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Ganzheitliches Leben & Bewusstsein

Roswitha Wagner: „Erfahrungsbericht meines spirituellen Erwachens.“

Geschrieben von Joe Boden • Montag, 25. Mai 2009 • Kategorie: Advaita, Besondere Menschen, Lebensmodelle, Erleuchtung, Erwachen, Satori, Experimente, Erfahrungen, Meditation, Gebet, Stille, Selbstergründung & Psychotherapie


Dieser Bericht ist für jene
Menschen geschrieben, deren Augen, Ohren und Herzen dafür offen sind.
Die Ereignisse sind so authentisch wiedergegeben, wie es Worte und mein
Erinnerungsvermögen erlauben. Es geht dabei nicht um Sensationshascherei
oder gar Belehrung. Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg. Vielleicht
dient es dem einen oder anderen, eigene Zweifel und Ängste auf dem
Weg der Bewusst-Werdung und des spirituellen Erwachens beiseite legen
zu können und sich der göttlichen Liebe und Führung ganz anzuvertrauen.
Möglicherweise ereignet sich auch beim Lesen mancher Textpassage ein
befreiendes Aufatmen und ein sich-selbst-wieder-Erkennen. Mir haben
persönliche, offene und ehrliche Berichte von Menschen häufig mehr
geholfen als theoretische Abhandlungen über das Erwachen. Das hat mich
dazu veranlasst, meine eigenen Erfahrungen hier zu veröffentlichen.


„Falsch
gelandet.”  und  „Irgendetwas stimmt hier nicht.”


Schon als Kind (so etwa im Alter
von 2-3 Jahren beginnend) konnte ich diese Welt und das, was man hier
als „reales Leben“ bezeichnet, nicht als letztlich wahrhafte Existenz
erkennen und annehmen. Mir war ganz subtil klar, dass die Erde und auch
dieser Körper nicht mein „einziges und wahres zu Hause“ sind. Und
etwas in mir wusste, wenn ich die Verbindung zu meinen ursprünglichen
Seinszustand wieder finde, dann werde ich aus dem „Spiel“ dieser
Welt befreit. Also machte ich mich an die innere Arbeit und auf die
Suche nach dem EINEN GELIEBTEN, manche nennen es Gott oder das Absolute.
Der tiefere Sinn meines Daseins lag von Anfang an in der Rückverbindung
mit etwas viel Größerem als dem, was hier meine momentane Realität
auszumachen schien. Und die Sehnsucht nach „DEM“, was mit den Eindrücken
dieser Welt eher wenig zu tun hatte, war groß…

Doch erst einmal erlitt ich
einen Schock nach dem anderen,

was hier auf der Erde alles so abging
und was hier Jedermann für das „echte“ Leben hielt. Selbst der
Tod, den viele Menschen für das unabwendbare oder gar endgültige Ende
ihres Daseins hielten oder zumindest bis zur nächsten Inkarnation als
„Ausruhstadium“ erhofften, war für mich zu der Zeit alles andere
als real. Eine innere Stimme sagte: „Ja das existiert schon, wird auch
in der einen oder anderen Form so ähnlich erfahren, aber entspricht
nicht der letzten Wirklichkeit." Etwas in mir wusste, dass mein
und unser aller wahres Sein niemals wirklich enden konnte. Wenn ich
genau hinsah, konnte ich ja noch nicht mal einen Anfang meiner wahren
Existenz finden. Denn das, was jenseits meines Körpers durch die Augen
schaute, hatte keinen Raum und keine Zeit. Es war ohne mein Zutun einfach
nur da. Ewig ruhend und in beständigem Frieden. Als Kind beobachtete
ich DAS liebend gerne. Ich lauschte auch gerne dieser alles beruhigenden
Stille in mir.

Aber die gemachten Erfahrungen
hier stimmten damit überhaupt nicht überein. So gab es z.B. zahlreiche
Erlebnisse, die mir mein „Anderssein“ zeigten. Von Geburt an funktionierte
nicht eine Drüse in meinem Körper. Die Ärzte nannten es „Ernährungsstörung“
und zwangen mich zur Nahrungsaufnahme per Infusion. Die meiste Zeit
der ersten beiden Lebensjahre verbrachte ich deshalb im Krankenhaus.
Auch Jahre später war „Essen“ für mich eine echte Belastung. Doch
wie sollte ich meinem Umfeld klar machen, dass ich hervorragend ohne
Essen und Trinken auskomme? Ich war damit in dieser Welt einfach nicht
kompatibel. Deshalb begann auch ich irgendwann einmal „normal“ zu
Essen, weil ich die ständigen Diskussionen satt hatte. 


Ein anderes Erlebnis zeigte
mir die Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit der Dinge in dieser Welt.
Mir fiel im Alter von ungefähr dreieinhalb Jahren beim Abtrocknen meine
Lieblingstasse aus der Hand und zerbrach in tausend Stücke. Das löste
einen derartigen Schock bei mir aus, dass mir für Minuten der Atem
stockte! Ich hatte in diesem Moment die ganze Härte meines „Falsch-Gelandet-Seins"
erfasst. Ich begriff nun endgültig, dass ich hier nicht zu Hause bin!
In meiner Erinnerung an die „heimatlichen Welt" war schließlich
nichts vergänglich oder gar zerbrechlich, wir benötigten da noch nicht
einmal Tassen! Und auch kein Essen.


Ja und dann war da noch dieses
Phänomen mit den Tönen und dem Fühlen von Schwingung. Aus der Stille
stiegen hin und wieder ganz ohne mein Zutun harmonische Klänge, die
nicht von dieser Welt zu sein schienen empor. In mir waren z. B. immer
irgendwelche Melodien. Ich hörte und fühlte sie oft besonders deutlich
im Wald, wenn ich auf dem Boden saß oder lag. Oder in der Nähe von
Tieren. Mit meinen Katzen konnte ich manchesmal ganze himmlische Sinfonien
hören. Doch dieses „Hören" geschah nicht mittels meiner körperlichen
Hörorgane. Es war eine Art „inneres Hören" mit dem Herzen.
In solchen Momenten war ich dann so eins mit allem. Wenn ich jedoch
in diese Welt zurückkehrte, hörte und spürte ich tief in meinem Herzen
eher Disharmonien, die vor allem von den Menschen ausgingen. Das schmerzte
mich oft so sehr, dass ich vor „Heimweh“ fast verging.


Doch was sollte ich tun? Ich
war nun mal hier gelandet und versuchte nun, das Beste daraus zu machen.
Und die ernst gemeinten Erzählungen der Erwachsenen fruchteten irgendwann
auch bei mir. Da wir nur dieses eine Leben hätten, müsse man es sinnvoll
und pflichtbewusst verbringen. Weil man nachher nur noch im Grab verschimmelt
und alles vorbei ist, solle man doch wenigstens ein guter, verantwortungsbewusster
Erdenbürger gewesen sein. Und über die Existenz Gottes oder so was
wie einen Himmel zu sprechen, na das war in der ehemaligen DDR eher
strafbar.


So begann auch ich eines Tages
die Geschichte des einen Lebens hier auf der Erde und des unwiderruflichen
Tod zu glauben. Von da an bekam ich wirkliche Angst vor dem „Sterben“.
Und mein Respekt und innerer Stress vor der Verantwortung in diesem 
Leben wuchs ins Unermessliche. Ich versuchte fortan, hier alles gut
und richtig zu machen. Meine innere Stimme schob ich als unrealistische
Kinderphantasie immer weiter nach hinten. Bis sie eines Tages fast ganz
verstummte. Ich hörte nun auch diese inneren Melodien in mir immer
seltener.


Auch
meine Gefühle und Empfindungen, meine Liebe, Nähe, Verbundenheit 
mit ALLEM, schienen hier auf dieser Welt nicht sonderlich gefragt oder
hilfreich zu sein. Also zementierte ich sie einfach weg. Damit endete
interessanterweise auch mein Glauben an eine für mich mögliche Gottesverbindung
und mein Gottvertrauen. Was jedoch blieb, war eine tiefe Ehrfurcht vor
einer höheren Macht, die sich später in Bestrafungsangst und ein Gefühl
von Unwürdigsein DEM gegenüber wandelte. Nun ging ich, wie jeder normale
Mensch, als von Gott verlassener Einzelkämpfer durchs Leben. Ich hatte
von da an nur noch mich und meinen Verstand.


Da ich meinen „Heimweg"
nicht kannte oder es so etwas gar nicht zu geben schien, blieb mir schließlich
nur die Möglichkeit, mich einigermaßen unauffällig in das hiesige
System einzufügen und darin anzupassen. Ich hatte von Anfang an kein
eigenes Modell des Lebens hier auf der Erde. Andere schienen ein Codewort
erhalten zu haben oder hatten andere Gene. Irgendwie kamen sie zumindest
besser klar. Also richtete ich mich so schlecht und recht nach dem,
was mir die anderen Menschen vorlebten. Nach und nach lernte ich, mich
mit diesem Körper, meiner Person und dem was man als ICH bezeichnete,
zu identifizieren. Ich wurde so zu einer Ansammlung von Konzepten anderer.
Weil mir hier alles so total fremd war, lernte ich frühzeitig genaues
Beobachten. Es gelang mir auch recht schnell, menschliches Verhalten
zu kopieren. Meine Maßstäbe waren im Laufe der Jahre die „Beliebten“,
die „Erfolgreichen“ und die „Glücklichen“. Außerdem lernte
ich sehr gut, die „Hausordnung“ anderer Menschen zu lesen und diese
zu befolgen. Ich benahm mich wie ein gut dressiertes Kaninchen. Schon
bald bemerkte ich das nicht einmal mehr.


Obwohl ich mich hier auf der
Erde nach wie vor nicht zu Hause fühlte, versuchte ich dennoch in dieser
Fremde nicht anzuecken und meinen Eltern keine Schande zu machen. Ich
bemühte mich um Perfektion in all meinen Handlungen. Doch weder das
eine noch das andere ist mir in den folgenden Jahren des Bemühens dauerhaft
gelungen. Und noch viel weniger hat es mich dauerhaft glücklich gemacht.


In der Schule und beim Studium
war ich mit dieser Art Perfektionismus und Beobachtungsgabe zwar sehr
erfolgreich und auch bei vielen Menschen anerkannt und beliebt. Es gelang
mir jedoch zu keinem Zeitpunkt, mit all dem Erreichten Erfüllung und
wahren inneren Frieden zu finden. Ich hatte eher das Gefühl, mit diesen
ganzen „Nachahmungsversuchen“ des Lebens anderer mein wahres Wesen
nur noch mehr zu verschütten und sogar mein Vorhaben der Heimkehr zu
vergessen. Diese Untreue zu meiner ursprünglichen Erfahrung als Kind
machte mich mehr und mehr traurig und auch zunehmend depressiv. Doch
kaum ein Mensch bemerkte etwas von meinem tiefen Unglücklichsein und
meiner inneren Verzweiflung. Meine Maske saß inzwischen perfekt. Nach
Außen zeigte ich mich überwiegend als starke, zuverlässige und fröhliche
Person, auf die man immer bauen konnte.


Zum Glück blieb über alle
die Jahre dieses schleichende und nicht von mir weichende Wissen, dass
hier auf der Erde irgendetwas nicht stimmt. Und dass es für mich auf
tieferer Ebene keinen Sinn machen würde, dieses „Leben“ hier in
den Griff zu bekommen. Denn so wie wir kollektiv gewohnt sind, die Dinge
zu sehen und einzuordnen, entsprach es selbst nach Jahren intensivster
Anpassungsversuche nicht meinem tieferen Wissen und meiner Erinnerung.
Immer wieder tauchte die Frage nach meinem echten Wesen und meiner wahren
„Heimat“ auf. Wo war dieses Sein, an das ich mich hin und wieder
für kurze Momente und auch nur schemenhaft erinnerte?


In meiner Erinnerung blitze
DAS als Gewahrsein von tiefem Frieden und bedingungsloser Liebe, von
unendlicher lichtvoller Schönheit und einer harmonischen Stille auf.
Mir begegnete Ordnung in höchster Perfektion. Es war ein inneres Schweben,
welches bei mir das Gefühl tiefer Geborgenheit und unendlicher Freiheit
auslöste. Und das mich, wie nichts anderes in dieser Welt, für Momente
von innen heraus wirklich glücklich machte und vollkommen erfüllte.


Doch wie konnte ich damit wieder
d a u e r h a f t in Verbindung kommen? Was trennte mich davon? Was
zog mich immer wieder in diese unglückliche Scheinwelt hier zurück?


Ich beobachtete zu einem Teil
die Macht des kollektiven Verhaltens, das auch mich ziemlich stark im
Griff zu haben schien. Als guter „Hausordnungsleser“ (ich war ja
schließlich nur Gast hier), ordnete ich wie von magischer Hand geführt
meine Wahrnehmung automatisch erst einmal der kollektiven Betrachtungsweise
unter. Zumindest nach außen und in öffentlichen Äußerungen. Und
irgendwann gegenüber meinem inneren Zurechtweiser. Ich entkam außerdem
nicht dem Zwang und der Gewohnheit, mich in die hiesige Realität nach
und nach einzufügen. Schließlich war diese beweisbar, auch mit dem
Verstand, den man mich gehörig zu gebrauchen lehrte. Ich wollte meinen
Kopf ja schließlich nicht nur zum Haare schneiden haben! Und vor allem
wollte ich so gerne n o r m a l sein. Wollte zu den anderen dazugehören.


Jeder und so auch ich sahen
hier mit eigenen Augen die Berge und Seen, die Häuser und Bäume, die
unterschiedlichen einzelnen Menschen und konnte materielle Dinge wie
einen Tisch auch anfassen. Und es gab z.B. belegbare physikalische,
chemische, mathematische, geometrische Gesetze. Es war ein einziges
Kommen und Gehen auf dieser Welt. Ein Werden und Vergehen. Nichts war
stabil hier. Jeder hatte nach dem Gewinn Angst vor Verlust. Alles hatte
zwei Seiten. Schwarz und weis, heiß und kalt, hell und dunkel. Eben
so richtig dual. Diese Tatsachen konnte auch ich einfach nicht leugnen.
Doch irgendetwas stimmte da nicht. Warum tat mir das so weh?


Teilweise verurteilte ich mich
inzwischen selbst als weltabgewandten, spinnerten Phantasten wegen solcher
aufblitzenden Erinnerungen an irgendeinen (z.Zt. leider derzeit nicht
auffindbaren) anderen „Seinszustand“, in dem alles voller Licht
und ewiger Liebe sein sollte. Für eine Weile gelang es mir dann, mich
mit meinem verunglückten Hier-Sein abzufinden. Ich kämpfte wie jedermann
fleißig ums Erarbeiten meines täglichen Brots. Disziplinierte mich
noch mehr, um nirgends unangenehm aufzufallen. Übernahm bereitwillig
die Verantwortung für mein fehlerhaftes Tun und sogar noch die Schuld
für die Fehler anderer. Schuldig war ich ja sowieso immer, schon weil
die meisten Menschen hier so gut klar kamen. Irgendwie schien nur ich
mich in dieser Welt der ständigen Unsicherheit und des Überlebenskampfes
immer wieder zu blöd anzustellen.


Hinzu kam, dass ich leider zu
keiner Zeit so etwas wie einen Gott oder göttliche Unterstützung wahrnehmen
konnte. Das wäre dann ja wenigstens (aus dem menschlichen Betrachtungswinkel)
ein kleiner Beweis für seine Existenz gewesen. Ich sah weder Engel
noch redeten irgendwelche so genannten aufgestiegenen Wesenheiten oder
Meister mit mir. Davon berichteten zu meinem Pech auch immer nur andere
Menschen.


Und wenn ich das ganze Chaos
hier betrachtete, fragte ich mich ernsthaft, ob und wie das wirklich
GOTTES WILLE und seine Schöpfung sein konnte!? Ich war von jenem Gott,
nach dem ich mich sehnte und an den ich mich voller bedingungsloser
Liebe erinnerte, irritiert. Wie sollte ich mich einer höheren Macht
anvertrauen, die angeblich dieses Chaos erschaffen hat? Und die uns
hernach auch noch bestraft, wenn wir hier nicht klar kommen.


Hatte vielleicht GOTT mit dieser
chaotischen und egoistischen Welt hier eher wenig zu tun? War das wohlmöglich
gar nicht SEINE Schöpfung? Doch das wäre ja aus menschlicher Sicht
und der Lehre vieler Religionen „Gotteslästerung“ und würde den
ganzen Schöpfungsplan auf den Kopf stellen! Leider konnte ich über
so etwas nun wirklich mit niemandem reden. In solchen Momenten fühlte
ich mich mehr als einsam und verlassen hier. Irgendwer oder irgendwas
schien mich hier abgesetzt zu haben. Und dann hatte ich mir oder man
mir auch noch die Telefonleitung nach Hause durchgeschnitten. Aber warum?


Nach dem esoterischen Sprachgebrauch
war ich weder hellsichtig noch hellhörig. So hörte ich z. B. keine
Stimmen von Meistern oder Engeln, konnte keine Aura sehen, keine feinstofflichen
Wesenheiten wahrnehmen und auch keine „Jenseitsverbindungen"
zu Verstorbenen aufnehmen. Und doch wusste ich, dass es weit mehr gibt,
als wir mit unseren normalen menschlichen Sinnen wahrnehmen können.
Doch all meine Versuche, derartige „übersinnliche Fähigkeiten"
zu  erlernen, scheiterten. In meiner damaligen Vorstellung glaubte ich,
das sei die wahre „Gottesverbindung". Da ich über solcherlei
Fähigkeiten nicht verfügte, bestätigte mir das meine Getrenntheit
von Gott. Was blieb da anderes übrig, als meinen Verstand einzuschalten
und weiter für mich alleine zu sorgen. Der Himmel schickte mir schließlich
keinen Scheck am Monatsende!


All meine jahrelangen vergeblichen
Versuche, auf die Art mit dem Göttlichen in Verbindung zu kommen, ließen
mich zunehmend verzweifeln bis resignieren. Irgendwie schien das Ganze
zwar bei manch anderen zu funktionieren, doch ich war bei solchen „Gottes-Erlebnis-Veranstaltungen“
immer wieder nicht dabei. Und je mehr sich solche Misserfolge häuften,
umso stärker bleib ich frustriert „draußen“. Das ging sogar soweit,
dass ich die Existenz von Gott ganz in Frage stellte und auch zeitweise
meine Suche nach IHM aufgab. Ich war halt auf der ganzen Linie ein Versager.


Ein weiterer Aspekt in mir fühlte
sich außerdem zunehmend schuldig und unwürdig für eine Verbindung
mit dieser göttlichen Vollkommenheit und seiner Werteskala. Ich hatte
immer größer werdenden Respekt vor solch einer wertenden All-Macht
und der bevorstehenden Beurteilung meines verkorksten irdischen Daseins.
Die Kirche und viele meiner Erzieher erzählten ja dauernd von unseren
Sünden und dass wir uns erst einmal reinigen müssten. Wer weiß, was
ICH da alles schon angehäuft hatte?


Wenn ich jemals vor Gottes Tor
gelangen sollte, wollte ich ihm schließlich als perfekter Mensch mit
reiner weißer Weste gegenüber treten. Irgendetwas in mir glaubte außerdem,
es gäbe nur  e i n e n  Versuch des Eintretens, den ich nicht „vergeigen“
wollte. Woher diese Vorstellung auch immer kam, sie wirkte als starke
Bremse. Da ich sonst schon nichts gebacken kriege, wollte ich wenigstens
diese Prüfung mit „sehr gut“ bestehen. (Das war zwar mit sehr irdischen
Maßstäben gedacht. Doch ich bemerkte zu der Zeit schon nicht mehr,
wie sehr ich diese kollektive Denkweise zu meiner werden lassen habe.)


Nach diesem (vermenschlichten)
System bedeutete das: „Bereite Dich auf so eine außergewöhnliche
Begegnung perfekt vor! Sei rein und komme mit geputzten Schuhen!“
Dieser Gott bekam automatisch die Eigenschaften meiner Eltern und Lehrer
übergestülpt. Er war genau so wertend, entschied über Richtig oder
Falsch und damit über meine Existenzberechtigung. Schließlich sind
wir ja laut Kirche alle seine Schöpfung und nach seinem Bilde erschaffen.
(Komischerweise drangen jene Sätze auch schon zu DDR-Zeiten an mein
Ohr.) Demnach musste er ja so sein, wie wir und vor allem unsere Eltern
und Erzieher es sind, oder? Denn die waren ja schließlich erwachsen
und somit erfahren. Von wem sollte ich hier sonst etwas lernen?


Also arbeitete ich an der Vervollkommnung
meiner Persönlichkeit und der Abarbeitung meiner Schuldenliste. Doch
keine noch so brillante Methode (auch spiritueller Art) brachte mich
auch nur einen Schritt näher zu anhaltender innere Reinheit und Größe,
die mich würdig gemacht hätte. Es fiel immer wieder neuer Staub auf
die frisch polierten Stellen.


Im Gegenteil, in mir schien
es sogar eine Sonderproduktionsstätte für allgemeine Lebensprobleme
zugeben, die sich einfach nicht abschalten ließ. Dazu gehörten u.
a.:



nur selten wirklich für mich einstehen zu können und darin immer wieder
zu versagen • immer bereitwillig an allem Schuld zu sein • für
alles allein die Verantwortung zu tragen • niemals wirklich in erster
Reihe mitmischen zu wollen aus dem Glauben, noch nicht gut genug zu
sein • immer noch etwas nicht perfekt erledigt zu haben • mein häufiges
Dienstmädchen-Gehabe für andere • eine dauerhaft schleichende Unruhe
bis Panik • mein chronisch schwankender Kontostand und somit anhaltende
Existenzangst • das Empfinden, nicht geliebt zu sein und die schmerzhafte
Erfahrung, verlassen zu werden • immer irgendwie falsch zu sein und
so in ständiger undefinierbarer Unzufriedenheit mit mir zu bleiben.


Während
dieser Zeit blieb ich in meinen Augen einfach immer wieder das unfähige
Würstchen. Wann sollte ich so jemals perfekt und rein vor Gott treten
können? Oder gar bedingungslose Liebe leben?



Im Außen sahen meine Erwachenszutaten
ab 1989 (die schließlich nach Jahren auch zum körperlichen und nervlichen
Zusammenbruch führten) in Teilauszügen so aus:  • 14 Jahre selbständige
Tätigkeit • davon 11 Jahre als Immobilienmaklerin mit einer 6-7-Tage-Arbeitswoche
• in den ganzen Jahren zwei mal Urlaub • ansonsten diverse Weiterbildungen.


Diszipliniertes, fleißiges
und korrektes Arbeiten brachte mir in diesem Haifischbecken keinen durchschlagenden
Erfolg. Der ehrliche Fisch wurde immer wieder gefressen oder abgedrängt.
So hatte ich über all die Jahre durchgehend am Monatsende Angst, die
nächste Miete nicht zahlen zu können. Da für den laufenden Betrieb
zuerst die Personal- und Bürokosten gedeckt sein mussten, lebte ich
trotz Fleiß im privaten Bereich häufig am Existenzminimum. Aber immer
mit der Hoffnung, irgendwann einmal den großen Wurf landen zu können.


1991
erkrankte ich, schulmedizinisch gesehen, unheilbar an Krebs und die
von mir erfahrene wundersame Spontanheilung brachte mich zurück auf
den spirituellen Weg. Aus heutiger Sicht weiß ich, dass mir hier die
Gnade zu einem kräftigen Kurswechsel verhalf. (An der Stelle werde
ich gerade von einer inneren Stimme aufgefordert, näher darauf einzugehen.
Über Jahre weigerte sich etwas vehement in mir, darüber öffentlich
zu berichten. Woher dieses Tabu auch immer stammt, es verabschiedet
sich gerade sanft. Also gut, ich bin einverstanden, etwas mehr darüber
auszuführen. Ich möchte die Umstände und Personen jedoch nur soweit
erwähnen, dass die Privatsphäre eines jeden davon gewahrt bleibt.)


Als mein Arzt mit todernster
Miene vor mir saß und mir verkündete: „Sie haben Brustkrebs im Endstadium.",
da wusste ich, er verliest mir gerade mein Todesurteil. Ich brach innerlich
zusammen. Er schlug mir Chemotherapie und das übliche Prozedere vor,
was ich vielleicht auch über mich ergehen lassen hätte, wenn an der
Stelle nicht die göttliche Führung eingegriffen hätte. Denn zu der
Zeit arbeitete ich auf freiberuflicher Basis als Dozentin. Aus Gründen,
die ich nicht näher erläutern mag, erhielt ich wieder einmal meine
Provision nicht ausgezahlt. Im Gegenteil, ich wurde noch zu 130.000
DM Schadenersatz verklagt... Da ich privat krankenversichert war, endete
nun nach Monaten meiner Zahlungsunfähigkeit auch mein Anspruch auf
Versicherungsleistungen. Bingo. Wie heißt es? Wenn es schon mal regnet,
dann beginnt es auch noch zu hageln! Im Nachhinein kann ich sagen, welch
ein Glücksumstand! Möglicherweise rettete mir das mein Leben (in diesem
Körper).


Ein Freund erzählte mir, dass
er einen japanischen Geistheiler kennen würde, der mir vielleicht helfen
könne. Ich fragte meinen Bekannten ernsthaft, ob er nicht wüsste,
dass ich aus der ehemaligen DDR käme und an solchen Blödsinn nicht
glauben würde! Doch im Angesicht des Todes griff sogar ich nach diesem
Strohhalm. Nun sollte ich erleben, was es bedeutet, wieder in die höhere
Ordnung eingefügt zu werden. Mein Bekannter gab mir Geld für Benzin
und den Betrag für das Wochenendseminar bei diesem Heiler. Ich begegnete
dort einem Wesen voller Bescheidenheit und Güte.  Dieser Mann teilte
mir gleich zu Beginn des Seminars mit (ohne mich je zuvor gesehen zu
haben), er könne mir die Umstände, welche zu dieser Erkrankung geführt
hätten, benennen. Das würde durch eine Art Befragung meiner komplexen
Seeleninformation geschehen. Da es sich hierbei jedoch um sehr umfassende
und intime Dinge handelte, bot er mir im Anschluss an das Seminar einige
Einzelsitzungen an. Er stellte dabei auf Japanisch eine Reihe von Fragen
(die ich nicht verstand) und mein Körper vollführte in dem Moment
eine Reihe unkontrollierbarer Verrenkungen, aus denen er dann die jeweilige
Antwort ablesen konnte. Und diese waren alle verblüffend zutreffend.
Unter anderem erhielt ich eine Antwort auf die Frage: „Warum beherrsche
ich die Schritte der alten persischen Tempeltänzerinnen, ohne dies
je in diesem Leben gelernt zu haben." und „Was verbindet mich
auf so besondere Art und Weise mit meinem derzeitigen Lebenspartner?",
der übrigens tatsächlich Perser war. Ich bekam erstmals einen Einblick
in das, was man „vergangene Leben" nennt. Bisher hatte ich Wiedergeburt
für Unsinn gehalten. Für mich gab es diese eine Leben und fertig!


Im Anschluss an diese Sitzungen
sagte dieser Heiler mir auch, dass ich große Chancen hätte, wieder
gesund zu werden. Und ich könne ruhig daran glauben! Das waren für
mich die kraftvollsten und hoffnungs-geladensten Worte, die ich bis
dahin je gehört hatte. Er erklärte mir das Prinzip, nach dem geistige
Heilung geschieht, am Beispiel eines Flusses. Man müsse bei der Quelle
mit der Reinigung beginnen. Das gereinigte Wasser fließe dann automatisch
wieder sauber nach und würde nach und nach den ganzen Bachlauf reinigen.
Auf uns übertragen hieße das, es gilt zuerst die Ordnung und Harmonie
auf geistiger Ebene wieder herzustellen. Allein die körperlichen Symptome
zu behandeln, sei wenig erfolgreich.


Dann teilte er mir mit, welche
Veränderungen im Außen anstehen würden. Dazu gehörten nur solche
„Kleinigkeiten", wie die Trennung von meinen damaligen Lebenspartner,
um alte karmische Verstrickungen  zu lösen. Weiterhin solle ich schleunigst
aufhören, zwischen zwei Wohn- und Arbeitsorten zu pendeln (Leipzig
und Frankfurt/Main) und mir für eine Zeit einen Job als Angestellte
suchen. Außerdem wäre es gut, wenn ich mich bald für nur e i n e
n Wohnort entscheiden würde. Idealerweise sollte ich dafür beide alten
Wohnsitze verlassen und mir einen neuen würdigeren Platz suchen. Wie
war das noch mal mit dem Regen...? Doch ich wollte leben. Etwas Tieferes
in mir willigte sofort ein, all das Empfohlene zu befolgen. Obwohl ich
mir in dem Moment wirklich nicht vorstellen konnte, wie das alles ablaufen
sollte, sagte ich innerlich „Ja“ dazu.


In den folgenden Wochen behandelte
mich dieser Mann täglich und ließ mich auch bei seiner Familie wohnen.
Das geschah alles kostenlos. Er hätte noch eine karmische Schuld bei
mir auszugleichen, was er hiermit gerne tun würde, sagte er mir. Nur
eine kleine Bedingung gab es. Er weihte mich in diese Art Heilkunst
(Mahikali) ein und lehrte mich, das Gebot von Geben und Nehmen zu wahren.
Was für mich interessant war, es kamen  dabei auch Töne zum Einsatz.
Eine Art Gebets-Gesang zu Beginn der Zeremonie, um das klärende göttliche
Licht einzuladen. Eine Stunde am Tag „behandelte" er mich und
im Gegenzug dafür „behandelte" auch ich ihn täglich eine Stunde
lang. Ich stellte gleichzeitig meine Ernährung auf Wasser, Tee und vegetarische
Kost um. Der Rest war nur noch Formsache. Mein Körpersystem reinigte
und entgiftete sich von Tag zu Tag mehr. Am Ende meines  Aufenthaltes
war ich vollkommen genesen!



Kann man das als WUNDER bezeichnen?
Heute würde ich sagen, genau das geschieht, wenn die wahre Ordnung
der Dinge wieder hergestellt ist und man bereit ist, sich Gott und der
Gnade wieder ganz anzuvertrauen. Doch zu diesem Zeitpunkt konnte ich
das so vollumfänglich noch nicht sehen oder gar anerkennen.


In den folgenden Jahren erlernte
ich noch weitere Techniken und Methoden zur Heilung und Selbstverbesserung.
Doch nichts von all dem fruchtete wirklich und dauerhaft im Sinne einer
beständigen Rückverbindung mit meinem wahren Sein oder gar mit Gott.
Das Gefühl von Unwürdigkeit, Einsamkeit und Verlassensein in mir blieb
bestehen und damit auch mein Fremdsein hier. Meine Lebensdepression
und tiefe Traurigkeit wurde dadurch eher noch größer. Die Momente
inneren Friedens und Glücklichseins verringerten sich. Ich schien ein
besonders harter oder hoffnungsloser Fall zu sein.


Dann erfuhr ich eines Tages
(Mitte 2001) etwas von der Möglichkeit der so genannten „Erleuchtung"
und glaubte nun, den richtigen Weg gefunden zu haben. Still hoffte ich
nun darauf, dass sich der angekündigte Glückszustand und die göttliche
Einheitserfahrung bald auch bei mir „einstellt" oder ich eines
Tages einem wahren Meister begegne, der mich beim Erwachen begleitet
und mich aus meiner Verzweiflung befreit. (An der Stelle sei angemerkt,
dass mir ein inneres Bild oder eine Vorahnung einen indischen Weisheitslehrer
zeigte.) Mir war die Lehre des Advaita-Vedanta inklusive der  verwendeten
Sanskritworte auf ungewöhnliche Weise vertraut. Ich fühlte mich damit,
wie nirgendwo sonst, daheim.


In dieser Zeit fiel mir im wahrsten
Sinne des Wortes ein Buch in die Hände (es kippte wirklich in einer
Buchhandlung vom Bücherregal mit der Rubrik „Advaita-Lehrer"
und knallte mir fast auf den Kopf), das nahezu Wundersames in mir auslöste.
Es las sich wie eine Botschaft aus meiner wahren Heimat. Ich las den
Titel „Im Land der Stille.“ Der Autor war ein ehemaliger Rockmusiker.
„Was hat der mit Advaita zu tun? ", dachte ich. Doch er beschrieb
romanartig genau das, was ich als Kind bereits kannte, für einige Jahrzehnte
zu verdrängen suchte und nun in meiner Erinnerung auf seltsame Art
wieder präsent wurde. Auf eindrückliche Weise wurde da von der Begegnung
eines Meisters mit seinem Schüler berichtet, der in jenen Zustand der
befreiten Leere und des inneren Friedens geführt wurde, von dem ich
tief innen immer schon wusste. Da man dem Autor des Romans auch persönlich
begegnen konnte, plante ich eine seiner nächsten Zusammenkünfte in
München oder Zürich zu besuchen. Wer so ein Buch schreiben konnte,
der musste etwas davon verstehen. Doch irgendetwas hielt mich von einer
persönlichen Begegnung noch zurück. Etwas führte mich noch einmal
in die Welt der alten Mysterienschulen und brachte mich mit meinem magischen
Wissen wieder in Berührung.


Weihnachten 2002 legte mir der
Sohn meines Lebenspartners ein Buch mit dem Titel „Tränen der Götter“
auf den Nachttisch. Sein kurzer Kommentar war: „Vielleicht interessiert
dich das, es geht darin um altes Mayawissen und das Thema 2012.“ Es
war ein dickes Buch. Ein BBC-Bericht über Kristallschädel. Eigentlich
interessierte mich das eher wenig. Doch ich begann zu lesen. Spätestens
in der Mitte konnte ich nicht mehr aufhören, ließ mir sogar für 2
Tage das Essen ans Bett bringen. Die Schlusskapitel las ich nur noch
unter Tränen. Es ging darin um Verantwortung für unsere Erde und um
eine Mitteilung an alle Träger des alten Wissens, die bald in Ihre
wahre und eigentliche Aufgabe eintreten würden. Manche hiervon wären
in Europa inkarniert und würden durch die Botschaft der Kristallschädel
gerade erinnert. Tief berührt und auf erschütternde Weise wach gerüttelt,
begab ich mich auf die Suche nach meinem Kristallschädel und jene Maya-Eingeweihten,
die mich lehren sollten. So wurde ich als Hüter dieses alten Maya-Wissens
wiederentdeckt und initiiert. In dieser Zeit kam ich auch mit dem Thema
„Klang und Töne“ erstmals wieder in Berührung. Ich begegnete einem
wunderbaren amerikanischen Klangheiler und Hirnforscher, der selbst
wie ein Gott singen konnte und angeblich von den Hathoren (eine sehr
hoch entwickelte außerirdische Zivilisation) inspiriert sei.


Ich wurde voll und voller mit
altem und neuem Wissen. Erinnerte mich selbst an Inkarnationen, wurde
hellfühlend und hellhörig. Doch meine ernsthaftesten Fragen waren
noch immer nicht beantwortet. Wozu dient das ganze Theater? Wie werde
ich von meiner Lebensschwere erlöst? Was bin ich in der Essenz? Was
ist meine wahre Aufgabe hier? Warum bin ich überhaupt in dieser verrückten
Welt gelandet? Denn meine Lebensdepression, die tief sitzende Traurigkeit
und ständige Überlebensangst blieben nach wie vor bestehen. Ich war
tief in mir immer noch einsam und kannte den Sinn meines Hierseins nicht.
Alle Bilder und Emotionen aus meiner Vergangenheit belasteten mich nur
noch mehr. Ich wollte endlich davon befreit werden und inneren Frieden
finden.


Mein Innerstes drängte mich
nun ernsthaft, an einer Zusammenkunft mit diesem ehemaligen Rockmusiker
teilzunehmen, der wohl inzwischen als eine Art Advaita-Lehrer arbeitete.
So fragte ich dann innerlich etwas zitternd im deutschen Organisationsbüro
an. Als ich kurz darauf per E-mail die persönliche Einladung von ihm
erhielt, war ich total aufgeregt und glücklich. Wem und was würde
ich da begegnen? So fuhr ich Ende 2003 nach München.


Es herrschte andächtige Stille
im Saal, der mit ca. 1000 Menschen gefüllt war. Als nach einer Weile
ein Mensch eher schwankend und sichtbar gehbehindert die Bühne betrat,
schossen aus einer unerklärbaren Tiefe plötzlich Tränen in meine
Augen. Trotz seiner noch leicht vorhandenen körperlichen Behinderung,
ging so viel Kraft von ihm aus. Gleichzeitig war er so normal. (Nach
seinem letzten Galakonzert 1978 in London, wurde auf ihn ein Mordanschlag
verübt. Mehrere Messerstiche trafen in direkt im Herzen. Nach wochenlangem
Koma erwachte er vollständig gelähmt, erblindet und stumm. Die Ärzte
bezeichnen ihn als lebendes Wunder, denn nach vielen Monaten Therapie
und dank seiner außerordentlichen Bereitschaft zum Heilwerden, sieht,
läuft und spricht er inzwischen wieder.)


In meiner Vorstellung erwartete
ich einen spirituellen Lehrer oder Meister mit Heiligenschein und allerlei
abgehobenem Getue. Doch ich erlebte da ein eher teilbehindertes Wesen
auf einem Plastikstuhl, dessen Worte ich kaum verstand (auch seine Zunge
war von der Lähmung noch leicht befallen). Er konnte so herzerfrischend
über sich  selbst lachen, dass ich nach einer Weile seine Behinderung
gar nicht mehr wahrnahm. Neben ihm stand ein Kassettenrekorder, aus
dem ab und zu klassische Musik ertönte.


Er sprach davon, dass es darum
ginge, uns nicht weiter aufzuladen (auch nichts Neues zu lernen), sondern
uns eher von den irrsinnigen und falschen Vorstellungen der Persönlichkeit
befreien zu lassen. Er forderte auch dazu auf, die hiesige Welt nicht
noch weiter mit unseren negativen Gedanken zu belasten. Wir sollten
eher das innere Licht mehren (gemeint war das Leuchten unseres wahren
Seinszustandes) und so die Liebe und den Frieden in die Welt hinaus
strahlen. Seine Aufgabe dabei wäre jedoch nicht die eines Lehrers sondern
die eines LEERERS. „Du musst sterben, bevor du Tod bist.“, waren
seine Worte. Er wäre dazu da, bei uns den Löschknopf zu drücken,
um die faschen Vorstellungen und Konzepte unseres Ichs nach und nach
aufzulösen. Die göttliche Liebeskraft würde alle Irrtümer wie Eis
in der Sonne nach und nach einfach hinwegschmelzen.


Für persönliche Fragen und
Heilung von körperlicher Krankheit (er hatte jahrelang sehr erfolgreich
als Heiler gearbeitet) sei er inzwischen weder zuständig noch zu sprechen.
Hierfür gebe es eine Reihe guter Therapeuten und Ärzte. Seine Arbeit
diene mittlerweile ausschließlich der Erlösung und dem spirituellen
Erwachen. Dafür könne man zweimal im Jahr seine Zusammenkünfte besuchen,
um Darshan und Lectures zu erhalten.


Was war denn das? Seine Worte
machten mir ungeheure Angst. Diese Veranstaltung entsprach nicht meiner
Erwartung, ich konnte da weder was Neues lernen noch wurden uns irgendwelche
Methoden zur Selbst-vervollkommnung vermittelt. Nicht mal persönlich
fragen konnte ich ihn! Es geschah auch nichts Spektakuläres und er
vollführte auch an diesem Tag keine Wunder, wie Regen anhalten oder
Spontanheilungen. Eine Reihe seiner Schüler hatten in einem weiteren
Buch Zeugnis davon abgelegt, was in seiner Nähe oder durch sein Zutun
alles so an Fügung und Gnade geschah. Unter anderem auch durch unmittelbare
Aufklärung mittels präziser Wort-Unterweisungen. Nur ich war wieder
einmal nicht dabei. Außer der Aufforderung, sich ihm im Herzen vollkommen
anzuvertrauen, konnte ich nichts mitnehmen! Und etwa freiwillig meinem
Gelöscht-Werden zuzustimmen, das ging ja schon mal gar nicht. Mein
Verstand sagte mir, das kann nicht der von mir gesuchte Meister sein.
Vielleicht ist das nur so ein weiterer weltfremder Spinner, der zwar
gute Bücher schreibt, aber zumindest bei mir nichts Großartiges bewirken
kann. Außerdem war er kein Inder. Ich war froh, den Saal am Abend unbeschadet
verlassen zu können. Enttäuscht fuhr ich heim.


Dann sandte mir das Schicksal
einen besseren Lehrer (leider wieder kein Inder), der meinen Vorstellungen
schon eher entsprach und mit dem ich wenigsten persönlich reden konnte.
Gleich zu Beginn lieferte er überzeugende Kostproben seiner wahrhaft
überirdischen Fähigkeiten, so dass ich ihm vertraute. Ich erlebte
Wunder, wie z. B. exaktes Gedankenlesen und Kenntnis meines bisherigen
Lebens. Der Mann war echt Klasse darin. Und er ließ mein EGO hochjubeln.
Auch ich würde zu den Auserwählten gehören, die bald in ihre wahre
und große Lebensaufgabe eintreten. Bei ihm könnte ich Genaueres darüber
erfahren und lernen. Das war es, wonach ich gesucht hatte! Er versicherte
mir außerdem glaubhaft, er wisse die Generallösung aus meinem ganzen
Lebensschlamassel und meiner Depression. Einzige Bedingung, ich müsse
mich ihm restlos anvertrauen und für eine Weile genau das tun, was
er sagt. (Das komische Gefühl, was ich dabei im Bauch bekam, ignorierte
ich einfach, die angedeuteten Zukunftsaussichten schienen mir doch zu
verlockend.)


Ich bekam nun einige meiner
berühmten, jedoch nicht unbedingt rühmlichen Inkarnation genannt,
die mich angeblich bis heute am wahren Leben gehindert hätten (u.a.
die eines der früheren amerikanischen Präsidenten, der nicht gerade
zu den Erfolgreichsten zählte). Ich müsse nur die Schandtaten und
mein Versagen von damals gründlich aufarbeiten, dann würde es mir
bald besser gehen.


Dieser Lehrer teilte mir dann
weiter mit, dass ich schleunigst den Maklerjob aufgeben sollte. Sonst
würde ich nicht mehr allzu lange weiterleben. Ich brauchte das zu der
Zeit wirklich so krass, weil ich sonst niemals meine Existenz derart
aufs Spiel gesetzt hätte. Außerdem sehnte sich ein Teil in mir schon
seit langem nach einem Ende dieser Qualen als Maklerin. Er benannte
mir die einzig für mich anstehende neue Tätigkeit. Das sei eine Art
„Seelenleserin", die den Menschen die Ursachen und Verknüpfungen
ihrer Probleme aufzeigen könne und auch die wahre Lösung daraus wüsste.
Und zwar wäre dieses Wissen so klar in mir, dass ich keinerlei Hilfsmittel
(wie z.B. Karten oder Zahlen) dafür benötigen würde. Ich hätte mich
bisher einfach nur vor so viel innerem Wissen gescheut, um z.B. auch
nicht in tiefere Abgründe sehen zu müssen. Bis hierhin stimmte seine
Analyse. Wow! Er schien mich zu kennen. Deshalb begann ich mutig, diese
neue Tätigkeit zu propagieren.


Doch irgendwie schleppte sich
das Ganze eher leise plätschernd so dahin. Ein tieferes Wissen in mir
sträubte sich nämlich, als bloße Kopie des „Orakels von Delphi"
mein Leben weiter zu führen und den Menschen auf diese Art ihre Vergangenheit
und Zukunft zu weissagen. Denn das bloße Wissen um die verschiedensten
Ereignisse, befreite mich zu keiner Zeit von meinen Schuldgefühlen
oder Zukunftsängsten. Ich suchte weiterhin nach dem Schlüssel für
echte Befreiung aus dem ganzen Drama meiner irdischen Verstrickungen.
Ich wollte den Mechanismus durchschauen, um ihn beenden zu können.
Es kamen zum Glück auch nur wenig bis keine Leute zum Wahrsagen und
so war ich nicht in der Lage, meinen Lebensunterhalt damit zu verdienen.


In meiner Verzweiflung fragte
ich diesen Lehrer, warum es in meinem Leben nach wie vor nicht gut läuft.
Nun
schlug er mir die „wahre" Alternative vor. Alles andere hätte
nur der Vorbereitung gedient. Meine eigentliche Lebensaufgabe wäre
etwas viel Größeres. Nämlich eine führende Position in Wirtschaft
und Politik. Schließlich hätte ich das studiert. Was ja auch stimmte.
Immerhin hatte ich an einer Eliteschule des Ministeriums der DDR mein
Diplom erworben. Außerdem könne ich damit mein Versagen als ehemaliger
amerikanischer Präsident wieder gut machen. Aus einem für ihn unerklärbaren
Grund hätte ich diese Karriere nicht angetreten. Das müsse ich nun
schleunigst korrigieren. (Was er nicht wusste, dass ich damals aus Gewissensgründen
den sicheren Job im Ministerium nicht angetreten hatte. Denn während
meiner Forschungstätigkeit und dem Schreiben an meiner Dissertation,
kam ich dem unehrlichen und maroden Staatssystem auf die Schliche. Von
da an konnte ich diesem System nicht länger dienen.)


Als ich nun von ihm wissen wollte,
wie ich das denn im Konkreten anstellen sollte (schließlich kann man
sich als Minister oder Bundeskanzler nicht einfach so bewerben), bekam
ich zur Antwort, ich müsse mich nur richtig „verkaufen" lernen
und einfach experimentieren. Wir wären hier schließlich im Kapitalismus
und auch ich solle das Spiel des Taktierens endlich begreifen.


Jetzt reichte es, das war zu
viel! Wenn ich in der Lage gewesen wäre, gut zu taktieren und andere
Menschen hinters Licht zu führen, wäre ich vermutlich schon in der
DDR erfolgreich oder später als Maklerin reich geworden. Nach über
einem Jahr in seiner Begleitung begann ich endlich aufzuwachen. Ich
durchschaute das ganze Verwirrspiel und folgte dem nicht weiter. Wieder
einmal hatte ich mich fremd bestimmen lassen und stand nun mit größerem
Durcheinander als je in meinem Leben und vor allem alleine da.


Doch dieses Erleben diente mir
auf besondere Weise. Ich hatte noch einmal live erleben können, wie
es ist, einem weiteren Umweg gefolgt zu sein. Einer ungenauen Führung,
unpräzisen Lehre bzw. einem irreführenden Guru begegnet und aufgesessen
zu sein. Es war jene spezielle Mischung aus Wahrheit und Unwahrheit,
die das Ganze so verlockend und zugleich gefährlich gemacht hatte.
Eine komplette Irreführung hätte ich sicher früher bemerkt.


Ich durfte hier auf eine etwas
heftige Art erleben, was es bedeutet, wenn man der inneren Stimme nicht
vertraut und ihr folgt. Das wirklich Interessante daran war, im Nachhinein
„verstand" ich die Warnungen meines Bauchgefühls. Mein innerer
Flugschreiber hatte alles perfekt aufgezeichnet, wann ich mir tief innen
treu bleib und wie oft eher nicht. Wann sich die Dinge stimmig anfühlten
und wann nicht. Ich sah deutlich, wie bereit ich immer wieder war, mich
durch Worte von Außen bestimmen zu lassen. Und wie selten ich meiner
inneren Wahrnehmung vertraute und ihr folgte.


Nach diesem Erlebnis hatte ich
nun endlich die Nase voll von dem ganzen spirituellen „Drumsdada".
Ich mochte nun weder irgendeinem Meister begegnen noch irgendwelche
Weisheiten oder Ratschläge hören oder weitere Techniken erlernen.
Ich wollte von dem ganzen Irrsinn dieser und der so genannten esoterischen
Welt nur noch l e e r  werden und endlich herausfinden, wer und was ICH
in der Essenz wirklich bin.


All die verschiedenen Meditations-
und Atemtechniken, Heilweisen mit oder ohne Symbolen von Mahikali bis
Reiki, asketischen Lebens- und Ernährungsweisen, Einweihungen in altes
Mayawissen, Schwitzhüttenzeremonien, Chakra-Balancing, Kinesiologie,
Familienaufstellungen, das Bearbeiten „vergangener" Inkarnationen
oder rumhocken bei irgendwelchen Satsangs hatten mich zu keiner Zeit
nachhaltig von den Verstrickungen dieser Welt und meiner Lebenstrauer
befreit. Es hatte lediglich einen besseren Magier und später Mental-Erleuchteten
aus mir gemacht und eher mein spirituelles Ego genährt.


Denn keiner dieser Wege hatte
mir den „Heimweg" oder „Ausweg aus diesem irdischen Dilemma"
gezeigt oder mir Erleuchtung, ein Gefühl von „Einssein" mit
Gott und vor allem inneren Frieden vermitteln können. Nichts davon
hatte  mich in wahrhaftes Selbst-Vertrauen und erlebbare Verbindung mit
der Quelle oder dem Absoluten gebracht. Für mich bleib das alles weiterhin
nur Theorie. Ich blieb in meiner Wahrnehmung nach wie vor der einsame
Mensch, mit Körper und Verstand und damit eine von Gott vergessene
und getrennte Person.


Etwas in mir hatte jedoch derartige
„Ego-Aufblas-Veranstaltungen" und auch „Fremdbestimmung"
wohl noch einmal gebraucht. Und auch den vorübergehenden „Genuss
von Macht", die Dinge beherrschen zu können oder jemand Auserwähltes
und Besonderes zu sein. Das musste ich wohl noch mal kosten, um mich
nun ganz davon lösen zu können. Heute bin ich dankbar für die wertvolle
Lehr- und Leidenszeit.  Denn erst dadurch war ich zu wahrer Selbst-Entdeckung
bereit. Nun sollten restlos alle Lebensirrtümer aufs Tablett kommen.
Jetzt war ich soweit, die ganze Wahrheit zu erfahren.


Ich war erstmals bereit, selbst
heraus zu finden, warum ich hier bin und was ich hier wirklich gerne
tun würde. Und zwar jenseits aller Nachahmungsversuche oder Fremdbestimmung.
Doch was ich in mir vorfand war zunächst einmal nur ein großes schwarzes
NICHTS. Einfach nur nichts und vor allem auch niemand. Ich glaube, ich
bin mein ganzes Leben vor diesem Moment davon gelaufen. Es gibt keine
Worte dafür, wie elend und hoffnungslos sich das anfühlte. Ein Leben
lang hatte ich mir Kopien anderer Menschen gezogen und diese nachzuahmen
versucht. So etwas wie ein eigenes ICH schien gar nicht vorhanden zu
sein. Diese Leere, diese Dunkelheit, die ich da innerlich erlebte, war
der trostloseste und lebloseste Zustand, dem ich bis dahin begegnet
bin. (In jenem Moment konnte ich den Anlass für Suizid und damit jeden
Selbstmörder verstehen.)


In den vorangegangen Monaten
war mein ohnehin nicht vorhandener Reichtum nun so kräftig ins Minus
abgeglitten, dass ich der wirtschaftlichen Pleite nicht mehr entgehen
konnte. In der Zeit ließ sich dann auch meine lebenslange Depression
nicht mehr länger unterm Deckel halten. Unter z.T. schüttelnden Weinkrämpfen
lag mit lähmungsartigen Bewegungsstörungen wochenlang im Bett. Auch
mein klares Denken funktionierte immer weniger (nur die Panik, die bleib).
Der Mensch, der bisher immer eine Lösung für sich parat hatte, war
diesmal komplett „Schach matt" gesetzt! Es ging monatelang nichts
mehr. Das war im Frühjahr 2005. Obwohl draußen alles erblühte, schien
die Sonne für mich nun restlos untergegangen zu sein. Was da herumlag,
war ein hilfloses Bündel Elend. Lebensunfähig. Lebensuntauglich.


Soviel
zu einigen „äußeren Zutaten” meines Erwachens-Cocktails.


Der jahrelange Selbstverbesserungs-
und Überlebenskampf hatte mich derart ausgepowert, dass ich nun wirklich
am Ende war. Meine Fähigkeit zur Disziplin war wie weggeblasen, das
„Steh-auf-Männchen” in mir war restlos zerstört. Mir wurde im
wahrsten Sinne des Wortes alles genommen. Meine Kraft, meine Fähigkeit
zu kämpfen, mein klares Denkvermögen bzgl. irgendwelcher Alternativen
und nun sogar für Monate meine körperliche Bewegungsfähigkeit. Und
damit endgültig meine finanzielle Existenzgrundlage. Was bleibt einem
da groß noch übrig an Lösungsvarianten?


Etwas tief in mir sehnte sich
nun wirklich nach dem endgültigen Ausstieg aus dem „Wahnsinnsspiel“
dieses irdischen und menschlichen Daseins. Ich dachte an Selbstmord.
Doch eine tiefere Weisheit in mir wusste, dass Selbsttötung keine Erlösung
aus dem Dilemma ist. Weder durch Suizid noch „natürlichen“ Tod
konnte ich dem endlos scheinenden Rad der Wiedergeburt und der Dualität
entkommen oder gar aus dem Alptraum dieser Welt hier erwachen. Aus einer
tieferen Wissensebene heraus war mir klar, dass ich noch während dieser
Existenz im Körper aus dieser kompletten Irrealität hier aufwachen
musste. Aus meiner Ich-Bezogenheit und all dem, was hier real zu sein
scheint. Denn nach dem so genannten physischen Tod schien es noch viel
schwieriger zu sein, das zu realisieren.


Inzwischen hatte ich einige
Begegnungen mit „Verstorbenen“ (manchesmal klappte es inzwischen
auf wundersame Weise auch mit solchen Wahrnehmungen bei mir), die ihre
vorübergehende Körperlosigkeit oder auch das Weitergehen der hiesigen
Zeitrechnung noch nicht einmal bemerkt hatten. Sie hingen z.T. in einem
trostlosen Schwebezustand von eingebildeter Unfreiheit und blieben oft
sogar erdgebunden, was alles andere als glücklich zu sein schien.


Doch
auch die astralen Gefilde ähnelten eher einem Spiegelbild unseres aktuellen
irdischen Bewusstseins-Grades. Eine täuschend echte Kopie dieser Welt,
die viele für den „göttlichen Himmel“ halten. Das Gesetz der Resonanz
funktioniert hier ebenso perfekt wie während unseres irdischen Daseins.
Man wechselt nur die Ebene, das Spiel bleibt das gleiche.


Selbst wenn ich mich möglicherweise
im „Jenseits“ bzw. der Astralebene bis zur nächsten qualvollen
Inkarnation ausruhen kann, war das inzwischen für mich kein erstrebenswerter
Platz mehr. Da ich weder HIER noch DORT die endgültige Befreiung von
meinen menschlichen Qualen finden werde, sehnte ich mich inzwischen
nach Ausstieg aus diesem „Teufelskreis“. Und nicht nur nach vorübergehender
Teil-Linderung meiner irdischen Leidensthemen durch Ablegen meines Körpers.


Ich bat um das Erkennen der
letztendlichen Wahrheit hinter diesem „Spiel“, in das wir kollektiv
wie hilflose Gefangene verstrickt zu sein scheinen. Und ich wollte nun
ganz klar und entschlossen zu 100 Prozent aus diesem „Theaterstück“
bzw. „Kreislauf“ aussteigen. Ich wollte sowohl die irdische Scheinwelt
als auch die astrale Zwischenwelt verlassen.


In tiefster Hilflosigkeit und
echter Verzweiflung betete ich zum ersten Mal wirklich in meinem Leben.
Ich wendete mich nun an den von mir ersehnten Gott der bedingungslosen
Liebe und Ewigkeit. Ich bat alle so genannten für die Erlösung gefangener,
verirrter Seelen „zuständigen“ Kräfte um Unterstützung (als Kind
bezeichnete ich sie immer als die „Guten“). Ich flehte wohl mit
letzter Kraft um Befreiung von diesem Ort der Vergänglichkeit und des
Überlebenskampfes. Nicht wissend, ob man mich hören kann und ob mir
solche Hilfe überhaupt zusteht (mein Schuld- und Unwürdigkeitskonto
war ja inzwischen mehr als voll). Ich betete still und mit letzter Kraft.


Doch selbst in Anbetracht meiner
hoffnungslosen Lage bedeutete das für mich immer noch eine ungeheure
Überwindung. Es bedingte den radikalen Ausstieg aus meinen gewohnten
Handlungsmustern. Bisher hatte ich mich schließlich alleine durchs
Leben geschlagen. Ich konnte kaum die Unterstützung anderer Menschen
annehmen, noch mich irgendwelchen unsichtbaren Kräften oder gar GOTT
ernsthaft anvertrauen. Ich hatte für alle Fälle immer noch einen „eigenen
Notrettungsplan“, falls die Verbindung zu jenem Bewertungs-Gott nicht
klappen sollte und er mir den Zutritt in sein Reich weiter verwehren
würde! Doch auch der Joker sollte diesmal nicht mehr zum Einsatz kommen.


Ein wesentlicher Grund, der
mich auch zu diesem Moduswechsel befähigte, waren meine unzähligen
Fehlversuche Marke „Eigenbau“. Nach vielen Jahren der Versuchsreihe
„Ich muss für mich alleine sorgen und für alles die Verantwortung
übernehmen“, hatte ich ungefähr 73.598 Stück solcher 10er Karten
verbraucht. Das Ergebnis sah nicht rosig aus. Ich war nach Jahren leider
zu erfahren und inzwischen zu klar im Vorausschauen, wie künftige derartige
Überlebensversuche enden würden. Ich wusste einfach, dass jeder weitere
Eigenversuch nur nach hinten losgehen würde. Trotz all meiner Disziplin
und Perfektion schaffte ich es nicht, mich selber aus dem Chaos und
Leiden dieser Welt zu befreien. Auf Hell folgte Dunkel, nach Erblühen
kam Vergehen, nach einem Hoch folgte ein Tief, nach Gewinn kam Verlust,
nach der Geburt wartete irgendwann der Tod. Zu keiner Zeit konnte ich
mich damit abfinden oder das für unser gott- oder von wer-weiß-wem
gegebenes Schicksal hinnehmen.


Meine alte Festplatte funktionierte
nicht mehr. Ich hatte keine weitere „Eigenvariante“ mehr parat,
die einigermaßen sinnvoll schien. Und nur die Zeit damit zu verbringen,
um weiterhin mühsam das Geld für die Miete und meine Rechnungen zu
erarbeiten, genügte mir inzwischen nicht mehr als Sinn meines Hierseins.
So musste selbst solch ein hoffnungslos verhärteter Fall, wie ich,
den Kampf aufgeben. Mich lehrte diese Zeit der totalen Hilflosigkeit,
was aufrichtige Hingabe an etwas GRÖSSERES als mein kleines „Ich“
bedeutet. Und was es heißt, das Geschehen der göttlichen Führung
zu überlassen. Ich hatte keine andere Wahl mehr, als mich restlos und
zu einhundert Prozent zu ergeben. Das war der Augenblick von wirklicher
GNADE.


In der Zeit entschleierte sich
mir noch ein weiterer versteckter Irrtum. Manche Erwachensberichte weisen
auf die dunkle Nacht der Seele hin. Und auch auf die unumgängliche
Phase dieser Verzweiflung, durch die angeblich jeder hindurch geht.
Diese Zeit in der das Alte nicht mehr funktioniert und das Neue sich
noch nicht zeigt. Ein unerträglicher Schwebezustand zwischen „den
Welten“. Und ein wirkliches Nichtwissen, WAS danach kommt und WANN
sich dieser Zustand jemals ändert. Jene Phase, in der man die gewohnte
Kontrolle über alles verliert.


Ich hatte mich bisher für intelligent,
fleißig, und diszipliniert genug gehalten und gehofft, dass mir dies
erspart bleiben könne. Ich hatte wohl vergeblich nach einer „Schmerzfrei-Erleuchtungs-Methode“
Ausschau gehalten und bei mir auf eine „Blitzerleuchtung" gehofft,
in der mein ICH noch den Überblick und vor allem die Kontrolle behalten
kann. Auch durch monatelanges Sitzen neben einem erleuchteten Meister
schwappten die Einheit mit Gott und die Glückseligkeit nicht einfach
so zu mir rüber. Ich glaubte allen Ernstes lange Zeit, irgendwie um
die dunkle Nacht der Seele herum kommen zu können. Doch auch da hatte
ich mich wohl geirrt. Nun war es und vor allem ICH so weit. Ich wendete
mich direkt an jene Kraft, die manche GOTT nennen und war erstmals bereit,
DEM tatsächlich zu begegnen.


Ich bemerkte an dem Punkt, dass
ich IHN so pur bisher noch  n i e  wirklich um Hilfe gebeten hatte! Aus
Angst vor Bestrafung und aus Stolz. Gott war in den Jahren meiner irdischen
Prägung eher etwas für Menschen, die im Leben nicht klar kamen. Was
für eine Arroganz! Wenn Omas beteten oder in Hollywood-Filmen der Schmalz
nur so tropfte, konnte ich mir das ansehen und war zu Tränen gerührt.
Aber im Ernst des Lebens, in der Realität, da musste ich selber für
mich sorgen.


Still
und mit letzter Hoffnung bat ich um wahrhaftes Erkennen der Illusionen
und vollständige Erlösung von den Ängsten und Kämpfen dieser dualen
Welt. Diesmal war ich auf eine ganz besondere Art bereit, endgültig
von dieser vergänglichen Welt zu gehen und heimzukehren in die Welt
der Ewigkeit und reinen Liebe. Ich benutzte Gott nicht nur als Notvariante
für die Beseitigung meiner Lebensprobleme, sondern ich  v e r t r a
u t e  mich ihm völlig an. Total, restlos, ganz ohne „Eigenanteil“.
Ich ließ mir erstmals wirklich helfen.


Und dann erlebte ich (bewusst)
zum ersten Mal, was es bedeutet, nicht mehr als einsamer Kämpfer unterwegs,
sondern behütet und getragen zu sein. Das Göttliche war mir in der
lichten und feinstofflichen Gestalt meines wahren Meisters zu Hilfe
gekommen. Direkt in mein Zimmer, in dem ich schon seit Wochen lähmungsartig
ans Bett gefesselt lag. Ich konnte es kaum glauben! (Es war derjenige,
dem ich 2003 einmal in München begegnete und vor dem ich schleunigst
wieder weggelaufen bin. Jener mit der körperlichen Teilbehinderung,
dem Kofferradio und dem fehlenden Heiligenschein. Auch dieser Irrtum
wurde damit aufgedeckt.) Etwas Tieferes in mir erkannte ihn diesmal
vor allem am Klang seiner Stimme wieder, die ganz deutlich zu mir sprach:
„Ich zeige dir jetzt, was bedingungslose Liebe vermag." Es war
jener Ton, den ich schon seit Äonen kenne und der mir schon ewig zutiefst
vertraut ist.


Dann erfuhr ich tatsächlich
die befreiende Wirkung der bedingungslosen Liebe durch ihn und die Kraft
GOTTES. Ein alles befreiender Frieden, der nicht von dieser Welt ist,
durchströmte mein ganzes System. Und dies in einer noch nie erlebten
Totalität! Die ganze Lebensschwere, der ganze Kampf, die ganze Gelähmtheit
schien auf einmal aus meinem Körper und vor allem aus meinem Denken
zu weichen. Das geschah innerhalb von wenigen Sekunden. Mir wurde an
diesem Beispiel mein vom Körper und Verstand unabhängiges Wesen vor
Augen geführt. DAS zeigte mir meinen eigentlichen (und natürlichen)
Seins-Zustand. 


Nun war ich bereit, mich von
den Irrtümern dieser zeit-räumlichen Welt restlos befreien bzw. LEEREN
zu lassen. Ich erkannte für einen Moment mein absolutes Freisein von
Schuld. In meinem Bewusstsein wurde einfach nur die innere Sicht verändert.
Als hätte ich die Betrachtungsebene gewechselt.


Jetzt verstand ich viele der
Worte von Meister M.! Und auch, warum ich nach unserer ersten Begegnung
noch einmal vor ihm weggelaufen bin. Mein Ego wollte das Spiel in dieser
Welt hier nämlich noch nicht beenden. Denn es hätte damit sein eigenes
Erlöschen bejahen müssen. Und wer stirbt schon gerne freiwillig? Nun
verstand ich ebenfalls seine Aussage: "Wenn du dein wahres Selbst
erkennen willst, musst du sterben, bevor du tot bist." Er meinte
damit den Tod des Egos und dessen, was wir für unser ICH halten. Mein
geliebter Meister hatte mich wiederholt gefunden. Und zwar in jener
Situation, die mich bereit gemacht hatte, wirklich zu sterben. So erlebte
ich wahres Behütet-Sein von der göttlichen Liebe und der Kräfte,
die in SEINEM Dienst stehen.


Ich weinte Tränen der Erlösung
und tiefer Berührtheit. Ich kam mir wie ein verloren geglaubtes Wesen
vor, welches nach jahrtausende langem Umherirren endlich wieder Heim
geleitet wurde. Die „Guten“, die ich als Kind so ersehnte, hatten
mich gefunden und die Verbindung zu mir wieder hergestellt. Seither
weiß ich auch, dass die Weiße Bruderschaft alles andere als eine Fiktion
ist. Es sind jene wahren Meister, deren Wirken seit Äonen der Befreiung
aus den zeit-räumlichen Strukturen dient. Die uns unermüdlich an unser
wahres Sein jenseits des irdischen Körpers erinnern. Jene Meister haben,
genau wie wir, das ganz normale Menschsein kennengelernt und den Weg
der Erlösung selbst durchlebt. Sie tun ihren Dienst als Helfer „hinter
dem Schleier“. Diese wahrhaft erlösenden Kräfte haben mich zutiefst
im Herzen berührt. Die göttliche Gnade hatte mich tatsächlich erreicht.
Diesen Moment der Wieder-Begegnung mit der heimatlichen Liebesqualität
und mit meinem mir vertrauten und geliebten (und derzeit in der Schweiz
inkarnierten) Meisters, werde ich niemals mehr vergessen. Ich suchte
ihn in Indien und fand ihn stattdessen in meiner Muttersprache sprechend
in Europa wieder. Auch deshalb erkannte ich ihn nicht sofort. Inzwischen
weiß ich, dass wir uns auch in einigen indischen Inkarnationen begegnet
sind.


Schon wenige Minuten nach meiner
wieder hergestellten Bewegungs- und Denkfähigkeit, klingelte in meinem
Büro nebenan das Telefon. Ich bekam ohne mein Zutun meinen ersten Beratungsauftrag
als Immobilien-Coach. Es war ein Notfall, für den meine speziellen
Fähigkeiten wie gerufen kamen. Was für eine Regie. Ich war baff!


Inzwischen bekomme ich Stück
für Stück gezeigt, mit welcher Intensität wir in der von uns selbst
erschaffenen Realität feststecken. Ich begreife langsam, wie unser
von Gott getrenntes Denken eine Art persönliches und kollektives Kino
kreiert. Und dass alles, was wir als echt ansehen und erleben, nur ein
genialer Trick des von Gott getrennten Geistes zu sein scheint, um uns
weiter darin verstrickt zu halten. Diese „Einblicke” geschehen genau
in dem Tempo und in der Intensität wie ich sie nehmen kann. Teilweise
ereignet sich die  Wandlung meines „Systems" so sanft und nahe
zu unmerklich, dass ich es nur an meiner schwindenden inneren Aufregung
und dem Freiwerden von Angst erkenne. Und daran, wie leicht und logisch
sich die Dinge zu fügen beginnen.


Mein frühkindliches Empfinden,
hier in der „falschen Welt" gelandet zu sein, erweist sich als
zutreffend. Ich sehe inzwischen klarer denn je, dass diese Welt zwar
auf dieser Ebene als einzige Realität erscheint. Doch beim tieferen
Betrachten wird sichtbar, wie wenig das mit der göttlichen Wirklichkeit
zu tun hat.



Ich kann rückblickend deutlich
sehen, wie meine Ich-Persönlichkeit  u. a. deshalb ständig neue Probleme
produzierte, um mich vom Erwachen aus dieser dualen Scheinwelt abzuhalten.
Mein EGO lieferte immer neue Beweise, dass niemand anderes als mein
starkes ICH mich jemals retten könne. Niemand sonst, konnte mein körperliches
Überleben so gut beschützen. Was für ein Wahnsinn! Mein Ego wollte
mich nicht erkennen lassen, welches Spiel hier gespielt wird, weil das
das Ende seiner Existenz bedeuten würde. Es müsste sich selbst ad absurdum
führen. Es mochte sein eigenes Denk- und Handlungssystem so lange wie
möglich am „Leben" halten und mir den Körper und die Persönlichkeit
als meine einzig wahre Existenz verkaufen.


Die anhaltende Begegnung mit
der Gnade erlebe ich inzwischen als klare Antwort auf die Frage nach
der Würdigkeit und Schuld meines / unseres wahren Daseins. Es gibt
vor Gott und in Wahrheit gar keine Schuld und auch keine Trennung. Ich
begreife zunehmend, dass alles, was sich in dieser Welt real anfühlt
(selbst der strafende Gott), nichts als Produkte des Ego-Geistes sind,
die ich einfach nur klar als das erkennen muss. Und mir als Eigenschöpfung
vergeben darf. Je mehr ich mir meiner ursprünglichen Unverletzbarkeit,
Klarheit und Reinheit gewahr werde, desto mehr erübrigen sich von allein
alle irdischen „Selbstverbesserungs-Mechanismen“ oder gar spirituellen
„Reinigungs-Techniken“.


Seither bin ich aus einer viel
tieferen Einsicht heraus in der Lage, mir  und anderen Menschen wahrhaft
zu VERGEBEN! Denn solange Menschen in diesem Ego-Spiel total verstrickt
und damit zu hundert Prozent mit ihren ICH identifiziert sind, wie sollen
sie da angstfrei und großzügig auf ihre so genannte (oft bedrohliche)
Umgebung reagieren? Wir wissen, hören und empfinden uns auf dieser
Ebene schließlich nur als voneinander getrennte Wesen, als einzelne
Körper. Mit diesem irrsinnigen Bewusstsein bleiben wir in ständiger
Konkurrenz zueinander.


Und so lange wir uns weiter
als unwürdige oder von Gott getrennte Personen betrachten und diese
Welt nicht als „Traumbühne“ und alleinige Schöpfung des EGOS enttarnen,
bleiben wir im Hamsterrad unserer Probleme. Und damit für ewig das
Opfer der Vergänglichkeit. Wenn auch zum Teil eher schleichend und
unbewusst. Das ICH hat auf diese Art gar keine andere Wahl, als den
(häufig vergeblichen) Überlebenskampf eines Einzelwesens zu kämpfen.
Von einem Einheitsbewusstsein oder "We are all one" bleibt
man so garantiert weit entfernt.


Nun konnte ich es deutlich sehen.
In all den Jahren meiner Suche nach Gott im Außen und dem Ausprobieren
unzähliger Methoden meiner Selbst-Vervollkommnung war nichts anderes
geschehen, als das noch stärkere Aufpolieren meiner separaten ICH-Persönlichkeit.
Was ich abbauen wollte, hatte ich eher aufgebaut. Mein ICH und meine
angebliche Schuld trennten mich erfolgreich weiter von meiner eigenen
Göttlichkeit und dem geistigen Einssein mit ALLEM! Ich war und blieb
so auf subtile Art ein Einzelkämpfer! Es war schließlich die mir einzig
bekannte (und bis dahin funktionierende) Überlebensstrategie. Ein wirklich
genialer Trick des Egos, um sein Fortbestehen zu sichern!


Auch all die esoterischen oder
psychologischen Methoden und Techniken hielten mich weiter in meinem
begrenzten irdisch-menschlichen Bezugsrahmen. Ich blieb damit mehr denn
je in der Dualität verhaftet. Alle daraus resultierenden Ersterfolge
und Teilverbesserungen verpufften nach einer Weile wieder. Ich blieb
dem Vergänglichen dieser Welt weiterhin ausgeliefert. Und musste auf
diese Art meinen inneren Fahrradreifen immer wieder neu aufpumpen, um
für kurze Zeit so etwas wie Glücksgefühle zu haben. Die permanente
Beschäftigung mit meiner persönlichen Leidens- oder Erfolgs-Geschichte,
hinderte mich am Erwachen.


Wie sollte denn auch allen Ernstes
eine duale Methode aus dieser vergänglichen, ego-geprägten „Welt"
mich je in die nichtduale „Welt" der Freiheit, Ewigkeit und bedingungslosen
Liebe befördern können? Was nützte es mir, mich aus bürgerlicher
Sicht moralisch richtig zu verhalten? Und wie weit brachten mich all
die spirituellen Moral-Vorschriften?  Was nützte mir all mein scheinheiliges
Getue nach außen? Das ganze Theater machte mich (aus dem begrenzten
Moral-Blickwinkel) nur noch unmutiger und unwürdiger für eine wahre
Gottesbegegnung.


Ich brauchte viele Jahre dieses
Lebens und sicher auch die Erfahrung unzähliger anderer solcher „Traum-Inkarnationen“,
um diesen Irrtum endgültig zu durchschauen. Auch meine ernsthafte Bereitschaft
und Entschlossenheit, ganz klar aus diesem EGOSPIEL aussteigen zu wollen,
musste sich erst entwickeln. Meine Seele war wohl irgendwie müde geworden
und wollte von diesem sinnlosen Kreislauf endgültig erlöst werden.
Dazu gehörte auch die ernsthafte Erkenntnis, dass letztendlich nur
die GNADE (!!!) und der göttliche Geist meinen Ego-Geist aus diesem
Spiel befreien konnten.


Besonders mein verändertes
Gottesverständnis hat mich von einer tief sitzenden Angst befreit.
Auf einer höheren Ebene war ich bereit, mir meine unbewusste Schuld
zu vergeben und das ganze alte Theater hinter mir zu lassen. So konnte
ich mich erstmals von den Gefühlen des Unwürdigseins lösen. Ja, ich
kann seit diesem Erkennen wirklich sagen: „Herr, dein und nicht mein
Wille geschehe!“ Ohne mir nichtig oder klein vorzukommen. Seither
bin ich dankbar, in das große göttliche Konzert wieder ganz eingefügt
zu werden. In die wirkliche ORDNUNG. Um darin für IHN meinen wahren
Dienst zu tun.


Mit dieser inneren Bereitschaft
und veränderten Einstellung zu Gott war es überhaupt erst möglich
zu erfahren, dass ich zu keiner Zeit als getrenntes Wesen oder gar verstoßen
vom göttlichen Sein existierte. Mein Verhältnis zu Gott hat sich seither
total entkrampft. Und ich verneige mich tief vor dieser Intelligenz
und Liebeskraft, die jederzeit einfach da ist. Ich hatte mit meiner
Einwilligung zum „Ausstieg“ und mit Hilfe der Gnade die „Betrachtungs-Bühne“
gewechselt. Nun verstand ich auch die Worte: „Werde reinen Geistes.”
Das meint nicht irgendwelche weltlich moralischen oder religiösen Verhaltensmodelle,
sondern meint klares Erkennen, was WAHR und was nur scheinbar REAL ist.
Es meint das Ende des egobestimmten Denkens und Rückkehr in unseren
reinen göttlichen GEIST. Das bedeutet z.B. auch die Korrektur unseres
verfälschten Bildes von einem strafenden und wertenden Gott und unserer
Getrenntheit voneinander.


Die göttliche Führung hat
einen Überblick über die Dinge, den mein menschlicher Verstand in
seinen besten Zeiten nicht haben kann. Ich fühle mich seither behütet
und getragen und lebe in immer tiefer werdendem Vertrauen in die göttliche
Weisheit und Liebe. Ich verneige mich voller Demut und in tiefer Dankbarkeit
gegenüber dem Unaussprechlichen, welches mich seither von allen restlichen
Gewohnheiten und vor allem Denkmustern dieser Welt befreit.


Meine eigene Erlösungs- und
Heilungserfahrung wurde mir in dem Buch „Die Illusion des Universums“
von Gary Renard und im „Kurs in Wundern” nochmals tiefer bestätigt.
Mein frühkindliches Wissen um die Unwirklichkeit dieser Welt, fand
ich dort in Worten formuliert, die mein Herz berührten und mich ganz
tief innen mit mir SELBST versöhnten. Was ich für falsch ver-rückt
und unnormal gehalten habe, war wissend ver-rückt. Was für einen Befreiung!


Seither praktiziere ich aus
innerem Wissen und tiefster Überzeugung einfach kontinuierlich VERGEBUNG
für alle Schöpfungen meines EGOs. Für alle Trennungsgedanken, für
die vergangenen und auch die aktuellen Lebensumstände, für das Verhalten
der scheinbar von mir getrennt existierenden Personen und vor allem
für meine noch vorhandenen Schattenseiten und Verstrickungen als Mensch.
So kann sich der Wandel im Bewusstsein endgültig vollziehen. Ich mache
alle vergänglichen Bilder und weltlichen Dramen einfach nicht länger
W A H R.


Dem jeweils vor meinen menschlichen
Augen ablaufenden Lebensfilm kann ich so inzwischen immer leichter aus
höherer Warte unbeeindruckt zuschauen und ihn als meine eigene und
unser aller "Traumschöpfung" anerkennen. Kein fremder strafender
Gott schafft jenes irdische Chaos und den ganzen Unfrieden. Das vollbringt
nur unser von Gott abgewandtes Denken, unser ICH. Wir erschaffen diese
Unordnung mit unserem Eigenwillen selbst. Jedes Ereignis und jede Person
dient mir inzwischen als Spiegel meines eigenen inneren Geisteszustandes.
Im Guten wie im Schlechten.


Je
deutlicher ich diesen Wirkmechanismus durchschaue und im GEISTE den
ablenkenden und ablehnenden Gefühlen vergebe und sie nicht länger
wahr mache, umso mehr fühle ich mich hernach mit ALLEM verbunden. Es
findet nichts mehr getrennt von mir oder Außerhalb statt. Auf diese
Weise ereignet sich jedes Mal neu das Mysterium von echter Verbundenheit.
Und das enthebt mich zusätzlich von meiner inneren Hilflosigkeit. Damit
kann ich echte Verantwortung übernehmen, mein fehlgeleitetes Denken
wirksam korrigieren und den scheinbar „ANDEREN“ sogar noch damit
helfen. Wie wunderbar, im wahrsten Sinne des Wortes! Deshalb wohl auch
der Titel „Ein Kurs in Wundern“.


Seither kann echter Wandel und
Heilung in meinem Geist geschehen. Der Gedanke und die Notwendigkeit
der Selbstbestrafung oder der Verteidigung (oft unbewusst) erübrigen
sich auf diese Weise. Wenn ich b e w u s s t  mein Freisein von
Schuld anerkenne und keine neue produziere, erübrigen sich die Projektionen
im Außen. Damit endet gleichzeitig der Glaube an die Realität des
Überlebenskampfes und die Notwendigkeit der Selbstbestrafung. Denn
diesen Irrsinn produzieren in Wahrheit nur unsere inneren Gedanken-Bilder.
Die vergangene und die zukünftige Angst werden so gelöscht. Der Spiegel
wird wieder rein und klar.


Erst
dann sind wir in der Lage, die Wahrheit zu erkennen. Uns als reines
GEWAHRSEIN, LICHT oder schlichte ANWESENNHEIT in ALLEM wahrzunehmen.
Das ewige JETZT real zu erfahren.


Zumindest bei mir beobachte
ich den Weg der wahren Vergebung als perfekten „Angstauflöser“
und „Ego-Killer”. Und wie ich inzwischen selbst erfahren durfte,
können sich auf diese Weise sogar Krankheiten oder materielle Schuld
auflösen. Bei mir und bei den scheinbar „Anderen“.


Durch das Anerkennen meines
eigenen geistigen SELBSTES im Gegenüber, kann ich mir gleichbedeutend
mein eigenes „Falschsein“ als Mensch verzeihen oder meine eigene
"Größe" annehmen. Ich brauche nun nicht mehr in harmlos
oder bedrohlich, in gut oder schlecht zu unterscheiden. Durch jene Tiefeneinsicht
kann ich mich dem natürlichen Fluss des Lebens immer angstfreier hingeben.
Das kleine begrenzte ICH braucht sich nicht länger zu verteidigen,
es hat ausgespielt. Was entsteht, ist tiefes eigenes Angenommensein
und innerer Frieden. Was ich früher nur in der Gegenwart von Tieren
oder in der freien Natur empfand, erlebe ich nun immer häufiger auch
in der Begegnung mit Menschen und in unterschiedlichsten Lebenssituationen.


Selbst wenn hin und wieder bedrohliche
Gedanken aufsteigen, dann weiß ich aus welcher Quelle sie stammen.
Aus meinem und dem kollektiven EGO-Geist. Ich mache sie einfach nicht
länger wahr und halte sie auch nicht für mein Schicksal. Sie ziehen
dann wie Wolken am Himmel vorüber. Auch wenn noch mal unangenehme Gefühle
in mir hoch kochen, kann ich sie immer leichter in ihrer Totalität
ganz einfach so erleben, wie sie sind. Ohne sie zu unterdrücken oder
auszuagieren zu müssen. Indem ich mir ihren illusionären Charakter
bewusst mache, brauche ich sie nicht mehr in Schach zu halten, zu bekämpfen
oder verbessern. Sie lösen sich nach einer Weile einfach auf. So erfahre
ich täglich die göttliche Gnade und bin mehr und mehr in innerem Frieden.


Dieses konsequente mich „Versöhnen“
mit ALLEM was ist, hebt mein komplettes „System“ ganz sanft in eine
anhaltende und bedingungslose Liebes-Frequenz. Und mein Vertrauen in
die göttliche Liebe und Führung wächst seither von ganz allein. Ich
erlebe eine Art Verschmelzung mit der göttlichen Kraft und Weisheit,
wie ich sie als Kind schon erfahren habe. Und auch diese wunderbaren
Töne tauchen seither wieder aus meinem Innersten auf. Nur bin ich inzwischen
viel bewusster EINS damit. Nun habe ich verstanden. In solchen Momenten
fließen immer wieder einfach nur Tränen tiefster Berührtheit und
Dankbarkeit aus meinen Augen. Und wie befreiend es sich anfühlt, das
Geschenk solcher Tränen zu erleben!  Damit hat auch meine Suche nach
einem Gott im Außen ein Ende gefunden.


Es geschieht wie ein beiderseitiges
Aufeinander-Zugehen. Und dieser Jemand, diese Person, die immer etwas
zu werden versuchte, die immer an sich herummäkelte, die immer noch
eine innere Baustelle zu bearbeiten hatte, verschwindet einfach zusehends.
Immer öfter höre ich eine innere Stimme sagen „Schau genau hin,
was davon wahr ist und was nicht!”. Ich nehme immer bewusster war,
was ich NICHT bin! Das alte ICH schmilzt einfach so dahin.


Was bleibt, ist reines Gewahrsein
dessen, was nie kam und nie ging. Es ist reinster unberührter Geist
(gereinigt von der Identifikation mit den Denkkonzepten, Emotionen und 
Bildern dieser Welt). Dieser neutrale „Beobachter” kann die Dinge
und Ereignisse unbeeindruckt auf sich beruhen und in Frieden einfach
geschehen lassen. Doch auch die letztendliche Nichtexistenz eines solchen
Beobachters sollte mir eines Tages noch gezeigt werden. Das geschah
folgendermaßen.


Da ich ja nun meinen geliebten
Meister wieder gefunden hatte, vertraute ich mich ihm über lange Zeit
aus tiefstem Herzen an. Ich stand, um es mal mit irdischen Worten auszudrücken,
nahezu 24 Stunden in direktem Funkkontakt mit ihm (und ließ mir von
da an bereitwillig mein krankes ICH löschen). Immer dann, wenn ich
nicht weiter wusste, befragte ich IHN im Geiste und bekam auch prompt
eine innere Antwort oder es zeigte sich die Lösung im Außen. Nicht
selten bat ich ihn, durch mich hindurch zu wirken. Eine wunderbar bequeme
Einrichtung, die am liebsten eine Ewigkeit hätte so bleiben dürfen.
Eines Tages veränderte sich das jedoch in der Form, dass ich keine
Energie und keine Antworten mehr von ihm erhielt. Bis auf jene: „Folge
ab jetzt der höchsten dir selbst zugänglichen Weisheit in dir! Erkenne
deine DIR innewohnende Meisterschaft an." Was war denn das? In
der Hoffnung auf Besserung fuhr ich zur nächsten Zusammenkunft nach
Zürich. Doch da verschwand dieser Draht zu ihm noch mehr. Es deutete
sich nun sogar ein Abschied im Außen an. Wer jemals einem wahren Meister
begegnet ist und ihn lieben gelernt hat, kann sich vielleicht vorstellen,
wie es mir in den Wochen danach erging...


In der Zeit wurde dann auch
noch unser geliebter Kater Rumi krank. Nun hätte ich so gerne die Hilfe
meines Meisters in Anspruch genommen und ihn um Heilunterstützung gebeten.
Doch das war ja seit Jahren sowieso nicht mehr möglich. Das hatte er
inzwischen mehr als einmal unmissverständlich verkündet. Doch auch
Rumi hätte das so nicht gewollt (nachzulesen im Backgroundarchiv unter
Tiertalk). Er akzeptierte „Heilsitzungen" nur von mir und meinen
Lebenspartner und sagte uns einfach, dass der GLAUBE an das Heilsein
dabei das wichtigste sei. Doch wie sollte das geschehen? Ein Wesen „heilen"
oder wobei auch immer „begleiten", dem ich mich so im Herzen
verbunden fühle? Diese Verantwortung war mir einfach viel zu groß!
Wenn ich da etwas falsch mache, bin ich vielleicht schuldig am Tod meines
geliebten Tieres. Jedem anderen hätte ich so etwas zugestanden, nur
mir nicht. Was für ein Wahnsinn!


Just in dem Moment ging mir
ein Licht auf. Ich hatte all die Jahre derartige Befähigungen ganz
still und heimlich bei allen anderen, nur nicht wirklich bei mir anerkannt.
Nach meiner Meinung war jeder Andere begabter oder würdiger oder eben
ein berufener Heiler oder Meister. Es war so ganz unbemerkt ein Rest
von Schuld und Unwürdigkeit, selbst zu handeln bzw. in direkte Gottesverbindung
zu gehen, in mir erhalten geblieben. Ich brauchte immer noch jemanden,
den ich in der Hierarchie über mich stellen konnte und damit zwischen
mich und die in mir natürlich vorhandenen Fähigkeiten. Ist unser Ego
nicht wahrhaft trickreich, wenn es um Weglaufen vor Gott und Anerkennung
der eigenen Größe geht?


Nun war es an der Zeit, diesen
letzten Schritt zu erlauben. Es fühlte sich an wie innerliches Vergehen,
wie restlos ent-leert werden, wie endgültig ausgelöscht werden. Ich
weinte und schrie meine stumme Verzweiflung so manche Nacht in mein
Kissen. Ich bebte, ja explodierte förmlich innerlich. Da war sie, diese
Versagensangst. Die letzten Anker meines alten ICHs und meiner Unwürdigkeit
sollten nun sterben! Aber wie? Ich spürte auf einmal eine tief aufkommende
Todesangst.


All die Jahre hatten wohl auch
der Vorbereitung auf jenen Zeitpunkt gedient. Denn die positiven Erfahrungen
der letzten Monate hatten mein Vertrauen in die göttliche Weisheit
wahrlich gestärkt. Und doch war es diesmal anders. Ich betete wie von
höherer Macht geführt erstmals zu JESHUA und der Christusenergie,
um mich nun ganz heim und damit in meine wahre Größe führen zu lassen.
Ich hatte die Worte noch nicht zu Ende gedacht, geschweige denn gesprochen,
da durchströmte mich eine Liebe, die nicht von dieser Welt ist. Ein
nicht mit menschlichen Augen wahrnehmbares Licht durchflutete meinen
Körper, ja mein ganzes Zimmer und dehnte sich durch alle Wände unseres
Hauses hindurch ins Unendliche aus. In diesem Licht löste sich alle
Form auf. Es vereinigte sich mit einem inneren Leuchten, so dass ich
nicht erkennen konnte, woher das Licht kam. Ich konnte keine Quelle
mehr entdecken. Es war einfach überall und in allem. Da blieben auch
kein ICH und kein Betrachter mehr. Es war alles EINS. Ich weiß nicht,
wie lange DAS anhielt. Denn auch das Zeitgefühl hatte sich darin aufgelöst.


Jenes Gewahrsein lässt sich
jedoch nicht wirklich beschreiben. Menschliche Worte genügen nicht,
um die Befreiung, die überwältigende Liebe, den Glanz und die Vollkommenheit
ausdrücken zu können, welche in solchen Momenten mein ganzes
Systemdurchfließen.
Eine unermessliche Kraft und Freude begleiten mich nun von Tag zu Tag
mehr. Einher geht damit jedoch auch immer noch ein leichtes Zittern
und großer Respekt vor dieser Würde und Erhabenheit, die sich dann
in mir und um mich ausbreitet. Auf körperlicher Ebene geschieht  dabei
so etwas wie ein inneres Verbrennen. Es fühlt sich an, als würde sich
die ganze karmische Last nach und nach auflösen. Ein langsames Ausvibrieren,
wie Meister M es nennt. Am intensivsten und leichtesten geschieht es,
wenn ich der inneren Anweisung folge: „Werde ganz einfach leer. Du
musst es mit deinem menschlichen Verstand weder wissen noch tun. Vertrau
dich einfach direkt und ganz der göttlichen Liebe und Intelligenz an.
Sei bereit, ganz mit dem Licht der Ewigkeit zu verschmelzen. Lass es
in dir und durch dich wirken.”


So einfach? So leicht? So getragen?
So geliebt? So frei? So würdige und große Wesen sind wir? Ja, wir
sind DAS. „Wir sind das EINE große lichtvolle Wesen in ALLEM! Und
nicht nur das. Wir sind reinster Schöpfer-Geist!” möchte ich dann
in die ganze Welt hinaus rufen. „Wir alle sind frei, mächtig und
unsterblich!” Der Körper, die Materie und alle unsere sinnlichen
Wahrnehmungen sind pure Illusion. Warum hören das denn nur so wenige?
Warum hängen so viele in ihrem selbstgemachten Film fest?



Doch wie lange habe ich gebraucht,
um das einigermaßen zu kapieren und letztendlich auch für mich als
Wahrheit zu akzeptieren. Und so den Weg für dieses Erleben überhaupt
erst einmal frei zu machen. Ich brauchte Jahre, um aus den Fängen dieser
Ego-Welt hier auszubrechen, die uns klein hält. In der wir uns für
hilflose Opfer der Lebensumstände halten und uns deshalb ständig im
nackten Überlebenskampf befinden. Als getrennte Körper erscheinend
und dann auch noch dem Tode geweiht und von Gott verlassen. Welche Verdrehung
der Tatsachen. Die Menschheit ist in ihrer eigenen Projektion gefangen
und hält ausschließlich diese für wahr. Jeder der vom Gegenteil berichtet,
gilt als bedrohlich oder verwirrt. Inzwischen verstehe ich immer klarer
aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, „zwar in dieser Welt zu leben,
jedoch nicht von dieser Welt zu sein.“


Ja, und was unseren Kater Rumi
angeht, so erlebten wir an seiner Seite die Kraft und Macht des Glaubens
und der göttlichen Gnade. Nicht nur einmal durften wir in dem Vierteljahr
seines Krankseins dem Mysterium beiwohnen, ihn „sterben" bzw.
„Hinüberzugehen" zu sehen und auch wieder in seinen Körper
zurückzukommen. Mit der Kraft unseres GLAUBENS. Das zeigte uns sehr
konkret, wie fließend die Grenzen zwischen physischer und nicht-physischer
Existenz sind. Und es wurde uns noch bewusster, wie einflussreich unsere
Gedanken und Handlungen dabei sind. Wir erlebten die heilende Wirkung
von Handauflegen und tief aus dem Herzen gesungener Töne und Lieder.
Unser Bezugsrahmen (gemeint ist damit das, was der Verstand für möglich
hält und was nicht) wurde durch konkretes Erfahren in mehrfacher Hinsicht
aufgebrochen und erweitert.


Mit  der Auflösung vieler alter
Denkgewohnheiten und Verhaltensmuster in mir geht ein weiteres Phänomen
einher. Das Leben hier macht nun erstmals wirklich Spaß und erhält
eine wunderbare Authentizität. Und ich beginne, auch die Schönheit
dieser Welt zunehmend von innen heraus und mit wahrlich verändertem
Blick zu sehen. Es ist nun möglich, wahrhaft entspannt mit ALLEM hier
sein zu können. Das ist echte Freiheit!


Mein Leben gestaltet sich sehr
normal und ist von einer natürlichen Leichtigkeit geprägt, die ich
zuvor nicht kannte. Es geschehen nun sogar in meinem Leben jede Menge
wundervoller Fügungen. Ich erlebe die göttliche Regie als wahrhaft
intelligente, liebevolle und überaus klare Begleiterin. Mich dieser
Führung ganz anzuvertrauen war die beste Entscheidung aller Zeiten.
(Doch habe ich das jemals wirklich allein entscheiden können?) Ganz
sanft wird mir nun von Tag zu Tag mehr meine wahre und eigentliche Bestimmung
hier bewusst. Und ich erlaube es auch zunehmend, das zu leben. Das befreit
nicht nur mich, sondern auch viele der Menschen, die seither zu uns
kommen.


Jenes torlose Tor, jenen weglosen
Zugang ins ewige Reich des Absoluten wieder gefunden zu haben, ist für
mich in vielen Momenten einfach überwältigend. Es ist durch nichts
aber auch gar nichts von so genannten Werten in dieser Welt zu ersetzen.
Nach Jahren der Verzweiflung und der inneren Einsamkeit ist da einfach
Frieden. Hier enden der Überlebenskampf, die Suche und das Nichtwissen.
Ein winziger „Lichtblick“ genügte, um mir die Verbundenheit mit
ALLEM zu zeigen.


Ich kann rückblickend sehen,
welch wunderbar goldener Faden sich durch mein ganzes scheinbares Lebensdrama
zog, um mich letztendlich zum Aufwachen in meine wahre Größe und in
die Wiederverbindung mit dem göttlichen Licht zu drängen. Dieser lebenslange
Schmerz des Falsch-gelandet-Seins und mich wie ein ausgestoßenes Wesen
zu fühlen, erlaubte mir zu keiner Zeit, mich glaubhaft in dieser Welt
einzurichten.  Ich erkenne im Nachhinein in all meinen schlimmen Lebensumständen
und scheinbaren Peinigern die perfekten „Erwachenshelfer”. Sie brachten
mich schlussendlich an den Punkt des Zusammenbruchs und damit in die
Bereitschaft zur Hingabe. Auch jeden Umweg, jede „Negativ-Erfahrung“,
jeden  Irrlehrer empfinde ich mittlerweile als ein besonderes Geschenk.
Denn gerade SIE haben mir geholfen, Wahrheit von Irrtum unterscheiden
zu lernen. Sie haben mich an den Punkt der Hilflosigkeit geführt und
so in wahre Demut und Hingabe an den ALL-EINEN. Durch sie war ich offen,
mein wahres SELBST zu erkennen, dass ewig schon eins ist mit Gott, mit
dem ABSOLUTEN. „Ich bin DAS.“ Ein Satz, den Wissende und Eingeweihte
schon seit ewigen Zeiten verständlich zu machen versuchen.


Vieles von dem Erlebten dient
mir jetzt doppelt. Es hilft mir, mich zutiefst in andere Menschen hinein
versetzen zu können und sie wirklich zu verstehen. Urteilsfrei. Wertfrei.
Mitfühlend. Liebend. Und sie auf ihrem Weg zu ihrem wahren Selbst als
ein kundiger Reiseführer begleiten zu können. Mit der nötigen Geduld.
Als Jemand, der die Irrungen und Wirrungen des Egos gut kennt. Wenn
ich mal ausflippe, dann freue ich mich, immer noch Mensch geblieben
zu sein. Nur mit dem Unterschied, dass ich inzwischen über solche „Ausraster”
schon nach ganz kurzer Zeit befreit lachen kann und immer schneller
in der Realität des JETZT wieder ankomme, indem ich mir und dem ganzen
Theater vergebe. Es tangiert mich einfach nicht mehr wirklich. Jener
alles tragende innere Frieden wird immer stabiler.


Geduld und Vertrauen in DAS
sind für mich inzwischen zu einer spirituellen Schönheit geworden.
Ich verneige mich täglich mehr in Dankbarkeit und aufrichtiger Demut
vor dieser all-wissenden und all-liebenden Intelligenz, die uns nie
vergessen hat. Die GEWISSHEIT, dass ich und wir alle am Ende wirklich
und total aus der Projektion dieser Welt der Vergänglichkeit aussteigen
werden und heimkehren in den erleuchteten Geist der Liebe und Einheit,
erfüllt mich bereits jetzt mit tiefem und anhaltendem Glücklichsein.
Mein aufrichtiger Dank und tiefe Verneigung gilt der Gnade und allen
Lichtkräften, die uns vorausgegangen sind und die bereits seit Äonen
dem Erwachen und der endgültigen Erlösung der Menschheit dienen und
die auch mich an das erinnert haben, WAS ICH BIN und was den wahren
Sinn meines Hierseins ausmacht.


Es gibt nichts Erfüllenderes,
als diese erlösende Botschaft jenen Menschen vermitteln zu dürfen,
deren Seelen und Herzen dafür offen und bereit sind. Immer wieder erleben
wir in unseren Zusammenkünften und Seminaren, dass sich dieses Wissen
und die Bewusstheit auf eine fast mystische Art zu übertragen scheinen.
Auf Menschen, die dafür offen und bereit sind. Doch das geschieht meist
jenseits von Worten und speziellen Handlungen. Wir erfahren gemeinsam
die göttliche Gnade und die wahrhaft erlösende Kraft der göttlichen
Liebe, welche uns wieder an unsere Verbundenheit mit ALLEM erinnert.
Und an unser unsterbliches SEIN.



Für mich sind seither drei
wesentliche Dinge verinnerlicht:      


1.
Nichts und niemand in dieser Welt konnte mir so ein anhaltendes Gefühl
von tiefster Geborgenheit und wahrhaftem Getragensein vermitteln, wie
ich sie in und mit der göttlichen Führung erlebe. Der göttliche GEIST
ist der treueste, liebevollste und weiseste Freund, den ich je bei mir
hatte. Doch das geht weit über unser menschliches Vorstellungsvermögen
und über alle Worte hinaus.                     


2.
Auch wenn mein Ego hin und wieder noch mal zittert, einen weiteren Verbesserungsvorschlag
oder eine moralische Zurechtweisung hat, ich folge inzwischen immer
mutiger und konsequenter dem göttlichen GEIST und damit meinem wahren
SELBST. Die Widerstände, sich einzufügen und führen zu lassen, schmelzen
tatsächlich dahin. Und ich erkenne und erfahre immer konstanter, dass
mein wahres Selbst und der göttliche Wille tatsächlich EINS sind.
Dieses Erleben löst eine nie zuvor gekannte Kraft und echte Lebensfreude
aus. Es schenkt tiefen Frieden und das Bewusstsein wirklicher Freiheit.
Die Versöhnung und die Einigkeit mit dem EINEN GELIEBTEN erlebe ich
ebenso als Voraussetzungen für wahre Liebe und echtes Mitgefühl.     


3.
Ich weiß mittlerweile in jedem Moment, dass ich zwar momentan auf dieser
Erde in der Dualität lebe, dass ich jedoch in meinem wahren SEIN nicht
von hier bin und es auch nie sein werde. Ich suche das Heil und die
Ordnung nicht länger in dieser verrückten Welt. Reiner Geist und ewiges
lichtvolles Bewusstsein sind mit der ego-geprägten Sicht der Welt einfach
nicht zu vereinbaren. „Zwar in dieser Welt zu leben, aber nicht von
ihr zu sein.“, wurde zu meinem intensivsten Schlüssel-Heilungs-Satz.
Mein Wissen, dass daran absolut nichts falsch ist, erzeugt in mir inzwischen
den größten inneren Frieden. Dieses nicht nur gelesen oder gehört
zu haben, sondern DAS im wahrsten Sinne des Wortes immer mehr zu realisieren
und als verinnerlicht zu erleben, ist wahres HEIMKOMMEN.






An dieser Stelle möchte ich
namentlich einige meiner Lehrer, Meister und Erwachenshelfer erwähnen
und mich auf diese Weise erstmals öffentlich bei Ihnen bedanken:


Ich
danke meinen Eltern, durch die es überhaupt erst möglich wurde, in
diesem Körper als Roswitha hier sein zu können. Es berührt mich tief,
ein echtes Wunschkind gewesen zu sein. Meine Eltern lehrten mich von
Kind an, andere Menschen als gleichwertig anzuerkennen und jedem Wesen
Achtung und Liebe zu schenken.       Eine große Stütze und
häufig "mein rettender Engel" über viele Jahre meines Kindseins
war mein älterer Bruder. Von ihm fühlte ich mich auf einer tieferen
Ebene behütet und verstanden. Schön, dass es dich gibt.


Meine
spirituellen Wegbegleiter auf geistiger Ebene waren Babaji von Haidakan
und Daskalos aus Zypern. Abe Doshi, ein begnadeter Heiler aus Japan
begegnete mir in Deutschland. In Deutschland begleiteten mich persönlich
über weite Strecken Ekkehard Zellmer und Moti Theresia König. Aus
Indien wirkten Sri Ramana Maharshi, Yogi Ramsuratkumar und Annamalai
Swami, denen ich nicht körperlich begegnet bin, von deren Erwachtsein
ich mich jedoch inzwischen auch hier ständig getragen fühle. Aus Amerika
stammend traf ich in Deutschland auf Neale Donald Walsch, Krishna Das,
Tom Kennyon und Samarpan Golden, der mich wieder auf den Pfad von Advaita
führte.


Mein
besonderer Dank und meine innige Verbundenheit gelten Dir, geliebter
Meister Mohan (Mario Mantese - Schweiz), der du mich nicht nur in diesem
Leben an vielen Orten und auf unterschiedlichen „Wegen” gefunden
hast. Du hast die verloren gegangene Sehnsucht und den Glauben an eine
mögliche Gottesverbindung in mir wieder erweckt. Damit löste sich
die Hauptursache meiner Lebensdepression. Durch dich wurde die „Löschtaste”
für die letzten Anhaftungen an diese vergängliche Welt perfekt betätigt
und so der befreiende Weg in das wahre Leben vorbereitet. Deine Worte
halfen mir, mich klar vom Weg des egogesteuerten Machens und Wollens
zu verabschieden und mich für den Weg des Wieder-Eingefügt-Werdens
in die göttliche Ordnung zu entscheiden.


Ebenso
mag ich an der Stelle Gary Renard danken. Für seinen Mut und die Bereitschaft
nach neunjähriger Unterweisung das Buch „Die Illusion des Universums“
zu schreiben (veröffentlicht in 2003). Dieses Buch hat wahre 
Wunder in mir bewirkt. Der frische Erzählstil und die Klarheit der
Aussagen haben mich schon beim Lesen in zunehmende Leichtigkeit und
wachsenden Frieden geführt. Für mich waren die darin enthaltenen Botschaften
eine einzigartige Befreiung und weitere Bestätigung meines innersten
Wissens. Die darin umfangreich enthaltenen und erläuterten Kurs-Zitate
waren wegbereitend, den „Kurs in Wundern“ nicht nur zu lesen, sondern
wahre Vergebung auch täglich zu praktizieren. Seither stärkt mich
die Gewissheit, dass ich nicht falsch ver-rückt sondern wissend ver-rückt
bin. Und das schon von Kind an. Welch eine Erlösung!



Zwei
außergewöhnlich bereiten Dienern des göttlichen Geistes möchte ich
deshalb einige zusätzliche Worte widmen. Es sind Dr. Helen Schucman
und Dr. William Thetford, beide Professoren für klinische Psychologie
an der Columbia-Universität in New-York. Ihnen wurde 1965 beginnend
über eine Zeit von 7 Jahren eine der für mich klarsten Gottesbotschaften
übermittelt. Bis dahin folgten sie eher der rationalen und atheistischen
Sichtweise ihrer Kollegen und waren alles andere als spirituell. Aus
der tiefen Sehnsucht und Bereitschaft, einen anderen Weg finden zu wollen,
um mit Menschen und Problemen umzugehen, erhielten sie eines Tages Antwort.
In Form innerer Botschaften übermittelt von der Stimme Jeshuas.


Daraus
entstand das dreiteilige Werk „Ein Kurs in Wundern“, welches 1976
mit insgesamt über 1200 Seiten veröffentlicht wurde. So aufklärende,
eindeutige und befreiende Aussagen und präzise Unterweisungen habe
ich bisher nirgendwo sonst gelesen. Der Quelle und ihren Übermittlern
gilt meine Hochachtung.


Eine
besondere Fügung und großes Geschenk ist es, seit 1998 den gemeinsamen
Weg der Wahrheitssuche mit Friedhelm gehen zu können. Er ist seit seiner
Jugend so klar auf das Prinzip der inneren Führung und Erkennen des
wahren und mit Gott vereinten Willens ausgerichtet, dass mir zu Beginn
unserer Beziehung oftmals der Atem stockte. Sein lebendes Vorbild hat
auch mich sukzessive aus allen kollektiven Denk- und Verhaltensweisen
herausgehoben. An seiner Seite lernte ich nicht nur der göttlichen
Intelligenz zu vertrauen, sondern erkannte die Präzision, mit der der
göttliche GEIST und die GNADE uns in jedem Moment führen und tragen.
Auch ganz praktisch im Alltag. Um uns aus der gewohnten und beschränkten
menschlichen Sicht herauszuheben. Wenn wir es erlauben.


Inzwischen
bin ich dankbar, gemeinsam mit Friedhelm jene befreiende und alltagstaugliche
Botschaft an bereite Menschen vermitteln zu dürfen. Ich bin immer wieder
erstaunt, wie deckungsgleich das z.B. auch mit dem im „Kurs in Wundern“
offenbarten Weg ist. Friedhelm hat den „Kurs“ zu keiner Zeit studiert,
ist jedoch in seinem Herzen ein aufrechter Wahrheitssucher und tief
mit der Christusbotschaft verbunden. Hier zeigt sich einmal mehr die
Übereinstimmung des einen großen GEISTES und jener bedingungslosen
Liebe, die uns alle in die wahre Freiheit führt.


Eine
treue und überaus intensive Begleitung erfuhr ich auch durch meine
Tiere. Sie halfen mir, in schweren Zeiten nicht an meiner Einsamkeit
zu zerbrechen. Dank Euch allen! Namentlich mag ich hier unsere Katzen
Sita und Rumi nennen, sie waren für mich ganz spezielle „Herzensöffner”
und „Wegbereiter”.







Wenige
Wochen vor seinem „aus-dem-Körper-Gehen” führte uns Rumi noch
zu einer wunderbaren und wahrhaft gottverbundenen Sufi-Meisterin namens
Nura Loeks aus Amerika, der wir weitere ganz spezielle Einweihungen
verdanken und die uns die Wirksamkeit unseres Tuns erneut bestätigte!
Ihre Worte klingen immer noch in mir: „Believe. It´s all well. You
are real spiritual teachers.” Die Zeit mit ihr war und ist LIEBE jenseits
aller Worte.


Mein
Respekt und meine Wertschätzung gelten ebenso all jenen (ungenannten)
Menschen, die sich klar zur Einheit mit der göttlichen Präsenz und
der damit einhergehenden Liebesfähigkeit zu bekennen. Täglich neu
und mitten im Leben stehend. Die bereit sind, konsequent aus den begrenzten
menschlichen Denk- und Verhaltensweisen auszubrechen. Jene, die ganz
bewusst und aufrichtig im Dienste SEINES liebenden Geistes stehen. Die
damit den Mitmenschen den einzig erlösenden Weg vorleben. Die im Verborgenen
wirken oder als Botschafter an die Öffentlichkeit gehen.


Viele
von ihnen haben im Laufe ihrer Inkarnationen nicht nur einmal die Verurteilung
und das Ausgegrenztsein ihrer Familien und anderer Menschen in dieser
Welt erlebt. Heutzutage ist es zwar nicht mehr üblich, gekreuzigt,
geköpft oder verbrannt zu werden.


Traurigerweise
wird jedoch auch heute noch jenen wahrhaft wissenden und eingeweihten
Seelen von vielen Menschen das Unverständnis und die großflächige
Ablehnung entgegen gebracht. So, wie es schon zu all den früheren Zeiten
geschah. Wer sich zum lebendigen Einssein mit Gott bekennt, wird des
Hochmutes und des Ketzertums beschuldigt.


Auch
in der so genannten „Neuzeit“ gehören immer noch eine hohe Bereitschaft
und die eindeutige Entscheidung dazu, den Weg des Sich-Wieder-Vereinens
mit GOTT und der damit verbundenen wahren Selbst-Werdung zu gehen. Die
konsequente innere Ausrichtung auf jenen göttlichen GEIST erfordert
ein hohes Maß an Disziplin und Mut. Denn die eine oder andere Prüfung
ins Vertrauen an die Weisheit und höhere Absicht der göttlichen Führung
bleibt wohl keinem erspart. Und diese unterscheidet sich deutlich von
der materiebezogenen und egozentrierten Lebensweise der breiten Masse,
die häufig nur um Anerkennung buhlt und ums eigene Überleben kämpft.
Nur wenige Menschen sind bereit, dieser uns allen innewohnenden göttlichen
Kraft und Anbindung zu vertrauen und ihr auch im täglichen Leben hingebungsvoll
zu folgen. Erst dann sind wir in der Lage als wirklich freie und selbstbewusste
Wesen unser höchstes Potential zu entfalten. Erst dann wird unser Leben
wieder zum Segen für die große Gemeinschaft der Schöpfung.

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