No-Mind-No-Trouble | Weblog

Ganzheitliches Leben & Bewusstsein

FAZ-Kommentar zu Michael Jacksons Tod

Geschrieben von Joe Boden • Freitag, 26. Juni 2009 • Kategorie: Besondere Menschen, Lebensmodelle, Videobeiträge

Vielleicht erfährt er nun etwas Seltenes: Mitleid

Vielleicht erfährt er nun etwas Seltenes: Mitleid



26. Juni 2009 
Es gibt viele Popmusiker, die in erheblich jüngerem Alter starben; hier
handelt es sich um ein Drama sehr seltener Art. Der Tod Michael
Jacksons, der offensichtlich keinem ausschweifenden Lebenswandel
geschuldet ist, sondern einer von ihm selbst eingeleiteten, Jahrzehnte
währenden Metamorphose, kommt überraschend, und er bestürzt. Als Elvis
Presley im August 1977 starb, nicht weniger einsam und verlassen, als
John Lennon im Dezember 1980 erschossen wurde, hieß es, dies habe „die
westliche Welt“ erschüttert. Jetzt trauert die ganze Welt (FAZ.NET-Sonderseite: Michael Jacksons Tod).



Die
Bedingungen, unter denen Michael Jackson antrat, anfangs unter der
Fuchtel seiner Familie, waren andere; sie waren massenwirksamer, aber
sie ruinierten ihn ebenso. Wer in den vergangenen zwanzig Jahren einen
Auftritt von ihm miterlebt hat, bei dem er nicht singen und tanzen
durfte, sah einen verschreckten, ängstlichen Menschen, unfähig zur
freien Rede, und nicht den, der er in Wirklichkeit war: der
erfolgreichste Popkünstler aller Zeiten und das einzige schwarze
Massenidol jenseits des Jazz.


Diese Stellung machte seine Bedeutung aus, aber sie war auch
Ausdruck einer Problematik, die nun geradezu tragische Züge offenbart:
Ein auf der Höhe seiner Kunst stehender Musiker änderte seine Hautfarbe
und setzte damit nicht enden wollende Diskussionen über seinen
Gesundheitszustand wie überhaupt über seine Normalität in Gang, die
noch eine dramatische Verschärfung erfuhren, als er öffentlich zugab,
dass er sich zu Kindern hingezogen fühlte. Der Freispruch im
Kindesmissbrauchsprozess vor vier Jahren konnte ihn von seinen
Identitäts- und Versagensängsten nicht mehr erlösen. Seine schon länger
leer laufende künstlerische Laufbahn war zu Ende.


Die Bilanz, die
man in rein menschlicher Hinsicht also ziehen muss, ist bitter und
beklagenswert. Gestorben aber ist auch ein unerhört intensiver Sänger
und vollendeter Tänzer, der nicht weniger breit gewirkt hat und noch
wirkt als einst Frank Sinatra und Elvis Presley. Michael Jackson war in
gewisser Weise der Vollender der Soulmusik, dieses weit in die
Gesellschaft hineinwirkenden schwarzen Projekts, das sich keineswegs im
Hedonismus erschöpfte, sondern auf Befreiung aus war. Vielleicht tritt
an die Stelle der Dämonisierungen und Verächtlichmachungen, denen er
ausgesetzt war, nun etwas Seltenes: Mitleid mit einem großen,
unverstandenen Künstler.



Autor: Edo Reents

Tags für diesen Artikel:
| Top Exits (0)
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 210 Klicks

Medizin-Weltpremiere - Zürcher Forscher erfinden HirnOP ohne Narkose dank Ultraschall

Geschrieben von Joe Boden • Mittwoch, 24. Juni 2009 • Kategorie: Alles was hilft, Wissenschaft & Forschung
Schweizer Wissenschaftler entwickelten eine Operation, die eigentlich gar keine ist: Mittels Ultraschall ist es ihnen gelungen, eine Hirn-OP durchzuführen - ohne die Schädeldecke des Patienten dabei öffnen zu müssen.

1


Der Eingriff ohne Eingriff: Ultraschall-Wellen sollen es im Gehirn zukünftig richten.
(Bild: Keystone)

Es handle sich um eine Weltpremiere, teilte die Universität Zürich am Montag mit: Der sogenannten Hochenergie-Ultraschall werde zwar seit einigen Jahren bereits in der Gynäkologie und bei Prostatatumoren eingesetzt, um erkranktes Gewebe zu veröden. Doch bislang war es unmöglich, das Verfahren durch die Schädeldecke hindurch anzuwenden.

Eine Forschungsgruppe um Daniel Jeanmonod von der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsspitals Zürich und Ernst Martin vom Magnetresonanz-Zentrum der Universitäts-Kinderklinik hat nun ein Verfahren entwickelt, das gänzlich nicht-invasive Hirnoperationen ermöglicht.

Eingriff ohne Narkose

Seit September 2008 wurden damit in einer klinischen Studie zehn Erwachsene operiert. Alle Eingriffe seien erfolgreich und ohne Komplikationen verlaufen, heisst es im Communiqué. Die Operationen erfolgen ohne Narkose, bei vollem Bewusstsein des Patienten und können ambulant durchgeführt werden.

Die Patienten hätten unter neuropathischen Schmerzen gelitten, sagte Ernst Martin auf Anfrage. Solche Schmerzen können zum Beispiel bei querschnittgelähmten Menschen auftreten oder bei Patienten, denen eine Gliedmasse amputiert werden musste.

Hirnareale stilllegen

Aus der Peripherie gelangen bei den Betroffenen keine Signale mehr ins Hirn, was dazu führen kann, dass die dortigen Nerven Reize aussenden, die Schmerzen verursachen. Weil bekannt sei, um welche Hirnareale es sich handle, habe man sie per Ultraschall stilllegen können, sagte Martin.

In einem Projekt im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunkts Co-Me wollen die Forscher die Technik nun weiterentwickeln. Sie hoffen, damit künftig ein breites Spektrum von nicht-invasiven Behandlungen anbieten zu können: zum Beispiel von Hirntumoren, Schlaganfällen oder reversiblen Öffnungen der Bluthirnschranke.

Bis zu 60 Grad

Die Ultraschall-Hirnoperationen der Zürcher Forscher werden in einem klinischen, bildgebenden Magnetresonanzsystem geplant und überwacht. Laut Martin werden von insgesamt 1024 Utraschallsendern auf einer ganz bestimmten Frequenz hochenergetische Schallwellen durch die intakte Schädeldecke ins Gehirn geschickt.

Dort wird der Ultraschall in einem Brennpunkt von drei bis vier Millimetern Durchmesser konzentriert. Durch den Schall werden die festgelegten Hirnteile auf bis zu 60 Grad erhitzt und dadurch abgetötet. Der Temperaturanstieg wird während dem Eingriff auf Magnetresonanz-Wärmekarten fortlaufend präzise dargestellt und kontrolliert. | Top Exits (0)
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 396 Klicks

Neuer Wirkstoff gegen Angst- Und Panikattacken entdeckt

Geschrieben von Joe Boden • Donnerstag, 18. Juni 2009 • Kategorie: Alles was hilft, Wissenschaft & Forschung
Jeder siebte Bundesbürger entwickelt im Laufe
seines Lebens eine Angsterkrankung, die therapiert werden muss. Gängige
angstlösende Medikamente (Anxiolytika) basieren auf der Wirkstoffklasse
der Benzodiazepine. Diese beruhigen die Patienten und verringern rasch
die Angstgefühle. Unerwünschte Nebenwirkungen, wie Müdigkeit,
Medikamententoleranz und Entzugsprobleme machen eine langfristige
Einnahme jedoch problematisch. Wissenschaftler um Rainer Rupprecht,
Fellow am Münchner Max-Planck-Institut für Psychiatrie, konnten nun
erstmals den Nachweis erbringen, dass über einen neuartigen Mechanismus
auf der Grundlage von Neurosteroiden, welche sich vom Hormon
Progesteron ableiten, neue Anxiolytika entwickelt werden können. Ein
solches Medikament zeigte im Tierexperiment sowie in einer klinischen
Studie deutlich weniger Nebenwirkungen. (Science Express 18. Juni 2009)


Wenn Angstgefühle ein normales Maß übersteigen und ohne erkennbaren
Grund auftreten, kann eine Angsterkrankung vorliegen. Betroffene leiden
meist erheblich im privaten und beruflichen Leben. Neben Psychotherapie
und Antidepressiva, welche erst nach längerer Zeit wirken, können
Benzodiazepine meist kurzfristig und schnell die Angst dämpfen. Bei
längerer Einnahme treten jedoch erhebliche Nebenwirkungen wie
Toleranzentwicklung, Abhängigkeit und Entzugsprobleme auf.


Auf der Suche nach neuen Wirkmechanismen von Antidepressiva und
Anxiolytika forschen Florian Holsboer und Rainer Rupprecht vom Münchner
Max-Planck-Institut für Psychiatrie seit Jahren daran, wie
Neurosteroide, die neuronale Kommunikation im Gehirn beeinflussen. In
Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der
Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Pharmakonzern Novartis
in Basel, untersuchten sie nun die Wirkung einer neuen Substanzklasse.
Die Substanz XBD173 beeinflusste dabei positiv die Synthese von
körpereigenen Neurosteroiden und bewirkte so die Dämpfung neuronaler
Kommunikation, wie die Wissenschaftler mithilfe von Gehirngewebe der
Maus nachweisen konnten. Auch auf der Verhaltensebene zeigte XBD173 im
Tiermodell eine angstlösende Wirkung, ohne dass sedierende Effekte, wie
sie vergleichsweise bei Benzodiazepinen auftraten, beobachtet werden
konnten. "Ich bin hoch erfreut, dass unsere bereits vor Jahren
entwickelte Hypothese, durch Beeinflussung von körpereigenen
Neurosteroiden angstlösende Wirkungen zu erzielen, heute ihre
wissenschaftliche Bestätigung erfährt," sagt Florian Holsboer zu diesen
neuesten Befunden.


Um die Wirkung von XBD173 erstmals beim Menschen zu prüfen,
konzipierten beteiligte Ärzte eine klinische Studie, bei der 70
gesunde, freiwillige Versuchspersonen getestet wurden. Den Probanden
wurde das das Neuropeptidfragment CCK-4 gespritzt, das für zwei bis
fünf Minuten eine kurze Angst- und Panikattacke auslöste. Erhielten die
Probanden XBD173 war die Angst nicht mehr entsprechend auslösbar. Auch
das Benzodiazepin Alprazolam dämpfte die Angstgefühle. Hier berichteten
die Versuchsteilnehmer jedoch - im Gegensatz zu XBD173 - über
unerwünschte Müdigkeit nach Einnahme und Entzugssymptome nach Absetzen
des Präparats.


Die Forscher haben somit über die Stimulierung der Neurosteroidsynthese
mittels des Translokator-Proteins 18 einen neuen Mechanismus zur
Behandlung von Angsterkrankungen entdeckt, der ein günstigeres
Nebenwirkungsprofil als Benzodiazepine aufweist. Darüber hinaus wurden
die Rahmenbedingungen definiert, wie solche Studien auch an gesunden
Versuchspersonen durchgeführt werden können. "Der erfolgreiche Einsatz
eines experimentell induzierbaren Angstmodells bei gesunden Probanden
erleichtert zukünftig die Entwicklung neuartiger Anxiolytika, da
Wirkstoffprüfungen in ihrer frühen Phase nicht unbedingt am Patienten
durchgeführt werden müssen", sagt Rainer Rupprecht. Dabei sei ihm
bewusst, dass die Erkenntnisse, die an Gesunden gewonnen werden, nicht
1:1 auf Patienten übertragen werden könnten. "Sie ersetzen nicht die
nötigen Zulassungstests an Patientenkollektiven."


Originalarbeit:

Rainer Rupprecht, Gerhard Rammes, Daniela Eser, Thomas C. Baghai,
Cornelius Schüle, Caroline Nothdurfter, Thomas Troxler, Conrad Gentsch,
Hans O. Kalkman, Frederique Chaperon, Veska Uzunov, Kevin H.
McAllister, Valerie Bertaina-Anglade, Christophe Drieu La Rochelle,
Dietrich Tuerck, Annette Floesser, Beate Kiese, Michael Schumacher,
Rainer Landgraf, Florian Holsboer, Klaus Kucher:

Translocator Protein (18 kDa) as Target for Anxiolytics Without Benzodiazepine-Like Side Effects

Science (2009), Online-Vorabpublikation Science Express 18. Juni 2009


Kontakt:

Dr. Barbara Meyer, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

Max-Planck-Institut für Psychiatrie

+49 89 30622-616

bmeyer@mpipsykl.mpg.de




URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news321268
















Wie funktioniert das Gehirn bei einer Panikstörung?



Die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) erlaubt Einblicke







Patienten
mit einer Panikstörung erleben ohne erkennbaren Auslöser wiederholt
Zustände massiver Angst, die oft von Herzrasen, Atemnot und Übelkeit
begleitet werden. Tatsächlich werden diese Sinneseindrücke durch
Fehlleistungen des Gehirns ausgelöst. Wissenschaftler des
Max-Planck-Instituts für Psychiatrie untersuchten nun mithilfe der
funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) Hirnregionen, die an der
Verarbeitung emotionaler Information beteiligt sind. Im Vergleich zu
gesunden Probanden zeigen Patienten mit einer remittierten Panikstörung
eine verstärkte Aktivierung des Mandelkerns, einer Hirnregion, die für
die Auslösung einer Furchtreaktion die Schlüsselrolle spielt.
Interessanterweise tritt diese Überaktivität parallel mit einer
verminderten Aktivierung des zingulären und präfrontalen Kortex auf.
Panikattacken entstehen offensichtlich dadurch, dass diese höheren
Steuerregionen ihre kontrollierende Funktion bei der
Gefahreneinschätzung nicht ausreichend wahrnehmen können. (PLoS ONE,
Online-Vorabpublikation 20. Mai 2009)



Abb. 1 Den
freiwilligen Testpersonen wurden Bilder von Gesichtern gezeigt, die
entweder mit einem passenden oder unpassenden Begriff kombiniert waren


Bild: Max-Planck-Institut für Psychiatrie


Bei der Panikstörung kommt es zum schlagartigen Ausbrechen von
intensiven Angstgefühlen, ohne dass eine objektive Gefahr erkennbar
ist. Die Angst kann sich zu Todesangst steigern und von zahlreichen
körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Atemnot, Schweißausbrüchen oder
Übelkeit begleitet sein. Die Erkrankung tritt bei ein bis vier Prozent
der Bevölkerung auf, wobei der Krankheitsausbruch meistens zwischen 20
und 40 Jahren liegt. Die Patienten sind häufig schwer beeinträchtigt.
Zu den Symptomen der Panikstörung treten häufig Vermeidungsreaktionen,
wie Agoraphobie - der Angst vor offenen Plätzen - mit Rückzugsverhalten
und depressiven Reaktionen hinzu. In Extremfällen sind Patienten nicht
mehr in der Lage, ihre Wohnung zu verlassen.

Bis
heute sind die eigentlichen Ursachen der Panikstörung weitgehend
unbekannt. Wegen der starken vegetativen körperlichen Reaktionen
während der Panikattacke stand bisher ein neuronales Netzwerk im Gehirn
im Zentrum des Interesses, das für die Erkennung der emotionalen
Bedeutung eines Reizes und der Entstehung eines erregten Zustands
verantwortlich ist. Dieses Netzwerk umfasst vor allem den Mandelkern
und den vorderen zingulären Kortex.

n der aktuellen Studie
untersuchten Dr. Sämann und seine Mitarbeiter mittels fMRT, inwieweit
sich bei Patienten mit Panikstörung die Verarbeitung emotionaler Reize
von gesunden Kontrollpersonen unterscheidet. Hierbei wurde Wert darauf
gelegt, dass die Patienten im Zeitraum vor der Untersuchung frei von
Panikattacken waren.

Während der zirka 20-minütigen
Untersuchung wurden Bilder von Gesichtern gezeigt, die entweder mit
einem passenden oder unpassenden Begriff kombiniert waren (siehe
Abbildung 1). Die Testpersonen sollten per Tastendruck angeben, ob Text
und Bild übereinstimmten oder nicht. Dabei waren sie angewiesen,
vorwiegend auf den Gesichtsausdruck zu achten und soweit wie möglich
den Wortgehalt zu ignorieren.

Eine leichte Irritation durch
widersprüchliche Bild/Wort-Paare ist bei solchen Experimenten ein
bekanntes Phänomen, das sich in einer verlangsamten Antwort
niederschlägt. Patienten zeigen dieses Phänomen jedoch stärker als
Gesunde. Außerdem treten bei Patienten deutliche Unterschiede in der
Hirnaktivierung auf: Sie verringerten dann die Aktivität der
Kontrollregionen im präfrontalen Kortex und reagierten mit einer
Mehraktivierung des Mandelkerns, wenn ein widersprüchliches
Bild/Wort-Paar vorausging. Je größer die Mehraktivierung ausfiel, desto
stärker verzögerte sich die Antwort des Patienten - einer von mehreren
Hinweisen, dass diese Erregung des Gehirns keine erfolgreiche
Kompensation, sondern eher eine Fehlleistung darstellt.
Interessanterweise zeigte sich ein gegensätzliches Bild beim Patienten,
wenn ein übereinstimmendes Bild/Wort-Paar vorausging. Dann war die
Aktivität der Kontrollregionen eher stärker als bei Gesunden.



Abb. 2 Die
farblich hervorgehobenen Regionen markieren die reduzierte Aktivierung
des zingulären und präfrontalen Kortex, sowie die Mehraktivierung des
Mandelkerns und des Hirnstamms bei Patienten gegenüber gesunden
Kontrollpersonen während der Verarbeitung emotionaler Bilder.


Bild: Max-Planck-Institut für Psychiatrie


Diese veränderten Aktivierungsmuster deuten auf eine instabile Reaktion
derjenigen Hirnregionen hin, die normalerweise die Reaktion des
Furchtsystems auf emotionale Reize regulieren. Die neuen Erkenntnisse
helfen zu erklären, warum pharmakologische Substanzen, die vor allem
mittelfristig die Reaktion limbischer und präfrontaler Hirnregionen
beeinflussen, wie beispielsweise Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, bei
der Panikstörung erfolgreich Wirkung zeigen.

[BM/BA


| Top Exits (0)
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 311 Klicks

Tibet: Ein Auserwählter sagt »Nein Danke« zur Wiedergeburt

Geschrieben von Joe Boden • Montag, 15. Juni 2009 • Kategorie: Buddhismus
Tibet Ein Auserwaehlter sagt Nein Danke zur Wiedergeburt

Der 24jährige möchte sein Leben selbst bestimmen und Filmemacher werden.


„Zum letzten Mal, ich bin nicht dein Messias“, stöhnt die Titelfigur in der Komödie „Das Leben des Brian“ und wurde dennoch gekreuzigt. Ähnliches passiert derzeit im tibetischen Buddhismus – auch wenn dort die Folgen zweifellos weniger dramatisch sein werden.

Ende Mai 2009 bestätigten zwei spanische Medien, dass der 24-jährige Tenzin Osel Rinpoche, einer der bekanntesten buddhistischen “goldenen Kinder” - besonders begabte Kinder, die aufgrund bestimmter Anzeichen oder durch ihre Erinnerungen als Tulku oder Wiedergeburt eines hohen tibetisch-buddhistischen Lamas angesehen werden – seine vorausbestimmte Identität aufgegeben hat.

Anstelle eines Lama, will er jetzt Filmemacher werden, und hat dazu wieder seinen ursprünglichen spanischen Namen Osel Hita Torres angenommen.


Die Abdankung des Auserwählten stellt jetzt vor allem die Gesellschaft zur Erhaltung der Mahayana-Tradition (Foundation for the Preservation of the Mahayana Tradition - FPMT) deren Lama er sein sollte und die als führende Organisation zur Verbreitung der tibetischen Lehre im Westen gilt, vor ernsthafte Probleme.

1989 wurde der damals vierjährige Torres mit der Erlaubnis seiner spanischen Eltern zu den FPMT Mönchen gebracht, um sich dort den traditionellen Tests zu unterziehen, die jeder Kandidat bestehen muss, um den Beweis zu erbringen, dass er tatsächlich die Wiedergeburt eines Lamas ist. Diese Verfahren ist vor allem durch Bernardo Bertolucci’s Film „Little Buddha“ oder die aktuelle Dokumentation „Unmistaken Child“ bekannt geworden. Dabei testeten die Mönche Torres Fähigkeit Gegenstände aus dem früheren Leben von Lama Yeshe zu erkennen.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Tests, wurde er offiziell vom Dalai Lama als Reinkarnation des 1984 verstorbenen Lama Yeshe bekannt gegeben. Mit sechs Jahren, im Juli 1991 trat er ins Kloster Sera, einem der drei bedeutenden Klosteruniversitäten in Südindien ein.

Im letzten Monat bestätigte die spanische Zeitschrift „Babylon“ dass Torres bereits vor einiger Zeit die tibetischen Universität verlassen hat und sich selbst auch nicht mehr für einen Buddhisten hält. Die Zeitung “El Mundo” zitiert ihn mit den Worten „Ich lebte mit einer Lüge. Sie haben mich von meiner Familie fortgebracht und mich in mittelalterlichen Verhältnissen festgehalten, unter denen ich sehr gelitten habe.“
Der britische „Guardian“ berichtete, dass die einzigen Personen, die Torres dort zu Gesicht bekommen hat, buddhistische Mönche und Richard Gere waren.

Am letzten Montag wurde eine Erklärung Torres auf der Internetseite der FPMT veröffentlicht, in der er die Presseberichte als sensationslüsternd bezeichnet und erklärt “Es gibt keine Spaltung zwischen mir und der FPMT”. Dennoch, die Bestätigung in dieser Erklärung, dass er sich der Reinkarnation verweigert, schlägt hohe Wellen.

Josh Baran, ein New Yorker Buddhist, der die West-Reisen mehrerer hohen Lamas ermöglicht hat, weist darauf hin, dass die Weigerung Torres nicht dazu führen sollte, dass Buddhisten jetzt den Kopf in den Sand stecken sollten. Der Westen, sagte er, hat die romantische Vorstellung, dass diese Lamas eine Art Superblick haben, damit auf ein Kind schauen und sagen, „er ist es“.

Gewisse Anzeichen sind wichtig bei der Suche nach möglichen Kandidaten zur Reinkarnation erklärte er, aber auch immer mehr weltlichen Gesichtspunkte spielen eine Rolle.
Tulkus besitzen oft erheblichen Reichtum und Einfluss, sodass die Auswahl oft von einflussreichen Mönchen manipuliert oder den Wünschen weltlicher Machthaber entsprochen wird. Manchmal kommt dieses Auswahlsystem auch nicht zu einem klaren Sieger. Die tibetische Geschichte ist voll von blutigen Kämpfen zwischen rivalisierenden Kandidaten und ihren Anhängern.

Vieles davon ist auch in westlichen Religionen nicht unbekannt. Katholische Päpste werden angeblich vom göttlichen Einfluss des Heiligen Geistes auf die Konklave der Kardinäle bestimmt - doch viele haben sich nicht gerade als heilig erwiesen und führten blutige Kriege um die Papstfolge.

Die tibetischen Buddhisten bewerten die Weisheit eines Tulkus nicht durch seinen Titel, sagt Baran, sondern durch sein Wirken und seine Frömmigkeit. Die Mönche versuchen die in Frage kommenden Kinder auszusuchen, aber sie übernehmen auch das Ausschlussverfahren der umfangreichen Tulkuausbildung. “Egal, wen sie auswählen, der beste wird am Ende vorne stehen”.

Aufgrund dieser Logik hat sich Torres einfach selbst aus dem Rennen gebracht. Robert Thurman, ein buddhistischer Gelehrter, ehemaliger Mönch und Freund des Dalai Lama, erzählt, dass er sich bereits besorgt äußerte, als vor einigen Jahren bekannt wurde, dass Torres eine traditionelle buddhistische Ausbildung in Indien erhalten sollte.
Thurman argumentiert: „Wenn er eine traditionellen tibetische Erziehung gewollt hätte, wäre er in einer tibetischen Familie im Exil wiedergeboren“. Das Ergebnis dieser falschen Platzierung ist, dass Torres jetzt mit einer Identitätskrise weggebrochen sei.

Thurman ist der Auffassung, dass in einiger Zeit in unserer viel beschäftigten postmodernen Welt Torres den Wert der tibetischen Tradition erkennen wird und dann in der Lage sein wird, sich nach eigenem Willen zu entscheiden.

Yiruisi für China-Observer.de

Quellen:
Time
Tags für diesen Artikel: , , , , ,
| Top Exits (0)
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: 5 von 5, 1 Stimme(n) 285 Klicks

Panikattacken & Hilfe durch Hypnose

Geschrieben von Joe Boden • Donnerstag, 11. Juni 2009 • Kategorie: Alles was hilft, Selbstergründung & Psychotherapie, Videobeiträge
Tags für diesen Artikel: ,
| Top Exits (0)
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 198 Klicks

Wenn Angst krank macht

Geschrieben von Joe Boden • Donnerstag, 11. Juni 2009 • Kategorie: Selbstergründung & Psychotherapie, Videobeiträge, Wissenschaft & Forschung
Tags für diesen Artikel: , , ,
| Top Exits (0)
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 217 Klicks

Koan: Was ist der wahre Weg?

Geschrieben von Joe Boden • Mittwoch, 10. Juni 2009 • Kategorie: Koans, ZEN

Alltag ist der Weg

Fall:

Jôshû fragte Nansen in allem Ernst: "Was ist der WEG?"   


Nansen antwortete: "Der alltägliche Geist ist der WEG." 


Jôshû  fragte: "Soll ich mich selbst darauf ausrichten oder nicht?"   


Nansen sagte: "Wenn du versuchst, dich ihm zuzuwenden, wendest du dich von ihm ab." 


Jôshû frag te: "Wenn ich nicht versuche, mich ihm zuzuwenden, wie kann ich wissen, dass es der WEG ist?"   


Nansen antwortete: "Der WEG hat nichts zu tun mit Wissen oder Nicht-Wissen.  Wissen ist Illusion.  Nicht Wissen ist ohne Bewusstsein.    Wenn du den zweifelsfreien, wahren WEG wirklich erreicht hast, wirst du ihn erfahren als grenzenlos und leer wie den Weltraum. 
Wie kann man darüber sprechen auf einer Ebene von Richtig oder Falsch?" 


Bei diesen Worten war Jôshû plötzlich erleuchtet. 

Tags für diesen Artikel: ,
| Top Exits (0)
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 168 Klicks