. Denn Gere ist nicht nur eines der größten
männlichen Sexsymbole, sondern gleichzeitig der in der westlichen Welt
bekannteste Buddhist nach dem Dalai Lama.

Dabei wurde Gere in eine
christliche Familie hineingeboren. Als Sohn eines Versicherungsvertreters und
einer Hausfrau wuchs er an der amerikanischen Ostküste auf, sonntags ging er
zusammen mit seinen vier Geschwistern in die Kirche. Er begeisterte sich für
Musik, lernte Klavier, Gitarre und Trompete. Doch schon damals auf Sinnsuche,
begann er zunächst ein Philosophiestudium an der Universität von Massachusetts,
das er nach zwei Jahren abbrach. Gere folgte seiner musikalischen Leidenschaft,
ging an den Broadway, wo er in mehreren Produktionen mitspielte und dann ans
Theater wechselte. Als er in dem Stück „Bent“ einen Homosexuellen in einem
deutschen Konzentrationslager spielte, wurde er sogar mit dem jungen Marlon
Brando verglichen.

Doch beim Film blieb der Erfolg zunächst aus, mit
seiner ersten Rolle in „Report to the Commissioner“ landete er einen Flop. Aber
dann gelang ihm 1980 der Durchbruch mit „American Gigolo“. In dem Film, der in
Deutschland unter dem Titel „Ein Mann für gewisse Stunden“ bekannt ist, spielt
Gere einen 1000-Dollar-Callboy, der einsamen Ehefrauen reicher Männer immer noch
ein bisschen mehr als den perfekten Orgasmus bot – er versprach Romantik und
Geheimnis, stand für Verführung und die Suche nach der Erlösung.

In
„Pretty Woman“, 1990 nach „Ein Offizier und ein Gentleman“ sein dritter
Riesenerfolg, lässt er sich als Finanzhai Edward Lewis von der Prostituierten
Vivian Ward verführen, holt sie mit Kreditkarten, Privatjet und Limousine aus
dem Untergrund in die Upper-Class, und am Ende erlösen sich beide durch ihre
gegenseitige Liebe. Ein modernes Märchen, das mädchenhafte Sehnsüchte nach einem
Prinzen befriedigt (produziert wurde „Pretty Woman“ übrigens von den Walt Disney
Studios).

Gere und Julia Roberts, mit der er 1999 noch einmal in der
romantischen Komödie „Die Braut, die sich nicht traut“ einen Hit landete, waren
ein Dream-Team, das noch heute gerne für Mädchen-Runden mit DVD und Prosecco auf
dem Bildschirm reaktiviert wird. Auch wenn Gere in seinen mehr als 40 Filmen –
beispielsweise als betrügerischer Sir Lanzelot in „Der erste Ritter“ oder
rampenlichtsüchtiger Anwalt in „Zwielicht“ – immer wieder andere Charaktere
verkörperte und 2003 für seine Rolle in der Musical-Komödie „Chicago“ den Golden
Globe erhielt, bleibt doch immer die Rolle des einfühlsamen Verführers an ihm
kleben.

Gere machte aber auch durch politisches Engagement auf sich
aufmerksam. Immer wieder reiste er nach Tibet, setzte sich in Meinungsbeiträgen,
die auch im Tagesspiegel veröffentlicht wurden, für die Tibeter und den im Exil
lebenden Dalai Lama ein. 1993 nutzte er die Oscar-Verleihung für eine Rede zur
Freiheit der unterdrückten Region und machte sich damit in China keine Freunde.
„Mir ist es nie um Geld und Ruhm gegangen“, sagte Gere 2002 dem „Spiegel“. „Das
Ziel ist, die innere Befreiung zu erreichen.“
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FAZ-Kommentar zu Michael Jacksons Tod

Geschrieben von Joe Boden • Freitag, 26. Juni 2009 • Kategorie: Besondere Menschen, Lebensmodelle, Videobeiträge

Vielleicht erfährt er nun etwas Seltenes: Mitleid

Vielleicht erfährt er nun etwas Seltenes: Mitleid



26. Juni 2009 
Es gibt viele Popmusiker, die in erheblich jüngerem Alter starben; hier
handelt es sich um ein Drama sehr seltener Art. Der Tod Michael
Jacksons, der offensichtlich keinem ausschweifenden Lebenswandel
geschuldet ist, sondern einer von ihm selbst eingeleiteten, Jahrzehnte
währenden Metamorphose, kommt überraschend, und er bestürzt. Als Elvis
Presley im August 1977 starb, nicht weniger einsam und verlassen, als
John Lennon im Dezember 1980 erschossen wurde, hieß es, dies habe „die
westliche Welt“ erschüttert. Jetzt trauert die ganze Welt (FAZ.NET-Sonderseite: Michael Jacksons Tod).



Die
Bedingungen, unter denen Michael Jackson antrat, anfangs unter der
Fuchtel seiner Familie, waren andere; sie waren massenwirksamer, aber
sie ruinierten ihn ebenso. Wer in den vergangenen zwanzig Jahren einen
Auftritt von ihm miterlebt hat, bei dem er nicht singen und tanzen
durfte, sah einen verschreckten, ängstlichen Menschen, unfähig zur
freien Rede, und nicht den, der er in Wirklichkeit war: der
erfolgreichste Popkünstler aller Zeiten und das einzige schwarze
Massenidol jenseits des Jazz.


Diese Stellung machte seine Bedeutung aus, aber sie war auch
Ausdruck einer Problematik, die nun geradezu tragische Züge offenbart:
Ein auf der Höhe seiner Kunst stehender Musiker änderte seine Hautfarbe
und setzte damit nicht enden wollende Diskussionen über seinen
Gesundheitszustand wie überhaupt über seine Normalität in Gang, die
noch eine dramatische Verschärfung erfuhren, als er öffentlich zugab,
dass er sich zu Kindern hingezogen fühlte. Der Freispruch im
Kindesmissbrauchsprozess vor vier Jahren konnte ihn von seinen
Identitäts- und Versagensängsten nicht mehr erlösen. Seine schon länger
leer laufende künstlerische Laufbahn war zu Ende.


Die Bilanz, die
man in rein menschlicher Hinsicht also ziehen muss, ist bitter und
beklagenswert. Gestorben aber ist auch ein unerhört intensiver Sänger
und vollendeter Tänzer, der nicht weniger breit gewirkt hat und noch
wirkt als einst Frank Sinatra und Elvis Presley. Michael Jackson war in
gewisser Weise der Vollender der Soulmusik, dieses weit in die
Gesellschaft hineinwirkenden schwarzen Projekts, das sich keineswegs im
Hedonismus erschöpfte, sondern auf Befreiung aus war. Vielleicht tritt
an die Stelle der Dämonisierungen und Verächtlichmachungen, denen er
ausgesetzt war, nun etwas Seltenes: Mitleid mit einem großen,
unverstandenen Künstler.



Autor: Edo Reents

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Phra Acharn - Mönch, der mit den Tigern lebt

Geschrieben von Joe Boden • Dienstag, 9. Juni 2009 • Kategorie: Besondere Menschen, Lebensmodelle, Buddhismus
 

Phra Acharn ist ein Mann der Extreme: Mit 26 besiegte er seine Leukämie mittels Meditation. Dann wurde er als „Tigermönch“ berühmt. Ein Schlüsselerlebnis war für Phra Acharn die Geburt des ersten Tigers im Kloster

moench

 

Mit 26 Jahren bereitete sich Phra Acharn auf das Sterben vor. Diagnose: Leukämie. Prognose: sechs Monate. Die einzige Behandlung gab es im Ausland – und das war damals ein Ding der Unmöglichkeit. Also ging Phra Acharn in den Wald, um den Rest seines Lebens als Mönch zu verbringen. Als Erstes erklärte ihm sein Lehrmeister, wie man beim Sterben atmen muss. Als Zweites, was beim Sterben aus buddhistischer Sicht im Körper vor sich geht. Als er das verstanden hatte, begann Phra Acharn zu meditieren.

Das ist mehr als 30 Jahre her. Heute ist Phra Acharn eine Berühmtheit. Weltweit haben Medien über ihn und sein besonderes Kloster berichtet – das Kloster, in dem die Tiger leben. Aus aller Welt kommen Touristen, bis zu 200 am Tag. Selbst hat Phra Acharn sein Land noch nie verlassen. Doch jetzt ist er da, in Wien, um von Thailands Wissen und Kultur zu erzählen.

Ein Zweig zum Zähneputzen. Um elf Uhr vormittags sitzt er im Schneidersitz auf Bastmatten auf der Wiese des Campus im Alten AKH und isst Rambutan, eine thailändische Frucht, rot mit grünen Haaren. Vor ihm steht noch der Topf, mit dem er, ganz wie im thailändischen Klosteralltag, um Gaben für die einzige tägliche Mahlzeit gebeten hat. Nach dem Essen reinigt er seine Zähne mit einem Zweig, dann ist er bereit fürs Gespräch.

Als Kind wollte er immer der Beste sein, erzählt Phra Acharn. Aufgewachsen in einer armen Familie in Samut Prakan, südöstlich von Bangkok, blieb für das mittlere von neun Geschwistern aber wenig Aufmerksamkeit. Mit neun Jahren nahm ihn sein Onkel auf, ein kluger Mann, der ihn zur Schule schickte. Phra Acharn war ehrgeizig, Jahr um Jahr errang er Stipendien. Später ging er zur Uni, schloss in Politikwissenschaft ab. Dann kam die Leukämie.

Und mit ihr die Meditation. Er meditierte im Sitzen, im Gehen und im Stehen, er perfektionierte seine Konzentration. In der Meditation, sagt er, habe er verstanden, dass Körper und Seele zusammenarbeiten müssen. Wer sich zu sehr auf den Körper konzentriere und seine Seele vernachlässige, der habe ein Problem. Wie er. Ab da habe er gewusst, dass er nicht an Leukämie sterben würde. Zum Arzt ging er nie wieder.

Heilung durch Meditation? Diese Möglichkeit habe jeder, sagt Phra Acharn. „Jeder hat das Recht zu wählen. Man kann entweder nichts tun oder seine Krankheit überwinden.“ Eigentlich sei es ganz einfach. „Solange man atmet, ist man nicht tot. Man muss nur einatmen.“ Dass das alles dann doch nicht ganz so leicht ist, gesteht freilich auch er ein. „Natürlich kann man es den Menschen erklären. Viele hören auch zu, aber nicht alle verstehen es wirklich. Und noch weniger können es umsetzen.“

Einen Versuch sei es dennoch wert, meint Phra Acharn mit gelassener Heiterkeit: „Wer sich mit der Lehre Buddhas beschäftigt und trotzdem stirbt, geht glücklicher und zufriedener.“

Schwach, krank, den Tod vor Augen: In diesem Zustand war auch der erste Tiger, der zu ihm gebracht wurde. Schon zuvor hatten Tiere bei ihm Zuflucht gefunden. 1994 gründete Phra Acharn ein thailändisches Waldkloster, in dem die Mönche in der Abgeschiedenheit der Natur ihren Geist trainieren. Irgendwann brachten ihm die Dorfbewohner ein verletztes Huhn. Dann folgten Pfaue, später eine Wildschweinfamilie. Bald war das Kloster eine heilige Menagerie.

Das Tigerbaby und die Giftinjektion. Vor zehn Jahren kam dann das Tigerbaby. „Es war krank, wie ich“, sagt der Mann, der heute selbst „Tigermönch“ genannt wird. Wilderer hatten die Mutter des Tieres erschossen, das Kleine sollte getötet und ausgestopft werden, doch es überlebte die Giftinjektion und landete im Kloster. Die anderen Tiger kamen dann ganz wie von selbst.

Ein Schlüsselerlebnis war für Phra Acharn die Geburt des ersten Tigers im Kloster. Eines Morgens erschien ihm bei der Meditation ein Mann, der um Aufnahme bat. Als der Mönch ins Dorf ging, erfuhr er, dass derselbe Mann bei einem Autounfall gestorben war. Am selben Tag wurde der Tiger geboren. Phra Acharn ist überzeugt, dass er die Reinkarnation des Toten ist.

Heute leben 42 Tiger im Waldkloster. Längst hat der Mönch die Tiger gebeten, „mitzuhelfen, um ihr Futter zu verdienen“. Und er hat gelernt, mit ihnen zu kommunizieren. Angst hat er keine vor den Tigern – höchstens um sie. Deshalb baut Phra Acharn gerade ein großes Tigerrefugium. Um die Raubkatzen vor dem Aussterben zu bewahren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.06.2009) | Top Exits (0)
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Zen-Meister Thich Nhat Hanh lehrt in Deutschland die Überwindung von Angst und Sorge

Geschrieben von Joe Boden • Montag, 25. Mai 2009 • Kategorie: Besondere Menschen, Lebensmodelle, Buddhismus, ZEN
Buddhistische Strömungen genießen zurzeit ein großes öffentliches Interesse. Neben dem Dalai Lama stattet auch mit dem vietnamesischen Mönch Thich Nhat Hanh ein großer Lehrer Deutschland regelmäßige Besuche ab. Vor jeweils mehr als 1.000 Interessierten unterrichtete er vom 7. - 10. Mai die Überwindung negativer Geisteszustände durch Übungen der Achtsamkeit. Diese Praktiken könnten den gestressten und verängstigten Menschen unserer Gesellschaft eine Hilfe sein. Allerdings gibt es zwischen den verschiedenen buddhistischen Strömungen auch deutliche Unterschiede und es ist daher wichtig, die jeweiligen Lehren genau zu prüfen.
Thich Nhat Hanh

Wenn berühmte buddhistische Lehrer nach Deutschland kommen, können sie sich einer breiten Aufmerksamkeit gewiss sein. Viele Menschen dürften dabei an den Dalai Lama denken, der erst 2007 eine Woche lang in Deutschland war und auch in diesem Sommer wieder Vorträge in Frankfurt halten wird. Buddhismus ist aber nicht mit der tibetischen Tradition gleichzusetzen, neben der viele andere buddhistische Strömungen existieren. In den vergangenen Tagen reiste der Mönch und Zen-Meister Thich Nhat Hanh durch Köln und Umgebung, um dort über buddhistische Praxis und gesellschaftliche Probleme zu sprechen.

Der inzwischen 82-jährige Gelehrte wird von seinen Schülern liebevoll "Thay" genannt, was schlicht "Lehrer" bedeutet. Seine Lehre

"Zen-Meister Thich Nhat Hanh lehrt in Deutschland die Überwindung von Angst und Sorge" vollständig lesen

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Roswitha Wagner: „Erfahrungsbericht meines spirituellen Erwachens.“

Geschrieben von Joe Boden • Montag, 25. Mai 2009 • Kategorie: Advaita, Besondere Menschen, Lebensmodelle, Erleuchtung, Erwachen, Satori, Experimente, Erfahrungen, Meditation, Gebet, Stille, Selbstergründung & Psychotherapie


Dieser Bericht ist für jene
Menschen geschrieben, deren Augen, Ohren und Herzen dafür offen sind.
Die Ereignisse sind so authentisch wiedergegeben, wie es Worte und mein
Erinnerungsvermögen erlauben. Es geht dabei nicht um Sensationshascherei
oder gar Belehrung. Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg. Vielleicht
dient es dem einen oder anderen, eigene Zweifel und Ängste auf dem
Weg der Bewusst-Werdung und des spirituellen Erwachens beiseite legen
zu können und sich der göttlichen Liebe und Führung ganz anzuvertrauen.
Möglicherweise ereignet sich auch beim Lesen mancher Textpassage ein
befreiendes Aufatmen und ein sich-selbst-wieder-Erkennen. Mir haben
persönliche, offene und ehrliche Berichte von Menschen häufig mehr
geholfen als theoretische Abhandlungen über das Erwachen. Das hat mich
dazu veranlasst, meine eigenen Erfahrungen hier zu veröffentlichen.


„Falsch
gelandet.”  und  „Irgendetwas stimmt hier nicht.”


Schon als Kind (so etwa im Alter
von 2-3 Jahren beginnend) konnte ich diese Welt und das, was man hier
als „reales Leben“ bezeichnet, nicht als letztlich wahrhafte Existenz
erkennen und annehmen. Mir war ganz subtil klar, dass die Erde und auch
dieser Körper nicht mein „einziges und wahres zu Hause“ sind. Und
etwas in mir wusste, wenn ich die Verbindung zu meinen ursprünglichen
Seinszustand wieder finde, dann werde ich aus dem „Spiel“ dieser
Welt befreit. Also machte ich mich an die innere Arbeit und auf die
Suche nach dem EINEN GELIEBTEN, manche nennen es Gott oder das Absolute.
Der tiefere Sinn meines Daseins lag von Anfang an in der Rückverbindung
mit etwas viel Größerem als dem, was hier meine momentane Realität
auszumachen schien. Und die Sehnsucht nach „DEM“, was mit den Eindrücken
dieser Welt eher wenig zu tun hatte, war groß…

Doch erst einmal erlitt ich
einen Schock nach dem anderen,

"Roswitha Wagner: „Erfahrungsbericht meines spirituellen Erwachens.“" vollständig lesen

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Edgar Cayce - Der amerikanische Nostradamus prohezeite verheerende Veränderungen auf der Erde

Geschrieben von Joe Boden • Donnerstag, 21. Mai 2009 • Kategorie: Besondere Menschen, Lebensmodelle, Videobeiträge

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"Edgar Cayce - Der amerikanische Nostradamus prohezeite verheerende Veränderungen auf der Erde" vollständig lesen

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